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Welche Aktiengesellschaften die Schwerbehindertenquote erfüllen – und welche nicht. Folge 2: MDAX

ROLLINGPLANET wollte wissen, welche Chancen Menschen mit Behinderung bei den größten Konzernen des Landes haben. Ein Unternehmen erzielte sogar eine Quote von 13,8 Prozent.

Beschäftigte 2020 unglaubliche 13,8 Prozent Schwerbehinderte: Die Fraport AG mit Sitz in Frankfurt am Main.
Beschäftigte 2020 unglaubliche 13,8 Prozent Schwerbehinderte: Die Fraport AG mit Sitz in Frankfurt am Main. (Foto: Shutterstock)

Hier geht es zum ersten Teil unserer Serie: DAX-Konzerne

Die große ROLLINGPLANET-Recherche

Darum geht es

Für Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern gilt eine Schwerbehindertenquote von fünf Prozent. Viele Firmen drücken sich vor dieser Pflicht. Ihnen wird es dabei relativ einfach und günstig gemacht: Erfüllen sie die Vorgabe nicht, müssen sie zwischen 125 Euro und 320 Euro pro Monat pro unbesetztem Pflichtarbeitsplatz bezahlen (dies regelt der Paragraph 160 SGB IX)* – schon seit Jahren gibt es Vorschläge und Initiativen, diese sogenannte Ausgleichsabgabe erheblich zu erhöhen.

*Die Höhe der Ausgleichsabgabe beträgt je unbesetzten Pflichtarbeitsplatz: 125 Euro bei einer Beschäftigungsquote von 3 Prozent bis weniger als 5 Prozent. 220 Euro bei einer Beschäftigungsquote von 2 Prozent bis weniger als 3 Prozent. 320 Euro bei einer Beschäftigungsquote von weniger als 2 Prozent.

Wie vorbildlich sind die Aktiengesellschaften?

Wie sieht es bei den börsennotierten Unternehmen aus, die nicht nur groß sind, sondern die auch Vorbild sein sollten: Beschäftigen sie ausreichend Menschen mit Schwerbehinderung? Dies wollte ROLLINGPLANET wissen. Monatelang kontaktierten wir die Personalabteilungen und Pressestellen der Aktiengesellschaften, die im DAX, MDAX und SDAX gelistet sind, hakten nach und tauschten uns mit Verantwortlichen aus, um heute die erste große Übersicht dieser Art zu veröffentlichen. Die aktuellen Beschäftigungsquoten beziehen sich auf das Jahr 2020.

Konkret fragten wir wir:

  • Wie viele festangestellte Mitarbeiter hat ihr Unternehmen in Deutschland? Wie viele Mitarbeiter sind schwerbehindert oder Schwerbehinderten gleichgestellt? Wie war der Stand 2010 und 2015?
  • Bietet Ihr Unternehmen – abseits der gesetzlich verankerten Aspekte – Menschen mit Behinderung besondere Zusatzleistungen an?
  • Wirbt ihr Unternehmen konkret um schwerbehinderte Bewerber?

Die Ergebnisse veröffentlicht ROLLINGPLANET in drei Folgen: Am Freitag begannen wir mit den DAX-Vertretern – heute geht es weiter mit den MDAX-Firmen. Im MDAX sind 50 mittelgroße deutsche oder hauptsächlich in Deutschland operierende Firmen des deutschen Aktienmarktes zusammengefasst. Am Mittwoch folgt noch der SDAX mit kleineren Unternehmen.

Diese Unternehmen erfüllten 2020 die Quote


Fraport AG: 13,8 %

(2010: 9,9 % | 2015: 12,0 % | 2020: 13,8 %)

Bei der Fraport AG handelt es sich um die Betreibergesellschaft des größten deutschen Verkehrsflughafens in Frankfurt am Main. Mit 1.346 Mitarbeitern mit Schwerbehinderung oder Gleichstellung bei insgesamt 9.770 Angestellten sichert sich das Unternehmen den ersten Platz in unserem MDAX-Ranking.

