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Paralympics-Ticker

Jetzt auch Paralympicssieger: Floors holt Gold in Pistorius-Klasse

Sprint-Staffel scheidet trotz Vorlauf-Sieg aus +++ Schon wieder Silber: Bensusan zum fünften Mal Paralympics-Zweite +++ Prothesen-Sprinter Ali Lacin holt Bronze über 200 Meter +++ Kanuten am ersten Finaltag ohne Medaille

Freitag, 3. September 2021: Die ROLLINGPLANET-Zusammenfassung mit den wichtigsten Ergebnissen, Ereignissen und Stimmen des 9. Wettkampftags der Paralympischen Spiele (24. August – 5. September 2021) in Tokio.

Deutschland verteidigt Position 11

Die deutschen Athleten sicherten sich heute fünf Medaillen bei den Paralympics in Tokio. Mit dem gewonnenen Edelmetall verteidigt die Bundesrepublik Platz 11 (11/11/17) des Medaillenspiegels. In den Top 3 ist ein Neuzugang zu verbuchen: Die USA (34/34/24) überholen das Russische Paralympische Komitee (34/29/44) und sichern sich so Platz 3. An der Spitze stehen nach wie vor China (85/53/46) mit insgesamt 184 gewonnen Medaillen, gefolgt von Großbritannien (37/34/40).

Jetzt auch Paralympicssieger: Floors holt Gold in Pistorius-Klasse

Weltmeister, Weltrekordler, Europameister – und nun auch Paralympicssieger: Johannes Floors hat seinen Ruf als schnellster Mann auf zwei Prothesen unterstrichen und in der einst durch „Blade Runner“ Oscar Pistorius bekanntgewordenen Klasse nun alle Ehren auf sich vereint. Der Leverkusener gewann am Freitag bei den Paralympics in Tokio über 400 Meter und blieb in 45,85 nur sieben Hundertstelsekunden unter seinem Weltrekord. Für Deutschland ist es das elfte Gold in Japan, für Floors die dritte Paralympics-Medaille nach Staffel-Gold 2016 und Bronze über 100 Meter in Japan.

Johannes Floors mit Goldmedaille

Freut sich über seinen Sieg: Johannes Floors mit der Goldmedaille. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Der südafrikanische Prothesen-Sprinter Pistorius, der wegen Totschlags seiner Freundin im Gefängnis sitzt, hatte durch seine Teilnahme bei Olympia 2012 den gesamten Para-Sport bekanntgemacht. Seitdem gilt seine Klasse und vor allem seine Lieblingsstrecke über die Stadionrunde im Para-Bereich als besonderes Event.

Sprint-Staffel scheidet trotz Vorlauf-Sieg aus

Kurioses Aus für die deutsche 4×100-Meter-Sprintstaffel bei den Paralympics in Tokio: Das Quartett Marcel Böttger (Bad Oeynhausen), David Behre (Leverkusen), Lindy Ave (Greifswald) und Merle Menje (Singen) gewann am Freitag inklusive Böttgers Guide Alexander Kosenkow mit 48,21 Sekunden zwar seinen Vorlauf. Ins Finale zogen aber nur die vier Zeitschnellsten aller drei Vorläufe ein – und die deutsche Staffel verbuchte nur die fünftbeste Zeit.

„Natürlich schmerzt der fünfte Platz, aber wir sind eine supergute Zeit gelaufen und gehen erhobenen Hauptes“,

sagte Behre (34) nach dem letzten Rennen seiner erfolgreichen Karriere: „Das war ein versöhnlicher Abschluss.“ Auch der frühere Olympia-Teilnehmer Kosenkow war zufrieden: „Wir sind gestern zum ersten Mal in einem Wettkampf eine Kurve gelaufen. Von daher war es weltklasse.“

David Behre und Lindy Ave beim 2. Wechsel der 4x100m-Staffel

David Behre und Lindy Ave beim 2. Wechsel der 4x100m-Staffel (Foto: IMAGO/Beautiful Sports)

Deutschland hatte jahrelang eine starke Prothesen-Staffel mit der Stamm-Besetzung Behre, Johannes Floors, Felix Streng und Markus Rehm, die in heißen Duellen mit den USA viele Titel holte. Das Internationale Paralympische Komitee nahm diese vor der WM 2019 aus dem Programm und ersetzte sie durch eine Mixed-Staffel, in der je zwei Männer und Frauen mit verschiedenen Behinderungen laufen müssen. Ein blinder Athlet als Startläufer, dann einer mit Prothesen, dann einer mit Zerebralparese und zum Schluss ein Rollstuhlfahrer.

Eingeplant in Tokio waren neben Behre und Ave zunächst Katrin Müller-Rottgardt und Alhassane Baldé. Da Müller-Rottgardt nicht antreten konnte und durch Böttger ersetzt wurde, musste Baldé durch eine Frau ersetzt werden. Der Rollstuhlrennfahrer hatte demnach am Donnerstag über 800 Meter das letzte Rennen seiner Karriere.

