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Rollstuhlbasketball: RSV Lahn-Dill ist mit den Fans im Rücken nicht zu stoppen

1.650 Zuschauer feiern im Topspiel gegen den Titelverteidiger RSB Thuringia Bulls einen überraschend hohen Heimsieg.

Op den Orth: Die Lufthoheit geht an Mendel Op den Orth (#4), der sich hier gegen v.l. Jordi Ruiz (#11), Aliaksnadr Halouski (#14) und Arie Twigt (#17) durchsetzt. (Foto: Armin Diekmann)

Gelöste Stimmung herrschte am Sonntagabend beim alten und neuen Tabellenführer der RBBL. Zuvor hatte der RSV Lahn-Dill vor prächtiger Kulisse von 1.650 Zuschauern in der Buderus Arena Wetzlar einen auch in dieser Höhe verdienten 84:64-Heimsieg (19:6/36:27/62:45) über den Deutschen Meister RSB Thuringia Bulls gefeiert. Die Hausherren präsentierten sich dabei von Beginn an ebenso konzentriert wie entschlossen, boten eine bärenstarke Mannschaftsleistung, aus der mit Mendel Op den Orth und Rose Hollermann zwei RSV-Akteure besonders hervorstachen.

Vor allem in den ersten Sekunden präsentierte sich die Mannschaft von Cheftrainerin Janet Zeltinger und ihres „Co“ wild entschlossen und ließ die Gäste aus Thüringen in deren Offensive kaum Raum zum Luftholen. Dabei präsentierte sich vor allem Mendel Op den Orth als Fels in der Brandung, an ihm kam mental wie athletisch unter dem RSV-Korb niemand vorbei. Und in der, in den Vorjahren oft zurecht kritisierten, Offensive lief es wie am Schnürchen. Matthias Güntner eröffnete den Reigen, der Niederländer Op den Orth erhöhte nach sehenswertem Spiel bereits in der vierten Minute auf 12:2, ehe Reo Fujimoto per Freiwurf das erste Viertel mit 19:6 abschloss. Und die Kulisse honorierte diesen Start mit einer begeisterten Atmosphäre.

Doch natürlich lässt ein Gegner wie die Thuringia Bulls ein solches Viertel nicht auf sich sitzen und so war klar, dass das Team von Trainer André Bienek zurückkommen würde. Dies passierte insbesondere in Person von Jordi Ruiz, der nun Verantwortung übernahm und aus der Mitteldistanz immer wieder für wichtige Körbe seiner Farben sorgte. Doch auch er schaffte es zunächst nicht den Abstand entscheidend zu verkürzen, zu konzentriert und abgezockt präsentierte sich der RSV zumindest bis zum 32:16 (7.) durch Rose Hollermann. Erst in den letzten drei Minuten vor der Halbzeitsirene passierte, was passieren musste, wenn die Heimmannschaft schon gedanklich in der Kabine ist. Durch einem 11:4-Endspurt der Bulls war der Vorsprung bis in den einstelligen Bereich zusammengeschmolzen und die 46-jährige kanadische Cheftrainerin auf der RSV-Bank hatte beim Halbzeittee einiges zu besprechen.

Eindeutige Statistik

Doch es sollten die einzigen drei Spielminuten eines Topspiels sein, in dem sich die Wetzlarer in den eigenen vier Wänden nicht top präsentierte. Zwar kamen die Gäste aus Thüringen nach dem Seitenwechsel noch bis auf 40:33 (22.) heran, doch dann rollte der RSV-Express an diesem Tag wieder. Vor allem mental war der Mannschaft anzumerken, dass sie sich unter keinen Umständen mehr die Butter vom Brot nehmen lassen wollte. Mit einer offensiven wie defensiven Präsenz erzwang der RSV Lahn-Dill spätestens beim 60:41 (29.) die Vorentscheidung zu eigenen Gunsten. Diesem Treffer ließ US-Girl Rose Hollermann im Schlussviertel weitere zehn Punkte folgen und dokumentierte damit den Unterschied an diesem Tag. Knapp 82 Prozent ihrer Würfe fanden ihr Ziel in der Bulls-Reuse, unter dem Strich starke 20 Zähler. Hinzukam ein Mendel Op den Orth, der neben 24 Punkten auch mit 18 Rebounds die Lufthoheit für sich beanspruchte. Matthias Güntner, der nach zwei frühen Fouls bereits in der dritten Minute auf die Bank musste, kam am Ende wie Quinten Zantinge auch noch auf eine zweistellige Punkteausbeute.

Auf der Gegenseite zauberten mit dem Spanier Jordi Ruiz, Nationalspieler Aliaksandr Halouski und dem Schweden Joakim Linden, gleich drei Bulls-Spieler einen sehr soliden Auftritt auf das Parkett der Buderus Arena in Wetzlar, doch dies reichte am sechsten Spieltag nicht dazu, einen fest entschlossenen RSV Lahn-Dill auf dem Weg zu seinem souveränen Heimerfolg entscheidend in Bedrängnis zu bringen. Auch die Statistik sprach am Ende eine klare Sprache zugunsten des deutschen Rekordmeisters aus Wetzlar. Mit 34 zu 27 gewann der RSV das wichtige Reboundverhältnis, dazu zeugten 30 Assists für die an den Tag gelegte Spielfreunde und zehn Steals für eine Defensive, die über fast 40 Minuten hoch konzentriert und aufmerksam agierte.

Für den RSV Lahn-Dill heißt es nun auf die Euphoriebremse zu treten, denn schon am kommenden Wochenende wartet mit dem Auswärtsspiel in Hannover die nächste große Herausforderung. Die Thuringia Bulls werden hingegen versuchen sich im Heimspiel gegen die Köln 99ers zu rehabilitieren.

Lahn-Dill: Mendel Op den Orth (24), Rose Hollermann (20), Matthias Güntner (18), Quinten Zantinge (10), Thomas Böhme (7/1 Dreier), Reo Fujimoto (3), Jannik Blair (2), Catharina Weiß, Mark Beissert (n.e.), Tomas Klein (n.e.), Peyman Mizan (n.e.).

Thüringen: Aliaksandr Halouski (16), Jordi Ruiz (16), Joakim Linden (14), Hubert Hager (10), Jens Eike Albrecht (4), Vahid Gholomazad (2), Arie Twigt (2), Marie Kier, Roman Wenzel (n.e.).

(RP/aj)

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