Speziell für Menschen mit Behinderung bietet Fraport Unterstützung bei Antragstellung und Korrespondenz mit den Versorgungsämtern zur Anerkennung einer Schwerbehinderung. Der Unterstützerverein des Unternehmens leistet schnelle Hilfe, falls aufgrund Erkrankung oder Behinderung zusätzlich finanzielle Sorgen auf die Betroffenen zukommen. Für alle zugänglich sind umfangreiche Sozialleistungen, wie beispielsweise Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, Rentenberatung, Sucht- und Selbsthilfegruppen und die komplette Bandbreite des Gesundheitsmanagements.

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Stellenausschreibungen richten sich an alle Menschen, es wird nicht speziell um Menschen mit Behinderung geworben. Fraport bietet aber regelmäßig Praktika für Jugendliche und junge Menschen mit Behinderung an, um die Berufsorientierung zu fördern. Diese Programme ruhen nach Angaben des Unternehmens derzeit, da aufgrund der Kontaktbeschränkungen in Folge der Corona-Pandemie keine adäquate Betreuung möglich ist.

Siltronic AG: 8,9 %

(2010: 6,4 % | 2015: 8,8 % | 2020: 8,9 %)

Der Münchner Konzern ist im Bereich der Produktion von Wafern für die Mikro- und Nanotechnologie tätig und weltweit der drittgrößte Hersteller in diesem Bereich. 196 Mitarbeiter mit Schwerbehinderung und Gleichgestellte zählte das Unternehmen mit rund 2.200 Angestellten.

Nach Angabe der Pressestelle gehört die dauerhafte Beschäftigung von schwerbehinderten Mitarbeitern zum Selbstverständnis des Unternehmens und hat lange Tradition. Siltronic hat eine grundsätzliche Inklusionsvereinbarung zur Festlegung der Rahmenbedingungen abgeschlossen. Als mögliche Maßnahmen werden unter anderem Arbeitsplatzgestaltung, Arbeitszeit und Weiterbildung genannt. Der Konzern spricht bei Stellenausschreibungen grundsätzlich alle potenziellen Mitarbeiter an.

thyssenkrupp AG: 6,7 %

(2010: 5,5 % | 2015: 6,9 % | 2020: 6,7 %)

Der Industriekonzern mit Sitz in Essen hat seinen Schwerpunkt in der Stahlverarbeitung und ist Deutschlands größter Stahlhersteller. Rund 3.700 von insgesamt rund 55.000 Mitarbeitern sind schwerbehindert oder Schwerbehinderten gleichgestellt.

Nach Angabe des Unternehmens ist Diversität und Inklusion ein fester Bestandteil der Personalpolitik, was sich mit der Unterzeichnung der Charta der Vielfalt und dem Bekenntnis zum UN-Standard of Conduct for Business zeigt. Konzernvorstand und Arbeitnehmervertreter haben sich verpflichtet, Menschen mit Behinderung den Einstieg in das Unternehmen zu erleichtern und regelmäßig die Inklusionsfortschritte auf den Prüfstand zu stellen.

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thyssenkrupp betreibt innerhalb des Unternehmens diverse Projekte in diesem Bereich: Im Segment Materials Service (MX) wurde mit we.help@MX eine Initiative gestartet, um Ausbildungsplätze gezielt an junge Menschen mit Behinderung oder Fluchthintergrund zu vergeben. Zusätzlich wurde mit august & alfred in Kooperation mit dem Modelabel Grubenhelden ein neuer Unternehmensbereich gegründet, der Schmelzermäntel zu Jacken, Shirts und Accessoires upcyclet. Die Waren werden zu 100 Prozent in Handarbeit in der Inklusionswerkstatt von thyssenkrupp Steel in Duisburg hergestellt.

Aurubis AG (ehm. Norddeutsche Affinerie): 6,3 %

(2010: 4,8 % | 2015: 6,0 % | 2020: 6,3 %)

Die Aurubis AG aus Hamburg ist Kupferproduzent sowie -wiederverwerter und stellt pro Jahr über eine Million Tonnen Kupferkathoden her. Der Konzern firmiert seit der Übernahme des belgischen Kupferproduzenten Cumerio im Jahr 2009 unter Aurubis. Unter den 3.247 in Deutschland beschäftigten Mitarbeitern befinden sich 206 Schwerbehinderte und Gleichgestellte.

Das Unternehmen bietet noch keine speziellen Angebote für Menschen mit Behinderung an, die über die rechtlichen Zusatzleistungen hinausgehen. Nach Angaben der Konzernkommunikation sind diese aber in Planung.

