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Gesundheit & Medizin

So verhindern Sie eine Schädelverformung bei Ihrem Baby

Säuglinge verbringen die größte Zeit des Tages liegend. Eltern tun deshalb gut daran, die Position der Kleinen immer mal wieder ändern. Ein Orthopäde gibt Tipps und erklärt, welche gesundheitlichen Folgen drohen.

Die Mutter dreht ihr Baby im Kinderbettchen.
Öfters einmal zur Seite drehen: Babys sollten nicht immer in derselben Position liegen. (Foto: Christin Klose/dpa-tm)

Wechselnde Kopfhaltungen beugen einer Verformung des Schädels bei Säuglingen vor. Deshalb sollten Eltern ihr Kleines, wenn es wach ist, immer wieder unter Aufsicht in Bauch- oder Seitenlage legen, rät die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU). Auch die Zeit nach dem regelmäßigen Windelwechsel lässt sich immer gut dazu nutzen.

Babys sollten nach Angaben der Fachgesellschaft zwar vorwiegend auf dem Rücken liegen. Wenn sie zu lange in derselben Position verharren, kann das aber eben auch dazu führen, dass sich der Schädel wegen der noch weichen Knochen verformt und der Hinterkopf platt wird.

Medizinisch sei das meist harmlos, beruhigt der Orthopäde und DGOU-Präsident Prof. Dieter C. Wirtz. Dennoch tun Eltern gut daran, den Säugling zu animieren, das Köpfchen regelmäßig zu drehen, so dass sich der Hinterkopf gewölbt ausprägt.

Und nicht nur der Hinterkopf kann abflachen. Auch einseitige, asymmetrische Verformungen des Schädels sind möglich, wenn das Kleine immer nur auf einer Seite liegt.

Tipps für Eltern

Was helfen kann, wenn eine Seite des Schädels schon abgeflacht scheint: Ein Mobile so am Kinderbett zu positionieren, dass es die Blickrichtung des Säuglings von der flachen Seite weglenkt.

Gleiches gilt, wenn das Kind im Elternbett liegt. Dann sollte sich das Elternteil so legen, dass sich der Säugling beim Drehen zu ihm von der abgeflachten Seite abwendet. Ansonsten gilt generell der Rat: Beidseitig stillen und mal von rechts und mal von links füttern.

Manchmal haben Säuglinge eine Lieblingsseite, auf die sie das Köpfchen immer wieder drehen. In diesem Fall ist es nach Angaben der Fachgesellschaft einen Versuch wert, das Köpfchen mit Handtuchrollen zu stabilisieren und behutsam für eine gewisse Zeit in die andere Richtung zu drehen.

Meist „nur“ ein kosmetisches Problem

Nur in Ausnahmefällen sind angeborene Fehlbildungen der Wirbelkörper oder ein sogenannter muskulärer Schiefhals laut DGOU die Ursache, wenn sich der Hinterkopf eines Säuglings abflacht. Sorgen, dass es aufgrund des ungleichmäßigen Kopfwachstums zu Störungen an den Kiefergelenken oder beim Sehen und Hören kommt, seien in der Regel unbegründet.

Meist sei es nur ein kosmetisches Problem, dass sich behandeln ließe – zum Beispiel mit Krankengymnastik oder Chirotherapie, aber auch mit Übungen für daheim. Eine Therapie mit einer Helmorthese wird laut der Fachgesellschaft nur in seltenen Fällen angewendet.

(RP/dpa)

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