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Gesellschaft & Politik

„Wir gebärden für Menschenrechte!“

Am heutigen Donnerstag feiert der Deutsche Gehörlosen-Bund zum vierten Mal den Internationalen Tag der Gebärdensprache – unter anderem mit einer großen Abendveranstaltung, live übertragen auf YouTube und Facebook.

Plakat Internationaler Tag der Gebärdensprache
(Foto: Deutscher Gehörlosen-Bund e.V.)

Zum vierten Mal begeht der Deutsche Gehörlosen-Bund e.V. zusammen mit dem Weltverband der Gehörlosen (WFD) den Internationalen Tag der Gebärdensprachen am 23. September 2021. Dieser fand bisher im Rahmen der International Week of the Deaf statt. Ab 2021 ändert sich etwas: Von nun an heißt die Aktionswoche „International Week of the Deaf People“, wie der WFD auf seiner 16. Generalversammlung beschlossen hatte.

Information und Sensibilisierung

Das Ziel des Internationalen Tags der Gebärdensprachen ist es, den Status der Gebärdensprachen und die Rechte von gehörlosen Menschen zu fördern und zu schützen. Alle Menschen ohne und mit Hörbehinderungen sollen realitätsnah über Gehörlosigkeit, Gebärdensprache und Gehörlosenkultur informiert, sensibilisiert und aufgeklärt werden.

Letztes Jahr stellte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seiner Rede anlässlich des 3. Internationalen Tags der Gebärdensprachen am 23. September 2020 fest, dass die Deutsche Gebärdensprache „zu unserem Land“ gehört.

„Sie gehört in unseren Alltag, mitten in unsere Gesellschaft. Gebärdensprache ist für alle da, weil sie die Barrieren zwischen den Menschen überwindet.“

Bei der Abendveranstaltung am heutigen Tag wird der Deutsche Gehörlosen-Bund einen neuen Film mit dem Titel „Wir gebärden für Menschenrechte! Politische Forderungen des DGB“ vorstellen. So setze sich die politische Arbeit des Bundes mit vielen Themenfeldern auseinander und fordere konkrete, praktische und für Menschen mit Hörbehinderungen wirklich spürbare Veränderungen: Ob Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben durch Arbeitsassistenzleistungen, Zugang zu barrierefreien Gesundheitsinformationen, bimodal-bilinguale Bildung in und über Gebärdensprachen, gehörlose Jugendbewegung, gehörloser Feminismus, gebärdensprachliche Senioren, barrierefreie Medien, Notruf und Katastrophenschutz – um nur einige zu nennen.

70 Jahre WFD

Der DGB-Präsident Helmut Vogel weist in seinem Grußwort zum 4. Internationalen Tag der Gebärdensprachen auf dessen Bedeutung hin. Es werden die Gründung des Weltverbandes der Gehörlosen in Rom am 23. September 1951 und die langjährige Tradition des Tages der Gehörlosen seit den 1970er Jahren in Deutschland erwähnt. Weiterhin wird die neueste Publikation des DGB vorgestellt: der Abschlussbericht über die Arbeit in den Jahren 2017 bis 2020, durch den nun alle Pressemitteilungen, Stellungnahmen und Berichte über die Aktivitäten des Verbandes gebündelt veröffentlicht werden.

Hier können Sie den über 400 Seiten starken Abschlussbericht herunterladen.

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Nach dem Vorbild anderer Gehörlosenverbände will der DGB mit einer Sensibilisierungskampagne die Menschen humorvoll und direkt dort abholen, wo sie auf die meisten Barrieren stoßen: im Alltag. Ob Schule, Wohngemeinschaft oder Restaurant: Wie geht es Gehörlosen, was können Hörende tun?

Außerdem setzt der Bund seine Tradition vom letzten Jahr fort: Statt zwei Postkarten veröffentlicht der DGB diesmal drei Karten des tauben Künstlers Lucas Kollien zur Verdeutlichung der Bedeutung der Deutschen Gebärdensprache als Unterrichtsfach an den Schulen für Hörbehinderte und als Wahlpflichtfach im Bereich der Fremdsprachen an den allgemeinbildenden Schulen.

Live-Stream mit Gästen aus der Politik

Die Abendveranstaltung des DGB wird auf Facebook und YouTube ab 19.00 Uhr live übertragen. Neben dem Bundesbehindertenbeauftragten Jürgen Dusel, sind auch Politikern der fünf Bundestagsparteien CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, DIE LINKE und der FDP eingeladen. Stellvertretend nehmen Wilfried Oellers, Dr. Matthias Bartke, Corinna Rüffer, Sören Pellmann und Jens Beeck teil.

Der Deutsche Gehörlosen-Bund kündigt neben der Premiere der beiden neuen Filme auch eine Gebärdensprachperformance an, die erahnen lassen soll, welch Potential diese Sprache bietet.

Der gesamte Stream wird in Deutsche Lautsprache sowie auch in Deutsche Gebärdensprache verdolmetscht.

(RP/PM)

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