HELLA GmbH & Co. KGaA: 6,0 %

(2010: k. A. | 2015: 4,8 % % | 2020: 6,0 %)

Das Unternehmen mit Sitz in Lippstadt ist ein weltweit tätiger Automobilzulieferer. 493 der insgesamt 8.245 Angestellten in Deutschland sind schwerbehindert oder gleichgestellt.

Oberstes Ziel von HELLA ist die Einhaltung aller gesetzlich verankerten Vorgaben, der Konzern bietet aber keine generellen Angebote speziell für Schwerbehinderte darüber hinaus. Dennoch arbeitet die Geschäftsführung sehr eng mit der Schwerbehindertenvertretung zusammen, um die Arbeitsbedingungen von einzelnen Mitarbeitern zu optimieren. Allen Angestellten steht eine rund um die Uhr erreichbare Sozialberatung zur Verfügung. Seit rund zehn Jahren gibt es im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements integrative Teams – bestehend aus Experten und interessierten Mitarbeitern aus den verschiedensten Bereichen. Die verschiedenen BGM-Gruppen beschäftigen sich unter anderem mit den Themen Ergonomie, Ernährung, Gesunde Führung, Stress und Betriebliches Eingliederungsmanagement.

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Das Unternehmen bekennt sich zu Vielfalt und ist bestrebt, auch Bewerber mit Behinderung anzusprechen. Spezielle Werbekampagnen gibt es aber nicht.

Commerzbank AG: 5,9 %

(2010: 4,8 % | 2015: 5,1 % | 2020: 5,9 %)

Das Geldhaus mit Sitz in Frankfurt am Main ist nach Bilanzsumme die viertgrößte Privatbank Deutschlands. Das Unternehmen beschäftigt hierzulande 1.723 Schwerbehinderte bei insgesamt 29.319 Mitarbeitern.

Im Rahmen einer Integrationsvereinbarung bietet die Aktiengesellschaft unter anderem Prüfungserleichterungen für Bewerber mit Behinderung, bevorzugte Genehmigung von Telearbeitsplätzen sowie bezahlte Freistellung für Reha-Maßnahmen und Arztbesuche an. Arbeitszeit, Teilzeit und Arbeitsort werden flexibel entsprechend des Gesundheitszustands gehandhabt.

Die Commerzbank hat 2018 als erste Bank in Deutschland einen Inklusions-Aktionsplan auf Basis der UN-Behindertenrechtskonvention veröffentlicht und dafür eine Anerkennungsurkunde des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales erhalten. Unter anderem wurden bisher folgende Meilensteine erreicht:

  • Verbesserung des Angebots an Gebärdensprachdolmetschern
  • Einrichtung einer Stelle zur Koordination von Hilfsmitteln
  • Gründung eines Mitarbeiternetzwerks von und für Menschen mit Behinderung
  • Regelmäßige Tests von Software auf Barrierefreiheit
  • Erlass von Designvorgaben für eine bessere Accessibility gemäß WCAG (Web Content Accessibility Guidelines)

Diversität ist für das Unternehmen ein wesentlicher Bestandteil seines Betriebserfolgs. Um für Menschen mit Behinderung als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden und um diese gezielt anzusprechen, arbeitet das Personalmarketing mit Role-Models.

Diese Unternehmen erfüllten 2020 die Quote nicht


Deutsche Lufthansa AG: 4,2 %

(2010: 3,6 % | 2015: 4,2 % | 2019: 4,2 %)

Die Deutsche Lufthansa AG hat neben der größten deutschen Fluggesellschaft Lufthansa mehr als 580 Tochterunternehmen, darunter die Airlines Swiss, Austrian Airlines, Eurowings und Brussels Airlines. 3.111 von 73.552 Mitarbeiter in Deutschland waren 2019 schwerbehindert oder gleichgestellt.

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Der Konzern bietet abseits der rechtlich verankerten Aspekte keine weiteren Zusatzleistungen an.

Im Unternehmensbereich LH Technik in Hamburg werden speziell Menschen mit Hörbehinderung zu Werkzeugmechanikern ausgebildet und es wird konkret in Stellenanzeigen um sie geworben. Für die Auszubildenden stehen vor Ort Gebärdensprachdolmetscher zur Verfügung.

