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Gesellschaft & Politik

Post für Parlamentarier: „Wollen Sie selektive Pränataldiagnostik wirklich?“

Das Bündnis #NoNIPT hat allen Bundestagsabgeordneten einen Flyer zukommen lassen. Die Aktion richtet sich gegen die Kassenzulassung von vorgeburtlichen Tests auf Trisomie.

(Foto: Shutterstock)

„Selektive Pränataldiagnostik: Wollen wir das wirklich?“ So lautet der provokante Titel einer Broschüre, die die Abgeordneten des Deutschen Bundestags dieser Tage in ihren Postfächern vorfanden. „Stellen Sie sich bitte diese Frage auch und nehmen Sie sich Zeit für unsere Argumente“, heißt es im Begleitschreiben an die Abgeordneten.

Absenderin ist das Bündnis #NoNIPT, ein Zusammenschluss von kritischen Verbänden und Elternvereinen, das ebenfalls von Einzelpersonen, Organisationen und Verbänden unterstützt wird.  Sie alle verbindet die Kritik an der Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), dass künftig der nicht-invasive Pränataltest (NIPT) auf Trisomien, wie zum Beispiel das Down-Syndrom, von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden soll. Und: Sie verbindet die Sorge vor dem, was dieser Beschluss auslösen wird (ROLLINGPLANET berichtete).

Flyer

Diesen Flyer fanden die Bundestagsabeordneten in ihrem Postfach. (Foto: #NoNIPT)

„Wer glaubt, dass das Thema mit dem G-BA-Beschluss durch ist, irrt. Wir stehen erst am Anfang einer Entwicklung. Der nächste Antrag auf Kassenfinanzierung eines Tests auf Mukoviszidose ist bereits angekündigt. Der Gesetzgeber kann sich in dieser Frage nicht ewig wegducken“,

so Tina Sander für das Bündnis #NoNIPT.

Potentielle Krankheitsdisposition ausreichend

Ärztin Silke Koppermann bestätigt die nach ihrer Ansicht negative Entwicklung:

„Es werden bereits vorgeburtliche Tests auf Krankheiten entwickelt, die erst im späteren Leben des Kindes ausbrechen können oder auf bloße Krankheitsdispositionen wie Diabetes oder Brustkrebs, obwohl deren Anwendung in Deutschland verboten ist.“

Die Broschüre dokumentiert die Kampagne „100 Stimmen für #NoNIPT“, zu der das Bündnis #NoNIPT aufgerufen hatte und informiert die Abgeordneten über die Argumente von #NoNIPT gegen die Kassenzulassung. Sie dokumentiert, wie sich die Zivilgesellschaft seit Jahren gegen die Kassenzulassung engagiert hat und erinnert die Abgeordneten an ihre Verantwortung: Das neu gewählte Parlament solle dringend die im Jahr 2019 begonnene Debatte zur selektiven Pränataldiagnostik wieder aufnehmen und fortsetzen.

Die Broschüre ist kostenlos erhältlich über das Gen-ethische Netzwerk oder das Deutsche Down-Syndrom InfoCenter sowie als Download auf nonipt.de.

(RP/PM)

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