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Verena Bentele zur DOSB-Vizepräsidentin gewählt

Wie die 12-fache Paralympicssiegerin dabei helfen will, beim Deutschen Olympischen Sportbund die „Kultur der Angst“ zu beseitigen.

Gruppenfoto des neuen DOSB-Präsidiums. Alle tragen eine Maske.
Das neue Präsidium des DOSB (v.re.): Kerstin Holze, Stephan Mayer, Verena Bentele, Thomas Weikert, Oliver Stegemann, Fabienne Königstein, Stefan Raid; auf dem Foto fehlen Miriam Welte und Britta Heidemann (Foto: dpa)

Thomas Weikert ist am Samstag mit großer Mehrheit zum Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) gewählt worden. Der Jurist aus Hessen setzte sich am Samstag bei der Mitgliederversammlung des Dachverbandes in Weimar gegen Claudia Bokel, Präsidentin des Deutschen Fechter-Bundes, durch. Weikert erhielt in geheimer Abstimmung 361 der 417 möglichen Stimmen (das sind 86,6 Prozent) der anwesenden Delegierten.

Weikert beginnt seine erste Amtszeit mit einem Wunschpräsidium. Miriam Welte, die Olympiasiegerin im Bahnradfahren und Vizepräsidentin des Landessportbundes Rheinland-Pfalz, erhielt 377 Stimmen. Für Verena Bentele gab es 352 Stimmen, auch die Kinderärztin Kerstin Holze (Vorstand Stiftung Kinderturnen/249) gehört zum Team. Wohl auch zur eigenen Überraschung wurde Oliver Stegemann (Präsident Sportakrobatik/228) mit einem überzeugenden Resultat gewählt.

Offenheit, Vertrauen, Mut

Die 39-jährige Bentele, die von Geburt an blind ist, war eine herausragende Biathletin und Skilangläuferin. Von Januar 2014 bis Mai 2018 war sie die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, seit Mai 2018 leitet sie den VdK. ROLLINGPLANET schrieb vor einigen Tagen: „Nach ROLLINGPLANET-Einschätzung ist es so gut wie sicher, dass Bentele – eine von sieben Kandidatinnen und Kandidaten für fünf Vize-Posten – in den Vorstand rücken wird.“

Im Zuge der Affäre um einen anonymen Brief von Mitarbeiterinnen, die darin eine „Kultur der Angst“ im DOSB beklagten, war die Führungsriege komplett neu gewählt worden. Die drei bisherigen Vizepräsidentinnen Gudrun Doll-Tepper, Petra Tzschoppe und Uschi Schmitz waren mit ihren Kandidaturen nicht erfolgreich.

Nach ihrer Wahl betonte Bentele: „Für große Offenheit, Vertrauen und Mut zu stehen, dass finde ich wirklich entscheidend. Dass man mit den Sportlerinnen und Sportlern, den Verbänden und Gruppen in Deutschland, aber natürlich auch mit den DOSB-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Gespräch sucht und sich anhört, wo auch deren Sorgen, Ängste und Nöte sind. Damit man dann gemeinsam Wege suchen kann, um den Sport in Deutschland nach vorne zu bringen.“

(RP)

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