Papst Franziskus ist im Alter von 88 Jahren nach schwerer Krankheit – einer beidseitigen Lungenentzündung – gestorben. Kardinal Kevin Farrell teilte am Ostermontag mit: „Heute Morgen um 7.35 Uhr ist der Bischof von Rom, Franziskus, in das Haus des Vaters zurückgekehrt. Sein ganzes Leben war dem Dienst des Herrn und seiner Kirche gewidmet.“
Farrell weiter: „Er hat uns gelehrt, die Werte des Evangeliums mit Treue, Mut und universeller Liebe zu leben – insbesondere für die Ärmsten und Ausgegrenzten. In großer Dankbarkeit für sein Beispiel als wahrer Jünger des Herrn Jesus empfehlen wir die Seele von Papst Franziskus der unendlichen, barmherzigen Liebe Gottes, des Einen und des Dreifaltigen.“
Der Argentinier stand seit 2013 an der Spitze der katholischen Kirche. Am Ostersonntag hatte er vor Zehntausenden Gläubigen noch den Segen Urbi et Orbi gespendet. Dabei wirkte er bereits sehr geschwächt.
Der Papst mahnte Inklusion in der Kirche und Gesellschaft an
In seiner Amtszeit hat sich Papst Franziskus mehrfach für Menschen mit Behinderung eingesetzt. In seiner Rede zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember 2022 betonte er, dass Menschen mit Behinderungen ein „Zeichen der Hoffnung“ für die Menschheit seien. Er forderte dazu auf, Barrieren nicht nur physischer, sondern auch kultureller Art abzubauen. Er kritisierte, dass Inklusion oft nur oberflächlich verstanden werde, und rief dazu auf, sie zu einer „fundamentalen Denkweise“ in Kirche und Gesellschaft zu machen.
Papst Franziskus betonte, dass Menschen mit Behinderung nicht an den Rand gedrängt werden dürfen – weder in der Gesellschaft noch in der Kirche. Stattdessen sollten sie voll und ganz einbezogen werden – mit ihren Gaben, Perspektiven und ihrem Glauben.
Wichtige Aussagen aus seiner Rede:
- „Inklusion ist nicht ein modischer Slogan, sondern der Ausdruck eines echten Glaubens an die Gleichheit aller Menschen.“
- Die Kirche müsse „lernen, mit allen Gliedern ihres Leibes zu leben“ – besonders auch mit denen, „die fragil erscheinen“.
- Er mahnte, die Kirche dürfe nicht nur „aufnehmen“, sondern müsse „sich selbst als unvollständig begreifen, wenn Menschen mit Behinderung fehlen“.
- Inklusion bedeute nicht nur barrierefreien Zugang, sondern auch echte Mitgestaltung und Teilhabe.
- Er rief zu einer geistlichen Barrierefreiheit auf – also dazu, auch in Liturgie, Katechese und Gemeinschaftsleben niemanden auszuschließen.
- Zum Schluss rief der Papst dazu auf, dass alle Christen Verantwortung übernehmen – jede Pfarrei, jede Gemeinschaft solle offen sein und aktive Wege suchen, Menschen mit Behinderung willkommen zu heißen.
Theologischer Kontext: Papst Franziskus stellte klar, dass der Leib Christi aus allen Gliedern bestehe – auch aus denen, die in der Gesellschaft oft vergessen oder übersehen würden. Gerade ihre Anwesenheit mache die Kirche „schöner und vollständiger“.
Im April vergangenen Jahres verurteilte der Papst die Diskriminierung und Ablehnung von Menschen mit Behinderung und hob hervor, dass eine solche Mentalität noch zu oft vorherrsche. Er betonte, dass jeder Mensch – unabhängig von seinen Einschränkungen – Jesus begegnen und sich ihm im Glauben anvertrauen könne.
(RP)
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