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Wie gehörlose Talente Nigerias digitale Zukunft gestalten

In dem westafrikanischen Land öffnen sich neue Türen für junge taube Menschen: Die Initiative Deaf-In-Tech zeigt, dass Inklusion mehr ist als ein Ideal – sie ist eine Investition in die Zukunft. ROLLINGPLANET stellt das wegweisende Projekt vor.

Junge Nigerianerinnen und Nigerianer beim Deaf-In-Tech-Training in Abuja (Foto: VOA, siehe auch Video unten)

In Nigeria wächst eine Generation gehörloser Fachkräfte heran, die die Technologiebranche des Landes mitgestalten will. Möglich macht das unter anderem die Plattform Deaf-In-Tech, ein Inklusionsprojekt einer nigerianischen IT-Unternehmensberatung. Das Ziel: jungen, gehörlosen Erwachsenen den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern – und dabei bewusst auf Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern setzen.

Das Projekt Deaf-In-Tech wurde im Jahr 2022 von Dr. Arowolo Ayoola in Abuja gegründet, nachdem er erlebt hatte, wie ein brillanter gehörloser Freund trotz hervorragender Qualifikationen auf dem Arbeitsmarkt abgelehnt wurde. Dr. Ayoola wollte zeigen, dass Technologie als „großer Gleichmacher“ fungieren kann – und dass gehörlose Menschen nicht auf Almosen angewiesen sind, sondern auf echte Chancen.

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Seit seiner Gründung hat Deaf-In-Tech eigenen Angaben zufolge bereits rund 1.000 junge Menschen in technischen Fähigkeiten wie Programmierung und Datenanalyse geschult. „Unsere Vision ist eine Tech-Branche, in der Kompetenz zählt, nicht das Hörvermögen“, sagt Initiator Dr. Ayoola. „Wir glauben an das Potenzial jedes einzelnen Menschen – unabhängig von körperlichen Voraussetzungen.“

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Technische Ausbildung ohne Barrieren

Um Hürden abzubauen, stellt das Projekt Laptops und Fahrdienste bereit. Wer die Präsenzkurse nicht besuchen kann, hat die Möglichkeit, über eine E-Learning-Plattform auf Inhalte in Gebärdensprache zuzugreifen. Auch über den Abschluss der Ausbildung hinaus unterstützt Deaf-In-Tech die Absolventinnen und Absolventen – etwa bei der Gründung eigener Tech-Unternehmen oder durch Beratungen für Arbeitgeber, die ihre Arbeitsplätze behindertengerecht gestalten wollen.

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Nigeria zählt zu den dynamischsten Technologiemärkten Afrikas, doch der Zugang ist nicht für alle gleich. Hör- und Sehbehinderungen gehören zu den häufigsten körperlichen Beeinträchtigungen im Land. Wie viele andere Menschen mit Behinderungen werden gehörlose Menschen oft ausgegrenzt – sei es im Bildungswesen, auf dem Arbeitsmarkt oder im sozialen Leben. Zwar verbietet ein Gesetz von 2018 offiziell jede Diskriminierung, doch die Realität sieht anders aus: Etwa 60 Prozent der jungen Menschen mit Behinderung haben weder Zugang zu Bildung noch zu einer Berufsausbildung oder Arbeit.

220 Millionen Menschen, 500 Sprachen

Nigeria, das bevölkerungsreichste Land Afrikas, liegt an der Westküste des Kontinents und grenzt an Benin, Niger, Tschad, Kamerun und den Atlantik. Mehr als 220 Millionen Menschen leben in dem Staat, der für seine kulturelle, sprachliche und landschaftliche Vielfalt bekannt ist. Über 250 ethnische Gruppen und mehr als 500 Sprachen prägen das gesellschaftliche Leben. Amtssprache ist Englisch – ein Erbe der britischen Kolonialzeit, die 1960 endete. Die Hauptstadt ist Abuja, während Lagos als größtes Wirtschaftszentrum des Landes gilt. Trotz seines Rohstoffreichtums liegt das durchschnittliche Monatseinkommen bei nur etwa 150 bis 200 US-Dollar – mit erheblichen regionalen Unterschieden.

Oft fehlen die finanziellen Mittel, um barrierefreie Bildungsangebote umzusetzen. Doch mindestens ebenso schwer wiegen kulturelle Vorurteile: Menschen mit Behinderung werden vielfach als defizitär wahrgenommen, was ihre Chancen zusätzlich schmälert. Die genaue Finanzierung von Deaf-In-Tech Nigeria ist öffentlich nicht umfassend dokumentiert. Allerdings lässt sich aus den verfügbaren Informationen ableiten, dass das Projekt durch eine Kombination aus Eigenmitteln, Partnerschaften und Fördermitteln unterstützt wird.​

Abuja, Hauptstadt von Nigeria

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