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Thuringia Bulls mit Ausrufezeichen gegen RSV Lahn-Dill

Im Spitzenspiel der Rollstuhlbasketball-Bundesliga verlieren die Mittelhessen die Tabellenführung. Bei den Gastgebern überzeugen vor allem zwei Spieler.

Artistisch erzielt Brian Bell (#8) für Lahn-Dill zwei Punkte, links Jens Eike Albrecht (#12), rechts Vahid Gholomazad (#7). (Foto: Andreas Joneck)
Artistisch erzielt Brian Bell (#8) für Lahn-Dill zwei Punkte, links Jens Eike Albrecht (#12), rechts Vahid Gholomazad (#7). (Foto: Andreas Joneck)

Der RSV Lahn-Dill ist als Tabellenführer zum Spitzenspiel nach Thüringen angereist, musste jedoch nach 40 mehrheitlich enttäuschenden Spielminuten den Platz an der Sonne den Hausherren überlassen. Am Ende jubelten die Thuringia Bulls nicht nur über einen 82:68-Heimsieg (23:19/45:35/63:51) gegen die Mittelhessen, sondern auch über den damit gewonnenen direkten Vergleich, der sie nun auf Rang eins katapultiert.

Das Gipfeltreffen in der RBBL geriet für die Wetzlarer, die das Hinspiel Ende Oktober noch mit 71:69 für sich entscheiden konnten, zu einer klaren Enttäuschung. Zwar hatte US-Paralympicssieger Brian Bell in Elxleben einen sehr starken Auftritt, doch die Dominatoren auf dem Parkett hießen am Ende zweifelsfrei Aliaksandr Halouski und Vahid Gholomazad. Die beiden Bulls-Center erzielten zusammen nicht nur 49 Punkte, sondern griffen sich auch 23 der insgesamt 32 Rebounds ihrer Mannschaft ab. Dabei war der RSV Lahn-Dill in den rein statistischen Werten den Bulls in fast allen Belangen nahezu ebenbürtig, aber eben nur in fast allen. Von der Dreipunktelinie fand bei den Hessen jedoch nur einer von insgesamt 16 Versuchen sein Ziel und dies war eindeutig zu wenig, um die Hausherren defensiv in größeren Handlungsbedarf zu versetzen.

Verdienter Sieg der Thuringia Bulls

Zu Beginn der Partie entwickelte sich zunächst ein ausgeglichenes Spitzenspiel, bei dem die Gäste zwar einen frühen 2:6-Rückstand (2.) kassierten, aber nach dem einzigen Dreier von Hiroaki Kozai zum 9:8 (4.) oder Bells Treffer aus der Mitteldistanz zum 17:16 (8.) auch selbst die Nase mehrmals vorne hatten. Doch ein viertelübergreifender 4:11-Lauf und zwei bittere Dreier vom überragenden Nationalspieler Halouski kurz vor der Halbzeitsirene, spiegelten erstmals an diesem Tag auch auf der Anzeigentafel die Überlegenheit der Thüringer wider.

Nach dem Seitenwechsel stand zwar nun die Defensive der Mittelhessen etwas besser, doch immer wenn sich der RSV Lahn-Dill anschickte, den Rückstand aus den ersten beiden Spielvierteln deutlich zu verkürzen, schlugen die Bulls selbstbewusst zurück. Nach einem solchen 2:12-Lauf zum 45:61 (28.) und einem weiteren dieser Art von 58:67 (33.) zum 58:74 (36.) war das Spitzenspiel letztendlich vorzeitig entschieden, obwohl der Wille beim Gast das Ergebnis zu verbessern bis zur Schlusssirene offenkundig war und sich im späteren Endresultat auch niederschlug. Dennoch muss der RSV nüchtern attestieren, dass der Erfolg der Thuringia Bulls an diesem Tag ebenso verdient war, wie die eigene klare Niederlage.

Vieles spricht für Thüringen

„Thüringen war heute die klar bessere Mannschaft, da gibt es nichts zu deuten. Das einzig Positive an diesem Samstag ist, dass wir unsere Baustellen schonungslos aufgezeigt bekommen haben und nun daran arbeiten können“,

so Cheftrainerin Janet Zeltinger nach der Niederlage. Zunächst bleibt für die Mittelhessen jedoch nur die Erkenntnis, dass an diesem 15. Spieltag noch keine Titel vergeben wurden und auch im vergangenen Jahr das Meisterschaftsrennen nicht an das Team ging, das nach der Hauptrunde auf Platz eins lag. Um diese Statistik jedoch auch 2021/2022 zu belegen, muss sich der RSV Lahn-Dill gegenüber diesem Spitzenspiel aber deutlich steigern.

Neben den genannten Brian Bell und Hiroaki Kozai, konnte beim RSV Lahn-Dill aber auch der Brite Simon Brown gefallen, während auf der Gegenseite auch die Routiniers Joakim Linden und André Bienek wichtige Impulse beisteuern konnten. Die Thuringia Bulls müssen nun am kommenden Wochenende in Köln ihre neu erworbene Tabellenführung verteidigen, die Lahn-Diller hingegen ihre Wunden lecken, um sich am kommenden Samstag vor eigenem Publikum gegen die Dolphins aus Trier rehabilitieren zu können.

Thüringen: Aliaksandr Halouski (25/3 Dreier), Vahid Gholomazad (24), Joakim Linden (13), André Bienek (12), Karlis Podnieks (4), Jens Eike Albrecht (2), Jordi Ruiz (2), Dylan Fischbach, Hubert Hager, Marie Kier, Jitske Visser.

Lahn-Dill: Brian Bell (22), Hiroaki Kozai (15/1), Simon Brown (8), Reo Fujimoto (8), Thomas Böhme (7), Jannik Blair (2), Dominik Mosler (2), Catharina Weiß (2), Quinten Zantinge (2), Mark Beissert (n.e.), Peyman Mizan (n.e.).

(RP/aj)

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