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„United in Dreams“ – Inklusionsprojekt für den Rennsportnachwuchs vorgestellt

Bereits 2022 sollen sich Jugendliche mit und ohne Behinderung dank speziellen Lenksystemen im Kart-Slalom messen können.

Letztes Briefing bevor es losgeht: Swen Lang von Schaeffler Paravan coacht die querschnittsgelähmte, ehemalige Extremsportlerin Michaela Benthaus vor Ihrer ersten Fahrt im inklusiven Kart. Für sie ist es das erste Mal mit Joystick.
Letztes Briefing bevor es losgeht: Swen Lang von Schaeffler Paravan coacht die querschnittsgelähmte, ehemalige Extremsportlerin Michaela Benthaus vor Ihrer ersten Fahrt im inklusiven Kart. Für sie ist es das erste Mal mit Joystick. (Foto: Schaeffler Paravan)

Der Deutsche Motor Sport Bund geht in Kooperation mit x4in, PARAVAN und Schaeffler Paravan einen neuen, inklusiven Weg. Am Samstag wurde das Inklusionsprojekt „United in Dreams“ im Rahmen von FIA Girls on Track beim BMW i Berlin E-Prix 2021 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Das Projekt ermögliche zukünftig Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung die Teilnahme an der beliebten und weitverbreiteten Einstiegsdisziplin Kart-Slalom. Die Initiative soll den gegenseitigen Umgang und das Kennenlernen der Kinder und Jugendlichen fördern, den Gedanken der selbstbestimmten, gleichberechtigten Teilhabe schon früh im Bewusstsein der jungen Menschen verankern, Berührungsängste nehmen und Kinder und Jugendliche mit Behinderungen in unserer Gesellschaft stärken. Dazu ermögliche die Technologie Space Drive von Schaeffler Paravan einen inklusiven und fairen sportlichen Wettbewerb. Seit September 2020 wird das Projekt unter anderem von der Stiftung „Aktion Mensch” gefördert.

„Bei diesem Projekt arbeiten erfahrene und starke Partner zusammen, um Motorsport auch für Menschen mit Behinderung erlebbar zu machen und ein inklusives Netzwerk aufzubauen“,

sagt DMSB-Präsident Wolfgang Wagner-Sachs.

„Im Idealfall soll dabei in Zukunft im sportlichen Wettbewerb Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderungen gewährleistet werden. Die Einstiegsdisziplin Kart-Slalom ist dafür ideal.”

Innovative E-Karts ermöglichen inklusiven Motorsport

Schaeffler Paravan hat im vergangenen Jahr ein E-Kart behindertengerecht umgebaut – mit maximaler Flexibilität und Anpassbarkeit. Das Elektrofahrzeug ist mit der „Drive-by-Wire“-Technologie Space Drive ausgestattet. Gesteuert wird das E-Kart mit verschiedenen Eingabegeräten, je nach Einschränkung des Piloten: Der Fahrer kann das für den Slalom-Kart-Sport konzipierte Elektromobil per 2- oder 4-Wegejoystick steuern, mit einem Gas-Bremsschieber oder mit einer Force-Feedback-Lenkeinheit.

Hoher Besuch: Auch FIA-Präsident Jean Todt informiert sich über das inklusive E-Kart-Projekt.

Hoher Besuch: Auch FIA-Präsident Jean Todt informiert sich über das inklusive E-Kart-Projekt. (Foto: Schaeffler Paravan)

Damit können zum Beispiel Menschen fahren, die zu wenig Kraft aufbringen können, um die herkömmliche Kart-Lenkung zu bedienen. Dabei werden die Fahr- und Lenkbefehle ohne direkte mechanische Verbindung elektrisch übertragen. Das Space Drive System bietet Kindern und Jugendlichen mit körperlichen Einschränkungen die Möglichkeit, ohne Lenkrad und Pedale im sportlichen Wettbewerb gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen ohne körperliche Behinderung anzutreten.

„Die gemeinsame Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist für Kinder und Jugendliche, aber auch für die Familien im Alltag, enorm wichtig. Dafür haben wir mit unseren individuell anpassbaren und skalierbaren Systemen eine wichtige Grundlage geschaffen“,

sagt Roland Arnold, Gründer von PARAVAN.

Auch der ehemalige Motorsport-Chef von Mercedes, Norbert Haug, setzt sich für das Inklusionsprojekt im Motorsport ein:

„Inklusion ist ein Begriff, der viel mehr und viel Wichtigeres bedeutet als ein einziges Wort beschreiben kann. Mit der hier beschrieben Aktivität werden vergleichbare Voraussetzungen geschaffen, was zu gegenseitigem Verständnis, gemeinsamen Lernen, gemeinsamer Freude und individuell empfundener Lebensqualität führen wird. Ich unterstütze diese Pläne und deren Umsetzung voller Überzeugung, wo immer ich kann und ich würde mich mit den Initiatoren sehr freuen, wenn Sie diese Aktivität unterstützen würden – finanziell oder mit Taten.“

Bereits im kommenden Jahr sollen inklusive Trainings- und Sichtungsveranstaltungen durchgeführt und eine eigene E-Kart-Klasse im Kart-Slalom für beeinträchtigte Kinder und Jugendliche eingeführt werden. Darüber hinaus ist neben der inklusiven Ausrichtung der dmsj (Deutsche Kart-Slalom-Meisterschaft) auch der Einsatz inklusiver E-Karts für Vereine im Breitensport geplant.

(RP/PM)

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