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Wiederaufnahme der Polio-Impfkampagne in Afghanistan geplant

Bereits Anfang November sollen wieder Teams der Weltgesundheitsorganisation tätig werden dürfen. Die Ausrottung der Kinderlähmung scheint in greifbarer Nähe.

Ein Kind in Kabul erhält die Polio-Schluckimpfung.
Ein Kind in Kabul erhält die Polio-Schluckimpfung. (Foto: Foto: Rahmat Gul/AP/dpa)

UN-Organisationen haben die Entscheidung der militant-islamistischen Taliban begrüßt, die Wiederaufnahme der Polio-Impfungen in ganz Afghanistan zu unterstützen. Die Impfkampagne gegen Kinderlähmung solle am 8. November beginnen, teilten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das UN-Kinderhilfswerk Unicef in einer gemeinsamen Erklärung am Montag weiter mit. Sie sei die erste seit über drei Jahren, die alle Kinder in Afghanistan erreiche.

Zuletzt seien mehr als 3,3 Millionen Kinder in dem Land mit geschätzt 37 Millionen Einwohnern nicht geimpft worden. Diese lebten in Landesteilen, die bisher für Impfkampagnen nicht zugänglich gewesen seien, hieß es weiter.

UN und Taliban einigen sich

In der Vergangenheit waren Impfteams in Gebieten, die von den Taliban kontrolliert wurden, immer wieder auf Schwierigkeiten gestoßen. Die Islamisten hatten ihnen vorgeworfen, Informationen zu sammeln und an Sicherheitskräfte der Regierung weiterzugeben. Sie verboten in manchen Gebieten den Zugang. Mit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan Mitte August sind Armee und Polizei zerfallen.

Die landesweite Impfkampagne sei das Ergebnis eines laufenden, hochrangigen Dialogs zwischen Vertretern der UN und der Führung der Taliban, in dem es um die Gesundheitsversorgung der Afghanen geht, heißt es in der Erklärung weiter. Die WHO warnte kürzlich, das Gesundheitssystem des Landes stehe kurz vor dem Kollaps.

Da im Jahr 2021 bisher nur ein Fall mit dem Wildtypus des Poliovirus gemeldet worden sei, habe Afghanistan die außergewöhnliche Chance, Kinderlähmung auszurotten, heißt es weiter. Die Sicherheit des Gesundheitspersonals bleibe ein Hauptanliegen. Die Taliban-Führung wolle weibliche Impfhelferinnen einbeziehen und für Sicherheit sorgen. Erst im Juni waren fünf Impfhelfer im Osten des Landes getötet worden.

(RP/dpa)

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