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Gesellschaft & Politik

Taxis sollen teurer werden für Rollstuhlfahrer/innen

Saftige Aufschläge – Kommunen erwägen skandalöse Erhöhungen. Lassen sich die Pläne noch stoppen?

Wartende Taxis
Die Beförderung von Rollstuhlfahrern soll in Niedersachsen teurer werden. (Foto: Shutterstock) Shutterstock)

Der in mehreren Kommunen geplante Taxi-Aufpreis für Rollstuhlfahrer stößt einem Bericht zufolge bei Niedersachsens Sozialministerin Daniela Behrens (SPD) auf Kritik. „Durch Sonderzuschläge werden jenen, die ohnehin finanziell besonders belastet sind, zusätzliche Kosten aufgebürdet und eine gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft verwehrt“, zitiert der Bremer „Weser-Kurier“ (Samstag) Behrens in einem Brief an ihren Kabinettskollegen, Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU).

Dies stehe im offenen Widerspruch zur Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen, schrieb Behrens der Zeitung zufolge. Demnach müssten Menschen mit Behinderungen selbstbestimmt und gleichberechtigt mit anderen „zu erschwinglichen Kosten“ mobil sein können. „Denn Mobilität ist eine unabdingbare Voraussetzung für Inklusion und Partizipation.“

Sieben Euro Rollstuhlaufschlag

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen hatte Anfang der Woche mitgeteilt, dass mehrere Kommunen in Niedersachsen wegen gestiegener Preise neue Gebührenordnungen für Taxifahrten beschließen. Demnach sollen etwa in den Landkreisen Rotenburg, Osterholz und Verden ab Mitte August Menschen, die in ihrem Rollstuhl sitzend transportiert werden, einen Aufschlag von sieben Euro zahlen.

Die Branche rechtfertigt die Aufschläge mit einem Mehraufwand. Etwa brauche es speziell geschulte Fahrer für den Transport behinderter Fahrgäste. Zudem koste die Umrüstung von Taxen mit einer Rampe bis zu 10.000 Euro, sagte der Bezirksgeschäftsführer des Gesamtverbands Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN), Harald Gast, dem „Weser-Kurier“. „Wir sind nicht gemeinnützig, wir können das nicht umsonst machen.“ Der Verband zeigt sich dem Bericht zufolge aber offen für eine Kompensation, etwa durch Subventionen für Taxi-Umrüstungen.

(RP/dpa/lni)

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5 Kommentare

5 Comments

  1. Melanie Samsel

    4. September 2022 um 21:16

    Danke für den Artikel! Meine Mutter muss leider häufiger eine Rollstuhlfahrt bei Taxiunternehmen in Anspruch nehmen. Daher finde ich es sehr schade, dass die Preise dafür erhöht werden. Auch wenn ich das Argument mit dem Mehraufwand verstehe, sollten jedoch nicht die Rollstuhlfahrer/innen darunter leiden!

  2. Rolf Schuleis

    15. September 2022 um 19:12

    Naja, aber Rollstuhlfahrer sind ja nicht so viel unterwegs oder? Und das ist ja schon ein Mehrafufwand, wenn ich das mit den Rampen im Bus sehe.

  3. Christine

    24. Oktober 2022 um 20:04

    Die gestiegene Preise nehmen uns alle mit. Die letzten Wochen waren echt nicht leicht. Deshalb macht es Sinn, neue Gebührenordnungen für Taxifahrten umzusetzen.

  4. Will Niemer

    28. Dezember 2022 um 13:29

    Vielen Dank für diesen Beitrag zum Thema Taxi. Ein Freund von mir sitzt im Rollstuhl. Ich finde es schade, dass es diesen Menschen mit erhöhten Preisen noch schwerer gemacht wird.

  5. Martin

    19. Dezember 2023 um 9:03

    Diese geplante Taxierhöhung für Rollstuhlfahrer wirft ernsthafte Fragen auf. Zwar ist es verständlich, dass spezielle Fahrzeuge für den Transport von Rollstuhlfahrern teurer sind, aber das sollte nicht auf die Betroffenen abgewälzt werden. Bei Krankenfahrten mag ein Zuschlag gerechtfertigt sein, aber für alltägliche Fahrten scheint es unfair. Es ist wichtig, dass Mobilität für alle Menschen erschwinglich bleibt, unabhängig von ihren körperlichen Einschränkungen.

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