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Teherans Friedhof baut vierstöckige Gräber für Corona-Tote

Impfkampagne kommt nur schleppend voran: Die Zahl der Todesopfer steigt rasant und erreicht einen neuen Rekord.

Angehörige nehmen Abschied auf dem Zentralfriedhof in Teheran.
Angehörige nehmen Abschied auf dem Zentralfriedhof in Teheran. (Foto: Ebrahim Noroozi/AP/dpa)

Auf dem Zentralfriedhof der iranischen Hauptstadt Teheran sind Berichten zufolge vierstöckige Gräber angelegt worden, um die vielen Corona-Toten beerdigen zu können. Hintergrund sind die rasant ansteigenden Zahlen von Todesopfern in Verbindung mit dem Coronavirus. Die Teheraner Stadtverwaltung und der Friedhof haben auf die Berichte vom Donnerstag noch nicht reagiert. Ein ehrenhaftes Begräbnis ist den Menschen im Iran besonders wichtig. Daher bleibt abzuwarten, wie sie auf die vierstöckigen Gräber reagieren werden.

Der Zentralfriedhof Behescht Sahra registrierte am Dienstag einen Rekord an Todesfällen. „Wir hatten 350 Tote, unter ihnen 150 Corona-Opfer … so viele Tote an einem Tag hatten wir in den letzten 50 Jahren nicht“, sagte der Friedhofsleiter der Nachrichtenagentur Ilna. Außerdem gab die Teheraner Stadtverwaltung bekannt, dass die Leichenhallen auf dem Zentralfriedhof schon bald nicht mehr ausreichten, um die vielen Corona-Toten aufzubewahren. In Teheran leben rund 13 Millionen Menschen.

Eigene Impfstoffe noch in der Testphase

In den letzten 24 Stunden registrierte das Gesundheitsministerium landesweit über 450 Corona-Tote. Im gleichen Zeitraum wurden über 24.000 Neuinfektionen erfasst. Damit liegt seit Ausbruch der Pandemie im Februar 2020 die Gesamtzahl der Corona-Toten im Iran bei über 68 000, die der mit dem Virus infizierten bei mehr als 2,3 Millionen.

Die Impfkampagne im Iran läuft sehr schleppend an. Das Land steckt vor allem wegen der US-Sanktionen in einer Wirtschaftskrise. Daher konnten bis jetzt auch gerade mal knapp über zwei Millionen Dosen Impfstoffe aus China, Russland und Indien eingeführt werden. Priorität beim Impfen haben vorerst Ärzte, Pflegepersonal, Menschen in Seniorenheimen sowie Müllabfuhr-Mitarbeiter. Das Land produziert auch eigene Impfstoffe, die aber sind noch in der Testphase. Massenimpfungen sind für Mitte September geplant.

(RP/dpa)

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