LEG Immobilien AG: 3,7 %

(2010: k.A. | 2015: 3,2 % | 2020: 3,7 %)

Das Düsseldorfer Immobilienunternehmen ist der Eigentümer von rund 130.000 Mietwohnungen. Unter den 1.153 Mitarbeitern befinden sich 43 Schwerbehinderte und Gleichgestellte.

Der Konzern bietet keine Zusatzleistungen für Menschen mit Behinderung über die gesetzlichen Aspekte hinaus an. Dennoch bekennt sich die LEG Immobilien zur Chancengleichheit und ist Unterzeichner der Charta der Vielfalt. Das Bekenntnis zu Diversität und Inklusion ist in einer internen Richtlinie festgehalten.

Das Unternehmen wirbt nicht konkret um Bewerber mit Behinderung, sondern will alle qualifizierten Interessenten ansprechen.

Hannover Rück SE: 3,4 %

(2010: k.A. | 2015: k.A. | 2020: 3,4 %)

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Der Versicherungskonzern aus Hannover ist mit seinen 170 Tochtergesellschaften die drittgrößte Rückversicherungsgruppe der Welt. 46 der insgesamt 1.365 festangestellten Mitarbeiter in Deutschland sind schwerbehindert oder schwerbehinderten Menschen gleichgestellt.

Die Hannover Rück unterstützt ihre Mitarbeiter individuell und situativ mit spezieller IT- oder Büroausstattung.

Die Stellenausschreibungen des Unternehmens richten sich an alle Bewerber, ausschließlich die Qualifikation steht im Vordergrund.

Beiersdorf AG: 3,1 %

(2010: 3,8 % | 2015: 3,1 % | 2020: 3,1 %)

Der Konsumgüterkonzern aus Hamburg ist den meisten von uns durch seine Marken bekannt: Unter anderem befinden sich Nivea, Tesa und Labello im Portfolio. Das Unternehmen beschäftigte 2020 4.244 Mitarbeiter in Deutschland, davon 133 Schwerbehinderte.

Das Unternehmen setzt sich eigenen Angaben zufolge für Gleichbehandlung und Chancengleichheit sowie gegen jede Form der Diskriminierung ein. Über die IT-Tochterfirma Beiersdorf Shared Services sammelte das Unternehmen bereits sehr gute Erfahrungen mit Mitarbeitern aus dem autistischen Spektrum und kooperiert inzwischen mit Auticon, einem Unternehmen aus dem Bereich Business Analytics und Testautomation.

Beiersdorf vergibt auch Aufträge an Behindertenwerkstätten: So erfolgt unter anderem die Pflege der Grünanlagen des Betriebsgeländes in Hamburg durch die Elbe-Werkstätten.

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K+S AG: 2,9 %

(2010: 4,0 % | 2015: 3,8 % | 2020: 2,9 %)

Die K+S mit Sitz in Kassel ist ein Bergbauunternehmen und der weltgrößte Salzproduzent. Im Jahr 2020 beschäftigte der Konzern 310 schwerbehinderte Mitarbeiter bei einer Gesamtzahl von 10.635 in Deutschland.

Das Unternehmen sieht gleiche Chancen im Arbeits- und Berufsleben als Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg. Daher wurde von der Geschäftsführung gemeinsam mit der Gesamtschwerbehindertenvertretung und dem Gesamtbetriebsrat eine Inklusionsvereinbarung abgeschlossen. Diese umfasst unter anderem:

  • Erhalt einer ausreichenden Anzahl Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung sowie Förderung der Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit
  • Förderung der beruflichen Ausbildung von Menschen mit Behinderung
  • Verbesserung der Barrierefreiheit
  • Abbau möglicher Vorbehalte und Förderung der Akzeptanz von Mitarbeitern mit Behinderung durch Aufklärung und Schulungen
  • Anstreben einer durchschnittlichen Beschäftigungsquote von 6 Prozent von Menschen mit Behinderung an den deutschen Standorten

Ebenfalls wurde in den Nachhaltigkeitszielen fixiert, dass bis zum Jahr 2030 mindestens 90 Prozent der Belegschaft ihr Arbeitsumfeld als „inklusiv“ wahrnehmen.

