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Ausland

Weder Klima noch Barrierefreiheit prima: UN-Konferenz lässt israelische Ministerin im Rollstuhl herumirren

Die Veranstalter leisten sich einen peinlichen Vorfall auf hoher politischer Ebene – doch für den britischen Umweltminister liegt die Schuld bei jemand anderem.

Karine Elharrar sitzt im E-Rollstuhl. Sie befindet sich in einem Gebäude. Auf der Tapete im Hintergrund sieht man eine grafisch dargestellte Halbkugel der Erde.
Erst mit einem Tag Verspätung konnte die israelische Energieministerin Elharrar doch noch an der Konferenz teilnehmen. (Foto: Alberto Pezzali/PA Wire/dpa)

Barrierefreiheit sollte selbstverständlich sein, und wenn das nicht der Fall ist, ist das Opfer ja eigentlich selbst schuld – was das Ärgernis dann noch ein weiteres Stück größer macht. Viele Menschen mit Behinderung kennen diese Situation. Diese Erfahrung hat nun auch Karine Elharrar gemacht.

Die israelische Energieministerin hat nach eigenen Angaben aufgrund fehlender Barrierefreiheit zunächst nicht an der Weltklimakonferenz teilnehmen können. Die Politiker hat Muskeldystrophie und bewegt sich mit einem E-Rollstuhl fort.

„Es ist traurig, dass die UN, die Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen fördert, sich im Jahr 2021 nicht um Barrierefreiheit bei ihren Veranstaltungen kümmern“,

schrieb Elharrar am Montagabend auf Twitter.

Laut Medienberichten versuchte die Ministerin am Montag erfolglos, über mehrere Eingänge in das entscheidende Gebäude zu kommen. Die Organisatoren hätten der Ministerin zudem die Fahrt mit einem Shuttle angeboten, das allerdings auch keinen rollstuhlgerechten Zugang gehabt habe. Elharrar habe zwei Stunden draußen gewartet und sei dann wieder in ihr Hotel zurückgekehrt.

Umweltminister schiebt Verantwortung ab

Der britische Botschafter in Israel, Neil Wigan, entschuldigte sich bei der Politikerin und zeigte sich verstört über den Vorfall. „Wir wollen eine Weltklimakonferenz, die einladend und inklusiv für jeden ist“, schrieb er auf Twitter.

Großbritanniens Umweltminister George Eustice bedauerte den Vorfall ebenfalls. Er machte aber auch mangelnde Kommunikation von israelischer Seite dafür verantwortlich.

„Was normalerweise in dieser Situation passieren würde, ist dass Israel uns über diese besondere Anforderung für ihre Ministerin informiert hätte“,

so Eustice im BBC-Radio. Eine Stellungnahme der Veranstalter gab es zunächst nicht.

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Elharrar traf am Dienstag gemeinsam mit Israels Ministerpräsident Naftali Bennett bei der Konferenz ein. Auf einem Video zwar zu sehen, wie die Ministerin in ihrem elektrischen Rollstuhl an der Seite des Regierungschefs über einen ebenerdigen Zugang in das Konferenzzentrum fuhr. Ob es sich dabei um dasselbe Gebäude handelte, in das die Ministerin am Montag vergeblich versucht hatte, zu gelangen, war nicht ersichtlich.

(RP/dpa)

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