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Gesundheit & Medizin

Sterbefälle im November mehr als 20 Prozent über dem Durchschnitt

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht bundesweite Zahlen, welche Fachleute vor ein Rätsel stellen – denn die Corona-Erkrankungen erklären nur einen Teil der Ergebnisse.

Lothar Wieler
Lothar Wieler ist Präsident des Robert-Koch-Instituts. Die vom RKI gemeldeten Corona-Todesfälle erklären nur einen Teil der Übersterblichkeit. (Foto: Kay Nietfeld/dpa)

Im November sind in Deutschland 20 Prozent mehr Menschen gestorben als im Mittel der Jahre 2017 bis 2020 für diesen Monat. Das geht aus einer Sonderauswertung der vorläufigen Sterbefallzahlen hervor, die das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden veröffentlichte.

Ein Vergleich der Sterbefälle mit der Zahl der beim Robert Koch-Institut gemeldeten Covid-19-Todesfälle ist dem Amt zufolge nur bis einschließlich 21. November möglich. Die gesamten Sterbefallzahlen lagen in der betreffenden Woche 23 Prozent über dem Schnitt. Die beim RKI gemeldeten Covid-Toten erklären dem Amt zufolge den Anstieg nur zum Teil.

Verschobene Operationen, Ausfall der Grippewelle oder unbekannte Covid-19-Todesfälle?

„Für den dadurch nicht erklärbaren Anstieg der Sterbefallzahlen sind mehrere Ursachen denkbar“, schreiben die Statistiker: So könnten unerkannte Covid-19-Todesfälle eine Rolle spielen; es könnten zeitliche Verschiebungen von Sterbefällen nach dem Ausfall der Grippewelle sein; oder es könnten die Folgen verschobener Operationen und Vorsorgeuntersuchungen sein. „Der Beitrag einzelner Effekte lässt sich allerdings derzeit nicht beziffern“, heißt es in Wiesbaden.

Auf Länderebene lassen sich die Sterbefallzahlen erst bis zur 45. Kalenderwoche (8. bis 14. November) abbilden. Am höchsten war die Abweichung in Thüringen (plus 43 Prozent), Sachsen (plus 37 Prozent) und Bayern (plus 30 Prozent). Lediglich in Bremen lagen die Sterbefallzahlen im Bereich des Vergleichswertes aus den Vorjahren.

„Die Befunde zur Übersterblichkeit sind damit in den Bundesländern am deutlichsten, in denen auch das Infektionsgeschehen in den vorangegangenen Wochen am höchsten war“,

teilen die Statistiker mit. In Thüringen, Sachsen und Bayern erklären die bislang beim RKI gemeldeten Covid-19-Todesfälle jedoch nur ungefähr die Hälfte des Anstiegs der Sterbefallzahlen in der 45. Kalenderwoche.

(RP/dpa)

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