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Gesellschaft & Politik

Preisträger gesucht: Matthias-Vernaldi-Preis für selbstbestimmtes Leben

Die Kaspar Hauser Stiftung verleiht im Jahr 2024 zum vierten Mal die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung.

Matthias Vernaldi
Der Preis ist nach dem verstorbenen Autoren Matthias Vernaldi benannt. (Foto: Stefan Weise)

Die Kaspar Hauser Stiftung verleiht im Jahr 2024 zum vierten Mal den „MatthiasVernaldi-Preis für selbstbestimmtes Leben“.

Vorschläge und Bewerbungen mit aussagekräftiger Begründung können bis zum Sonntag, 31. März, per Mail oder Post eingereicht werden:
Mailadresse: oeffentlichkeitsarbeit@kh-stiftung.de
Postadresse: Kaspar Hauser Stiftung, Rolandstraße 18/19, 13156 Berlin

Im Anschluss entscheidet die Jury nach folgenden Bedingungen:

  • Der Einsatz der vorgeschlagenen Personen oder Organisationen ist besonders wirksam für ein selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Behinderung.
  • Der Einsatz macht anderen Menschen Mut und eignet sich als Vorbild im Sinne von Best Practice.
  • Die erreichten Ziele sind besonders nachhaltig und innovativ.
  • Der Einsatz trägt zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention bei.
  • Schwerpunkt 2024: Arbeitsmarkt Der Einsatz trägt zu mehr Inklusion, Teilhabe und Gerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt bei. Der Wunsch für den diesjährigen Schwerpunkt kam von den Jury-Mitgliedern Dominik Peter (Vorsitzender des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin) und dem Werkstattrat der Kaspar Hauser Stiftung.

Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert und wird am Mittwoch, 26. Juni 2024 auf dem Sommerfest der Kaspar Hauser Stiftung verliehen.

Menschen mit Assistenzbedarf, die in der Kaspar Hauser Stiftung tätig sind, werden außerdem ein kleines Kunstwerk, d.h. den „Matthias-Vernaldi-Preis für selbstbestimmtes Leben“, gestalten.

Preis soll an Aktivisten erinnern

Der „Matthias-Vernaldi-Preis“ erinnert an den faszinierenden Menschen und Aktivisten der Behindertenszene, an den Kämpfer für ein selbstbestimmtes Leben – Matthias Vernaldi, der am 09.03.2020 im Alter von 60 Jahren verstarb.

Die Krankheit „progressive Muskeldystrophie“ hatte er von Geburt an. Die Ärzte gingen davon aus, dass er nicht viel älter als 25 Jahre werden würde, er überschritt sein „Verfallsdatum“, wie er seinen eigenen Tod nannte, um mehr als das Doppelte.

Sprache bedeutete Freiheit

Als unermüdlicher Autor, nicht nur von „Mondkalb – Der Zeitschrift für das organisierte Gebrechen“, hinterließ er eine beeindruckende Menge von Texten. Matthias Vernaldi fühlte sich nie an den Rollstuhl gefesselt, er werde durch diesen, so sagte er, erst mobil. Er war immer eigenständig und eigensinnig, gründete bereits zu DDR-Zeiten eine Wohngemeinschaft von Schwerstbehinderten in Thüringen, die mit ihren Renten- und Pflegegeldern sich die notwendige Hilfe von Nichtbehinderten finanzierte.

Später zog Matthias Vernaldi nach Berlin, organisierte die Persönliche Assistenz im Arbeitgebermodell, wirkte wortgewaltig im Landesbeirat für Menschen mit Behinderung und unter anderen in den Vorständen von Organisationen der Selbstorganisation mit. Er liebte gutes Essen, Musik, klare Worte und hatte einen feinen Humor.

Der Matthias-Vernaldi-Preis für selbstbestimmtes Leben wird jährlich verliehen.

Die Jury
Die Preisjury besteht aus 10 Personen, zu denen als Vertreter der Familie Vernaldi, Lewin Vernaldi-Kimani sowie die Pankower Bezirksbürgermeisterin Dr. Cordelia Koch gehören. Außerdem wirken Vertreter*innen des Landesbeirates für Menschen mit Behinderung, des Stiftungsrates der Kaspar Hauser Stiftung, des Paritätischen Wohlfahrtverbandes, der LAG WfbM, der Arbeitsgemeinschaft für selbstbestimmtes Leben schwerstbehinderter Menschen e.V., des ambulante Dienste e.V. sowie des Werkstattrates der Kaspar Hauser Stiftung mit.

(RP/PM)

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