Bei der Anstellung von Mitarbeitern mit Behinderung arbeitet K+S eng mit den regionalen Jobcentern zusammen.

SOFTWARE AG: 2,9 %

(2010: k.A. | 2015: 3,5 % | 2020: 2,9 %)

Die Software AG aus Darmstadt ist nach Umsatz das drittgrößte Softwarehaus Deutschlands. 43 von deutschlandweit 1.466 Mitarbeiter gelten als schwerbehindert oder Schwerbehinderten gleichgestellt.

Das Unternehmen legt Wert auf eine offene und innovative Unternehmenskultur und ist 2020 der Initiative „The Valueable 500“ beigetreten. Die Software AG bietet allen Mitarbeitern vielfältige Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung an. Eine darüber hinausgehende Betreuung von schwerbehinderten Angestellten erfolgt individuell und bedürfnisorientiert. Die Schwerbehindertenvertretung begleitet neue Mitarbeiter ab dem Bewerbungsprozess.

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Eine Sprecherin bedauert, dass in den letzten Jahren wenig Menschen mit Behinderung eingestellt werden konnten, und führt dies auf die sehr geringe Anzahl an geeigneten Bewerbern zurück. So werden unter anderem sehr spezialisierte IT-Fachkompetenz, oft in Verbindung mit hoher Reisebereitschaft, gefordert.

Nordex SE: 1,9 %

(2010: 1,1 % | 2015: 2,3 % | 2020: 1,9 %)

Die Nordex mit Sitz in Hamburg fertigt, errichtet und wartet Windkraftanlagen. Von den insgesamt 2.961 Mitarbeitern in Deutschland waren 2020 57 Angestellte schwerbehindert.

Das Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, Mitarbeiter, die aus gesundheitlichen Gründen ihren erlernten Beruf nicht weiter im Konzern ausüben können, weiter zu qualifizieren und als Coaches innerhalb der hauseigenen „Trainingsakademy“ einzusetzen, die ihr Wissen an neue Mitarbeiter weitergeben.

Nordex wirbt nicht konkret um Bewerber mit Behinderung, da ein Großteil der Stellen in der Fertigung und Wartung von Windkraftanlagen ist und sich hier eine Mitarbeit schwierig gestaltet. Bei Stellenausschreibungen für Bürotätigkeiten werden Schwerbehinderte bevorzugt.

alstria office REIT-AG: 1,2 %

(2010: 0,0 % | 2015: 1,2 % | 2020: 1,2 %)

Das Immobilienunternehmen mit Sitz in Hamburg kauft, besitzt und verwaltet Büro- und Gewerbeimmobilien. Bei einer Gesamtmitarbeiterzahl von 169 Angestellten kommt die alstria office REIT-AG auf zwei Schwerbehinderte.

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Das Unternehmen bietet weder über die gesetzlichen Aspekte hinausgehende Zusatzleistungen für Mitarbeiter mit Behinderung an noch wirbt explizit um sie.

TeamViewer AG: 0,4 %

(2010: 0,0 % | 2015: 0,0 % | 2020: 0,4 %)

Die TeamViewer AG aus Göppingen ist durch die gleichnamige Software bekannt, welche die Fernsteuerung und -wartung von Computern und anderen Endgeräten ermöglicht. Im Jahr 2020 waren drei von 673 Mitarbeitern in Deutschland schwerbehindert oder Schwerbehinderten gleichgestellt.

Das Unternehmen bietet keine Zusatzleistungen für Menschen mit Behinderung an und wirbt auch nicht gezielt um sie. TeamViewer betont aber, beim Einstellungsprozess niemanden außen vor zu lassen.

Diese Unternehmen halten sich bedeckt


Encavis AG

Die Encavis AG beantwortet unsere Fragen nicht, trug ROLLINGPLANET aber in den Newsletter-Verteiler ein.

Grand City Properties S.A.

Das Wohnimmobilienunternehmen aus Luxembourg besitzt rund 63.000 Immobilien in Europa. Zahlen zu schwerbehinderten Mitarbeitern teilt Grand City Properties nicht mit.

