Seit rund 45 Jahren nutzt der Papst das „Papamobil“ auf Basis der Mercedes-Benz G-Klasse. Nun wird das Fahrzeug erstmals rein elektrisch. Damit ist Papst Franziskus pünktlich zum Heiligen Jahr 2025 – einem Anlass, der nur alle 25 Jahre stattfindet und zu dem Millionen Pilgerinnen und Pilger in Rom erwartet werden – lokal emissionsfrei unterwegs.
Das Fahrzeug erfüllt hohe Anforderungen und wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Vatikan speziell für den Einsatzzweck des Papstes entwickelt. Sein elektrischer Antriebsstrang, der auf die besonders geringen Geschwindigkeiten für öffentliche Auftritte adaptiert wurde, zahlt auf die Enzyklika „Laudato Si“ ein, in der Papst Franziskus die Notwendigkeit nachhaltiger Entwicklung beschreibt.
Volleketronisch unterwegs
„Mit dem neuen Papamobil ist Papst Franziskus der erste Papst, der bei öffentlichen Auftritten mit einem Mercedes-Benz vollelektrisch unterwegs ist. Das ist eine besondere Ehre für unser Unternehmen, und ich bedanke mich bei seiner Heiligkeit für das Vertrauen“, betont Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Mercedes-Benz Group AG.

Auch im baden-württembergischen Pfronstetten-Aichelau ist man stolz. Der dort ansässige Spezialist Paravan lieferte maßgeschneiderte Lösungen für das neue „inklusive E-Papamobil“. Mit individuell angepasster Technologie, darunter ein speziell entwickeltes Liftsystem und eine flexible Sitzkonsole, wurde das Fahrzeug präzise auf die Anforderungen eines Elektrofahrzeugs und die besonderen Bedürfnisse des Vatikans abgestimmt.
„Besonders die individuellen Anpassungen im Innenraum zeigen die Innovationskraft von Paravan: Der zentrale Sitz bietet maximale Flexibilität und Komfort, sodass der Heilige Vater sich frei bewegen und den Gläubigen aus jeder Perspektive begegnen kann“, schreibt der Weltmarktführer für behindertengerechte Fahrzeugumbauten.
Barrierefreier Zugang als Schlüsselkomponente
Für die Umsetzung dieses besonderen Projekts war ein barrierefreier Zugang unverzichtbar. Die große Herausforderung bestand darin, der Fahrzeugarchitektur der Elektro-G-Klasse – mit der Batterie im Unterboden – Rechnung zu tragen. Dies ist eine der zentralen Hürden bei Umrüstungen von Elektrofahrzeugen für die Behindertenmobilität. Paravan lieferte eigens modifizierte Komponenten, darunter eine speziell angepasste Einstiegshilfe mit optimierter Breite und Tiefe. „Am Ende entstand ein maßgeschneidertes Unikat, das exakt den Vorgaben entsprach“, erklärt der zuständige Mobilitätsberater Daniel Weber.
Konzept für reibungslose Abläufe
Jetzt kann der Papst auf Höhe des Fahrzeugbodens fahren und dann komfortabel auf seinen Sitz – der ebenfalls neu konstruiert wurde – umsteigen. „Damit hat der Papst die Möglichkeit, die Gläubigen rundum zu begrüßen und zu sehen. Durch die modifizierte Konsole kann er sich 180 Grad nach rechts oder links drehen.“ Eine Herausforderung für die Paravan-Konstrukteure: Dazu mussten die Größe der Grundkonstruktion und die Funktionalität des Drehmechanismus angepasst werden.
Eine persönliche Verbindung zum Vatikan
Für Roland Arnold, Gründer und Geschäftsführer von Paravan, hat dieses Projekt eine besondere persönliche Bedeutung: „Es ist eine sehr große Ehre für uns, mit unserer Technologie einen Beitrag für den Heiligen Stuhl zu leisten. Dieses Projekt spiegelt unsere Philosophie wider, mit innovativen Lösungen Menschen zu unterstützen und Mobilität neu zu denken.“
Arnold teilt in seiner Autobiografie „Genial gezündet“ auch eine persönliche Verbindung zum Vatikan: Der spätere Papst Benedikt XVI., damals Professor Joseph Ratzinger, hielt in Aichelau die Trauerfeier für Arnolds Großonkel, Prof. Dr. Franz Xaver Arnold, den Leiter der theologischen Fakultät der Universität Tübingen. Diese besondere Erfahrung verleiht Arnolds Engagement für das Papamobil-Projekt eine zusätzliche emotionale Komponente.
Barrierefreie Mobilität für den Papst

Barrierefrei
Das neue Papamobil (Foto: Mercedes-Benz)
Der neue Sessel des Papstes ist jetzt Dank Paravan-Technologie um jeweils 180 Grad nach rechts und links drehbar, damit sich der Papst den Gläubigen nach Wunsch zuwenden und zuwinken kann. Die linke Fondtüre wurde entfernt und in traditioneller Karosseriebaumanier aus einem Stück nachgefertigt und nahtlos in den Rohbau eingeschweißt. Auf der rechten Seite wurde die Fondtüre auf gegenläufigen Anschlag umgebaut.
(RP/PM)
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