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Gesellschaft & Politik

Solidarität mit der Ukraine und den tauben Geflüchteten

Wie der Deutsche Gehörlosen-Bund Opfern des Krieges helfen will. Ein erfahrener Experte wird die Aktion „Deaf Refugees – Deutschland“ koordinieren.

Taube Flüchtlinge Ukraine
Videokonferenz des Deutschen Gehörlosen-Bunds (DGB) am Samstag zur Lage in der Ukraine. Als Gast dabei (dritte Reihe von oben, mittiges Bild): Frau Cepcina, Präsidentin des Ukrainischen Gehörlosen-Bundes (UTOG), die über die derzeitige Kriegssituation und die Situation der Gehörlosen berichtete. (Screenshot: DGB)

ROLLINGPLANET dokumentiert die Erklärung des Deutschen Gehörlosen-Bunds (DGB).

Was seit dem 24. Februar passiert, schockt und erschüttert uns alle und die ganze Welt! Russland hat die Ukraine angegriffen. Ein schlimmer Angriff mit Bomben und Verwüstung. Die Folge ist nun, dass viele Menschen Schutz suchen und aus der Ukraine fliehen müssen. Viele fliehen über Polen weiter nach Deutschland. Darunter sind auch viele Gehörlose. Wir sind absolut gegen den Krieg, so wie viele Länder weltweit. Bei der letzten Vollversammlung der Vereinen Nationen (UN) haben ungefähr 140 von 190 Länder den Angriffskrieg verurteilt. Das zeigt, dass wir alle weltweit zusammenhalten und gemeinsam die Ukraine unterstützen wollen.

Wir vom Deutschen Gehörlosenbund (DGB) wollen vor allem die gehörlosen Geflüchteten unterstützen. Schon jetzt kommen immer mehr gehörlose Geflüchtete in Deutschland an. Das haben wir vom DGB zum Anlass genommen, untereinander zu beraten, wie wir helfen können. Eine wichtige Stütze für uns ist Umut Cucu. Er ist schon seit 2015 bei der Flüchtlingshilfe aus Syrien aktiv und verfügt über einen großen Erfahrungsschatz. Er ist nun der vom DGB beauftragte Koordinator für die ukrainische Flüchtlingshilfe. Gemeinsam mit ihm, weiteren Einzelpersonen und Organisationen haben wir das Team „Deaf Refugees – Deutschland“ gegründet. Innerhalb dieses Teams haben wir das weitere Vorgehen diskutiert und viele verschiedene Aufgabenbereiche eingerichtet: Gebärdensprachdolmetschende (Deutsche Gebärdensprache, Russische Gebärdensprache, Ukrainische Gebärdensprache), Helfer:innen, Öffentlichkeitsarbeit und vieles mehr. Informationen zu der Aufgabenverteilung werden folgen.

Ein wichtiger Bereich ist die Öffentlichkeitsarbeit und in dem Zusammenhang wurden von der Deutschen Gehörlosen-Jugend und dem Juteo-Team eine Homepage (www.deafrefugees.de) eingerichtet. Die Texte auf der Homepage sind auch in ukrainischer und russischer Sprache verfügbar. Gebärdensprachvideos werden auch folgen. Diese Homepage und Informationen über den Kanal Instagram (https://www.instagram.com/deafrefugees_de/) sind für die tauben Geflüchteten sehr wichtig. Wir vom DGB wollen auch ein Spendenkonto einrichten und werden euch nach Fertigstellung informieren. Auch welche weiteren Möglichkeiten es zur Unterstützung der Geflüchteten gibt. Die deutsche Gehörlosen- und Gebärdensprachgemeinschaft ruft auf, dass dieser sinnlose Krieg aufhört.

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Gebärdet von Dr. med. Ulrike Gotthardt, Präsidiumsmitglied und Helmut Vogel, Präsident

Warum Frau Cepcina in der Ukraine bleibt

Beim Austauschtreffen der Landes- und Fachverbände des Deutschen Gehörlosen-Bunds (DGB) am Samstag zur Lage in der Ukraine war Frau Cepcina, Präsidentin des Ukrainischen Gehörlosen-Bundes (UTOG) zu Gast (dritte Reihe von oben, mittiges Bild) und berichtete über die derzeitige Kriegssituation und wie die dortigen Gehörlosen davon betroffen sind.

Die Schilderungen waren für die anwesenden Vertreter*innen des DGB, der Deutschen Gehörlosen-Jugend, des VKGD und der Landesverbände sehr eindrücklich. Auf die Frage, warum sie noch bleibe, sagte Frau Cepcina: „Die Kapitänin verlässt als Letzte das Schiff.“

Nach diesem halbstündigen Gastvortrag wurde weiter besprochen, wie den in Deutschland ankommenden tauben Geflüchteten – unter Leitung des Koordinators für die tauben Geflüchteten aus der Ukraine, Umut Cucu – am besten geholfen werden kann und wie das Portal http://deafrefugees.de am effektivsten genutzt wird.

Zur Kontaktaufnahme mit DeafRefugees.de kann die Email-Adresse contact@deafrefugees.de benutzt werden. Das Team hat einen QR-Code eingerichtet, der mit dem Handy gescannt werden kann und zu einer Webseite mit verschiedenen Links und aktuellen Informationen führt.

(RP/PM)

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