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Premiere für Pokaa, den Covid-Suchhund

Der Golden Retriever ist in einem französischen Altersheim im Einsatz, um Bewohner und Angestellte auf eine Infektion zu testen. Wie der Vierbeiner das Coronavirus erschnüffelt.

Hundeführerin Christelle Schreiber steht neben Pokaa.
Der Golden Retriever Pokaa ist der erste in Frankreich eingesetzte Covid-Spürhund. (Foto: Philipp von Ditfurth/dpa)

Erstmals ist in Frankreich ein speziell ausgebildeter Corona-Spürhund in einem Altersheim im Einsatz. Pokaa, ein zwei Jahre alter Golden Retriever, soll künftig regelmäßig Bewohner und Angestellte des elsässischen Heims auf eine Infektion mit dem Virus testen, wie die Ausbilder des Hundes vom Verein Handi’Chiens der Deutschen Presse-Agentur sagten. Pokaa kann dank einer vierwöchigen Zusatzausbildung an einer französischen Hochschule für Veterinärmedizin das sogenannte Spike-Protein des Coronavirus in Schweißproben erschnüffeln.

Dass Hunde in der Lage sind, mit ihrem ausgezeichneten Geruchssinn Corona-Infektionen aufzuspüren, ist wissenschaftlich belegt. Jüngst veröffentlichten etwa Forscher der Tierärztlichen Hochschule Hannover eine Studie zum Thema. Ergebnis: Spürhunde waren in der Lage, mehr als neun von zehn mit Corona infizierten Personen anhand von Schweißproben zu erkennen (91 Prozent). Zudem markierten sie nur selten Corona-negative Personen fälschlich als positiv. Wurde Urin zum Schnüffeln vorgelegt, waren die Ergebnisse noch besser. Auch eine Studie aus Großbritannien lieferte vielversprechende Erkenntnisse.

So funktioniert es: Proben von Bewohnern und Angestellten werden in Behälter gelegt. Schlägt Pokaa an, ist der Befund wahrscheinlich positiv.

So funktioniert es: Proben von Bewohnern und Angestellten werden in Behälter gelegt. Schlägt Pokaa an, ist der Befund wahrscheinlich positiv. (Foto: Philipp von Ditfurth/dpa)

Das Projekt an dem elsässischen Altersheim „La Roselière“ in Kunheim soll nach dem Willen des Vereins Handi’Chiens künftig ausgeweitet werden – auch auf Heime in Deutschland. Handi’Chiens bildet eigentlich Begleithunde für Kranke und Alte aus, will jetzt aber 250 seiner Tiere als Corona-Suchhunde weiterbilden, wie Vereinspräsident Robert Kohler sagte. Dazu habe man den französischen Staat um Geld gebeten. Die Zusatzausbildung eines Hundes koste 3.500 Euro – das rentiere sich angesichts der gesparten Kosten für Labortests schnell.

(RP/dpa)

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