Das Unternehmen gehört zu den Unterzeichnern der Charta der Vielfalt. Der Konzern verfügt über ein Diversitätskomitee. Dieses koordiniert die Vorgehensweise unter anderem hinsichtlich Mitarbeitern mit Behinderung und bietet Trainings für kulturelles Bewusstsein an.

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Jeder Angestellte muss nicht nur den Verhaltenskodex unterzeichnen, sondern ist auch verpflichtet, jeden Verstoß zu melden.

HOCHTIEF AG

Der Baukonzern mit Sitz in Essen möchte sich an unserer Umfrage nicht beteiligen.

Nemetschek SE

Der Münchner Softwareanbieter entwickelt Anwendungslösungen speziell für Architekten, Ingenieure und die Bauindustrie. Zahlen und weitere Informationen wurden nicht mitgeteilt.

Eine Sprecherin: „Aufgrund unserer besonderen Struktur mit 15 individuellen Marken an 80 Standorten weltweit haben wir dazu leider keine gruppenweiten Daten vorliegen.“

Scout24 AG

Scout24 mit Sitz in München betreibt verschiedene Online-Marktplätze, unter anderem ImmoScout24. Aufgrund einer jeweils veränderten Struktur der einzelnen Unternehmen der Scout24-Gruppe können keine vergleichbaren gruppenweiten Zahlen geliefert werden.

Folgende Daten wurden uns dennoch für die Plattform ImmoScout24 mit durchschnittlich rund 500 Mitarbeitern im betreffenden Zeitfenster mitgeteilt:

2010: 1,6 % | 2015: 2,3 % | 2020: 1,3 %

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Das Unternehmen erfüllt aktuell zwar nur die gesetzlich vorgeschriebenen Aspekte, ist aber zukünftig für Vorschläge der Mitarbeiter offen.

Scout24 arbeitet eng mit dem Berliner Verein Sozialhelden zusammen und stellt ihm Räumlichkeiten, Infrastruktur und technisches Know-how zur Verfügung. 2021 wurde in Zusammenarbeit mit dem Verein ein Aktionstag zu Themen wie „Arbeit und Behinderung“, „Behinderung in Sprache und Bildsprache“ sowie „Barrierefreiheit“ für die Mitarbeiter und Vereinsexperten veranstaltet. Damit sollte das Bewusstsein für Inklusion geschärft werden.

Das Unternehmen ist für Bewerbungen von allen offen. In Ausschreibungen ist vermerkt, dass sich Interessenten mit Behinderung in der Auswahlphase an einen internen Inklusionsbeauftragten wenden können.

Diese Unternehmen blieben uns eine Antwort schuldig


Entweder ignorierte die Presseabteilung unsere Anfrage komplett, oder die Rückmeldung kam trotz Zusage der Bearbeitung niemals an – von diesen Unternehmen erhielt ROLLINGPLANET keinerlei Informationen:

  • AIXTRON
  • Aroundtown SA
  • Bechtle
  • Brenntag
  • CANCOM
  • Carl Zeiss Meditec
  • CompuGroup Medical
  • CTS Eventim
  • Dürr
  • Evonik
  • EVOTEC
  • freenet
  • FUCHS PETROLUB
  • GEA
  • Gerresheimer
  • HUGO BOSS
  • KION GROUP
  • Knorr-Bremse
  • LANXESS
  • MorphoSys
  • OSRAM
  • ProSiebenSat.1 Media
  • Qiagen
  • RATIONAL
  • Rheinmetall
  • Shop Apotheke Europe
  • Siemens Energy
  • Ströer
  • TAG Immobilien
  • Telefónica Deutschland
  • Uniper
  • United Internet
  • Varta
  • WACKER CHEMIE

Diese Unternehmen waren zum Zeitpunkt unserer Anfrage noch nicht im MDAX vertreten


  • AUTO1 Group

Teil 3 und Schluss: So sieht es bei den SDAX-Unternehmen aus. Warum ein ganz bestimmtes Unternehmen die Quote nicht erfüllen muss.

(RP)

Veröffentlicht auf

ROLLINGPLANET ist seit 2021 Deutschlands Onlinemagazin für Menschen mit Behinderung und alle anderen. ROLLINGPLANET ist ein Non-Profit-Projekt, realisiert vom Verein Menschen, Medien und Inklusion e.V., München. Mehr über unser Team erfahren Sie hier.

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