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RoboEYE: Tetraplegiker steuern Rollstuhl mit Blicken

Mehr Lebensqualität für Schwerbehinderte. Das auf der Düsseldorfer Rehacare gefeierte Partnerprojekt zweier italienischer Universitäten soll in Serie gehen.

Der elektrische Rollstuhl RoboEYE wird mit Blicken gesteuert.
Der elektrische Rollstuhl RoboEYE wird mit Blicken gesteuert. (Foto: Maule et al.)

Schwerbehinderte, die ihre Hände nicht zuverlässig benutzen können, sind mit dem Hightech-Rollstuhl „RoboEYE“ von Forschern der italienischen Universitäten Trient und Padua künftig dennoch in der Lage, sich autonom fortzubewegen: Die Patienten steuern ihn mit den Augen.

Blick auf den Monitor reicht

„Unser Ziel war es, ein innovatives, kostengünstiges und benutzerfreundliches Steuerungssystem für einen Elektrorollstuhl auf der Grundlage von Augenbewegungen zu entwickeln, mit dem sich Benutzer mit schweren motorischen Behinderungen leicht und autonom bewegen können“,

so Alessandro Luchetti und Luca Maule, die den Rollstuhl entwickelt haben.

An der Vorderseite des Rollstuhls ist eine 3D-Kamera befestigt, die das Gelände scannt, welches sich vor dem Fortbewegungsmittel befindet. Das Bild wird simultan auf ein großes Display übertragen, auf welchem das gewünschte Ziel ausgewählt wird – Hindernisse muss der Nutzer mit Augenbewegungen „umkurven“. Dies funktioniert über einen Eyetracker, der die Daten an den Bord-Computer überträgt und Antrieb und Lenkung umsetzt. Ein Blick auf Icons am unteren Bildrand lässt das Gefährt anhalten, beschleunigen oder langsamer fahren.

Nächster Schritt: Serienreife

Getestet wurde der Rollstuhl mit Probanden in numerischen Simulationen. Es zeigte sich, dass das Gefährt sicher zu bedienen ist und zuverlässig den Augenbewegungen des Fahrers folgt. Der Rollstuhlhersteller Nuova Blandino und das auf Robotik spezialisierte Start-up Robosense entwickeln den Rollstuhl zur Serienreife, dessen Prototyp schon 2018 auf der Düsseldorfer Rehacare International, der Messe für Rehabilitation und Pflege, Aufsehen erregte.

„Unsere Lösung setzt Funktionen aus dem Bereich der mobilen Robotik ein“, heißt es bei Robosense. Diese wurden bisher unter anderem in autonomen Gabelstaplern und automatischen Analysegeräte für die Pharmaindustrie eingesetzt. Ziel sei es, die Bedienung so komfortabel wie möglich zu machen, um Schwerbehinderten mehr Lebensqualität zu bieten.

(RP/PM)

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