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Über ein Drittel der Parkflächen in Deutschland sind nicht barrierefrei

Der Autoclub ACE hat 2.653 Parkplätze unter die Lupe genommen. In die Bewertung eingeflossen sind insgesamt 15 Kriterien. Das Ergebnis ist insbesondere für Rollstuhlfahrer ernüchternd.

Eine sechsköpfige Gruppe, darunter eine Rollstuhlfahrerin und ein E-Rollstuhlfahrer, diksutieren in einer Tiefgarage. An der Wand sieht man ein Schild „Einbahnstraße“.
Diskussion am Or: Was ist bereits gut gelöst? Wo muss nachgebessert werden? (Foto: ACE)

Im Rahmen der 16. Clubinitiative des ACE wurde in diesem Jahr die Barrierefreiheit von Deutschlands Parkhäusern und -plätzen getestet. Unter dem Motto „Barrierefrei besser ankommen!“ haben die rund 800 Ehrenamtlichen des zweitgrößten Auto Clubs Deutschlands in den vergangenen Monaten insgesamt 2.653 Parkplätze für Menschen mit speziellen Anforderungen unter die Lupe genommen. In die Bewertung eingeflossen sind insgesamt 15 Kriterien wie die Größe und Kennzeichnung der Parkflächen, aber auch die Erreichbarkeit der Kassenautomaten, die Möglichkeit zum barrierefreien E-Laden und die Beleuchtung der Parkplätze.

Deutschlandweit sind mit 36 Prozent über ein Drittel der untersuchten Parkplätze als nicht barrierefrei durchgefallen. Knapp 40 Prozent erhielten die Note gut, während 24 Prozent der getesteten Parkflächen mit sehr gut abschnitten. Spitzenreiter in Bezug auf die Barrierefreiheit ist Sachsen – hier wurden sogar 62 Prozent der Parkplätze mit dem Testurteil „sehr gut“ ausgezeichnet. In Hessen hingegen, wo mit 664 in Summe die meisten Parkplätze getestet wurden, fielen mit 52 Prozent über Hälfte in Sachen Barrierefreiheit durch. Bei den bundesweiten Parkplatzchecks wurden insgesamt über 2.600 Parkflächen in 430 Parkhäusern untersucht.

Der ACE-Vorsitzende Stefan Heimlich erläutert:

„Mit unserer Aktion haben wir die alltäglichen Verkehrsräume für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ins Visier genommen, um wachzurütteln und wenn notwendig Barrieren zu beseitigen. Wir freuen uns, dass unsere Parkplatz-Checks der überwiegenden Mehrheit der Parkhäuser die Barrierefreiheit bescheinigen konnten. Aber auch mit den Betreibern der Parkhäuser mit mangelnder Barrierefreiheit sind wir vor Ort in den Dialog getreten, um Nachbesserungen voranzutreiben. Barrierefreie Orte ermöglichen nicht nur Menschen im Rollstuhl, sondern auch Eltern mit Kinderwagen und Älteren mit Gehhilfen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Denn Menschen sind nie Barrieren, es sind die Orte, die Barrieren darstellen.“

Eltern-Kind-Parkplätze nur bei 46 Prozent der Tests vorhanden

Nicht funktionierende Fahrstühle, Bordsteine oder Platzmangel können nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern auch Eltern mit Kinderwagen oder Jugendliche mit Gipsfuß vor ungeahnte Herausforderungen stellen. Bei den ACE-Parkplatzchecks verfügten nur 46 Prozent der untersuchten Parkhäuser über ausgewiesene Eltern-Kind-Parkplätze. Vorbildich schnitt in dieser Kategorie mit 80 Prozent Thüringen ab, dicht gefolgt mit je 75 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg.

Nachholbedarf bei barrierefreiem Laden

Wer auf Barrierefreiheit angewiesen ist und ein E-Auto fährt und laden will, hat vor allem in Hamburg gute Karten: Alle untersuchten Parkhäuser verfügten auch über barrierefrei zugängliche Ladesäulen. In Niedersachsen wiesen immerhin noch 43 Prozent der getesteten Parkhäuser barrierefreie Ladeplätze für E-Autos auf, in Thüringen waren es 40 Prozent und in Sachsen 38 Prozent. In allen anderen Bundesländern offenbart sich ein deutlicher Nachholbedarf: Die Verfügbarkeit dieser speziellen Parkplätze rangiert in den übrigen Ländern zwischen 11 und 32 Prozent. (Siehe dazu auch den ROLLINGPLANET-Bericht „Inklusionsaktivisten mit Behinderung wollen Infrastruktur für E-Ladesäulen vorantreiben”.)

Grafiken und alle Ergebnisse der Parkplatzchecks nach Bundesländern sortiert sind unter folgendem Link zu finden: www.ace-clubinitiative.de/ergebnisse

(RP/PM)

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