Schon wieder Silber: Bensusan zum fünften Mal Paralympics-Zweite

Schon wieder Silber: Sprinterin Irmgard Bensusan ist auch bei ihrem fünften Start bei Paralympics auf Platz zwei gelaufen. Die 30-Jährige, die eine Nervenschädigung im rechten Unterschenkel hat, wurde am Freitag mit persönlicher Bestzeit von 12,89 Sekunden in Tokio Zweite über 100 Meter hinter Marlene van Gansewinkel (12,78).

Irmgard Bensusan mit ihrer mittlerweile fünften Silbermedaille bei den Paralympics 2020

Irmgard Bensusan mit ihrer mittlerweile fünften Silbermedaille bei den Paralympics 2020 (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Der Niederländerin hatte sich die Leverkusenerin Bensusan schon am Dienstag über 200 Meter geschlagen geben müssen. Vor fünf Jahren in Rio hatte Bensusan drei Silbermedaillen gewonnen. Die 400 Meter zählen in Tokio allerdings nicht zum Programm.

Kanuten am ersten Finaltag ohne Medaille

Die deutschen Kanuten sind am ersten Finaltag der Paralympics in Tokio ohne Medaille geblieben. Sowohl der in Rio noch mit Silber dekorierte Tom Kierey (Berlin) als auch Paralympics-Debütantin Katharina Bauernschmidt (Duisburg) wurden in ihren Finals Sechste. Der erst am Tag der Eröffnungsfeier nachnominierte Ivo Kilian (Halle an der Saale) belegte Rang fünf im B-Finale.

„Mit dem Rennen bin ich sehr zufrieden. Mehr war nicht drin. Was ich verloren habe, trag ich an zu viel Kilos mit mir rum“,

sagte Kierey, dem nach 42,155 Sekunden knapp eine Sekunde zu Bronze fehlte. Als Gold-Hoffnung geht am Samstag Edina Müller auf die Strecke. Die Hamburgerin, 2012 Siegerin im Rollstuhlbasketball und vor fünf Jahren Zweite im Kanu, hatte sich als Erste ihres Vorlaufs direkt fürs Finale um 3.48 Uhr deutscher Zeit qualifiziert. Kierey feiert am Samstag seinen 27. Geburtstag. „Dann haben wir hoffentlich noch mehr Grund zu feiern“, sagte er: „Aber wir suchen uns schon Gründe, um es richtig krachen zu lassen.“

Nach Gold nun Silber: Schützin Hiltrop holte zweite Medaille

Natascha Hiltrop beim Schiessen

Natascha Hiltrop gewinnt nach ihrer Goldmedaille nun Silber im 50-Meter-Dreistellungswettkampf. (Foto: Xiong Qi/XinHua/dpa)

Sportschützin Natascha Hiltrop hat nach Gold mit dem Luftgewehr nun Silber im 50-Meter-Dreistellungswettkampf mit dem Gewehr gewonnen. Die 29-Jährige wurde am Freitag in Tokio mit 457,1 Punkten Zweite knapp hinter der Chinesin Cuiping Zhang (457,9). Vor dem letzten Schuss lang Hiltrop nach auf Gold-Kurs, dann zielte sie mit einer 8,7 im Vergleich zur Chinesin (10,3) zu ungenau. Bronze ging an die Inderin Avani Lekhara (445,9). Hiltrop holte am Mittwoch die erste Goldmedaillen für die deutschen Para-Schützen seit den Spielen in Athen 2004.

Dritte Bronzemedaille für Schwimmerin Schott

Schwimmerin Verena Schott hat ihre Bronzemedaillensammlung bei den Paralympics in Tokio vergrößert. Über 100 Meter Rücken schlug die 32 Jahre alte Berlinerin am Freitag in einer Zeit von 1:21,16 Minuten als Dritte an und freute sich über ihre dritte Bronzemedaille in der japanischen Hauptstadt. „Jetzt freue ich mich, nach Hause zu kommen“, sagte Schott, die sich zuvor über 200 Meter Lagen und 100 Meter Brust ebenfalls Platz drei gesichert hatte. Paralympicssiegerin wurde Elizabeth Marks (1:19,57) aus den USA vor der Chinesin Yuyan Jiang (1:20,65). Alle drei Medaillengewinnerinnen blieben unter dem vorherigen Weltrekord.

Prothesen-Sprinter Ali Lacin holt Bronze über 200 Meter

Der unterschenkelamputierte Sprinter Ali Lacin hat bei den Paralympics über 200 Meter die Bronzemedaille gewonnen. Der beidseitige Prothesen-Läufer wurde am Freitag im Olympiastadion von Tokio in 24,64 Sekunden Dritter und holte bei seinem Paralympics-Debüt gleich die erste Medaille. „Ich bin zufrieden, ich bin glücklich, ich bin happy“, sagte der 33-jährige Berliner. „Mit einer Medaille nach Hause zu kommen, ein schöneres Gefühl gibt es nicht.“

Für die deutschen Leichtathletik war es innerhalb weniger Minuten das dritte Edelmetall. Gold gewann der Südafrikaner Ntando Mahlangu (23,59) vor dem Briten Richard Whitehead (23,99).

(RP/dpa)

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