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Menschen mit Behinderung und andere Sensationen

Seit September 2022: Das wahre Leben findet im ROLLINGPLANET-Club statt
Real existieren statt nur digital unterwegs sein: Wir haben den exklusiven ROLLINGPLANET-Club für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer gestartet. Wir reduzieren nach über elf Jahren journalistischer Arbeit unsere tägliche Berichterstattung, um im ROLLINGPLANET-Club das wahre Leben zu genießen. Ganz auf Nachrichten müssen Sie nicht verzichten: Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Schlagzeilen zu Menschen mit Behinderung und anderen Sensationen.

Ist das Oktoberfest wirklich so barrierefrei, wie die Verantwortlichen behaupten?

Ein Wiesn-Bummel mit einem Münchner, der im Rollstuhl oft nicht weiterkommt – und über manches trotzdem ganz zufrieden ist. Süddeutsche Zeitung

„Verbindliche Anerkennung der Gebärdensprache durchsetzen“

Am 23. September 2022 ist Internationaler Tag der Gebärdensprachen. Aus diesem Anlass kritisiert Hubert Hüppe (MdB): „Es ist absolut nicht hinnehmbar, dass das Bundesministerium für Arbeit und Soziales bei der neuen Vergabe für die EUTB (Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung) ab 2023 mehr als die Hälfte der Beratungsmöglichkeiten für taube und taubblinde Menschen reduziert hat.“ Zur Nachricht

Rollstuhlbasketball: „Eine völlige Katastrophe“

Weil die Fußballer gleichzeitig ihren Weltmeister in Katar ausspielen, müssen die Rollstuhlbasketballer ihre WM im benachbarten Dubai kurzfristig absagen. Deren Verband gibt ein schlechtes Bild ab. Süddeutsche Zeitung

Du sollst hören

Die zweijährige Mila ist taub. Bei einer Untersuchung wird festgestellt, dass sie mit einem Implantat hören könnte. Doch ihre Eltern sind dagegen. Eine Richterin muss entscheiden. Wie bewertet der Deutsche Gehörlosen-Bund e.V. den ZDF-Film? Zur Nachricht

Du sollst hören

Beginn des Films „Du sollst hören“ (Foto: ZDF)

Deutsche U23 belegt Platz vier bei der WM

Tobias Hell und die U23 gaben alles gegen Spanien (Foto: Shingo ITO X-1)

Die deutsche U23-Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft hat das Spiel um Bronze bei der Weltmeisterschaft in Phuket (Thailand) 49:79 (13:26, 24:43, 38:63) klar gegen Europameister Spanien verloren und am Ende Rang vier belegt. Kapitän Alexander Budde wurde ins Allstar-Team gewählt.

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16.9.2022 (RP) – „Nach dieser tollen, dynamischen und erfolgreichen Vorrunde sind die Erwartungen natürlich gewachsen. Schade, dass wir uns in den Finals nicht behaupten und uns dann keine Belohnung für die Leistung abholen konnten“, sagte ein enttäuschter Nationaltrainer Peter Richarz: „Für die Zukunft müssen wir an unserer Konstanz arbeiten, um den Teams der Weltspitze Paroli bieten zu können.“

Nach der Vorrunde blieben die deutschen Junioren mit fünf Siegen aus fünf Spielen als einziges Team bei der WM ungeschlagen, doch im Viertelfinale deutete sich schon an, dass die Gruppe A vermutlich stärker besetzt war. Nur Deutschland konnte sich im Viertelfinale mit einem Sieg gegen Brasilien ins Halbfinale spielen, in den anderen Spielen setzten sich Japan, die Türkei und Europameister Spanien durch, die in dieser Reihenfolge dann auch die Medaillen gewannen.

Was Richarz schon zuvor vermutet hatte, bestätigte sich dann im Halbfinale – die Tagesform würde entscheiden, weil alle Teams eng beisammen sind. Spanien, das in der Vorrunde Japan mit 19 Punkten bezwungen hatte, verlor überraschend gegen den späteren Weltmeister aus Japan. Das deutsche Team musste sich den Türken geschlagen geben.

Und so kam es im Spiel um Bronze zur Wiederholung des EM-Finals 2021, als die Spanier sich dank eines 76:34 gegen Deutschland zum Europameister kürten. Dazwischen hatten die Deutschen immerhin Mitte August im türkischen Yalova 43:42 gegen die Spanier gewonnen, doch am Freitagmittag thailändischer Zeit half das in Phuket nichts. Den Spaniern – allen voran Ignacio Ortega mit 42 Punkten und Manuel Lorenzo mit 20 Punkten war nur selten etwas entgegenzusetzen, auch Óscar Onrubia traf mit zehn Zählern zweistellig. Alle vier Viertel gingen an die Südeuropäer, immerhin ein sehenswerter Schlusspunkt blieb Paul Jachmich mit seinem zweiten Dreier vorbehalten.

Jachmich war auch der beste Scorer auf Seiten der Deutschen, der Neu-Hamburger kam auf 13 Punkte. Julian Lammering traf mit zwölf Punkten ebenfalls zweistellig. Das WM-Finale gewann das japanische Team mit 52:47 gegen die Türkei. Daran zeigte sich auch, was für das deutsche Team möglich war in diesem Turnier: Am Tag vor der WM hatten die Deutschen in einem Testspiel über drei Viertel Japan noch mit acht Punkten Unterschied für sich entschieden, im Turnier selbst kam es aber nicht zum Kräftemessen mit den starken Asiaten. Bei der Siegerehrung brandete dann doch noch Jubel auf: Kapitän Alexander Budde wurde von der IWBF ins Allstar-Team gewählt.

Deutschland U23: Paul Jachmich (13 Punkte, BG Baskets Hamburg), Julian Lammering (12, BBC Münsterland), Thomas Reier (8, RBC Köln 99ers), Alexander Budde (8, Hannover United), Alexander Keiser (6, RBC Köln 99ers), Bastian Kolb (2, Iberconsa Amfiv Vigo/ESP), Lukas Gloßner (Bidaideak Bilbao BSR/ESP), Tobias Hell (Hannover United),Luis Conrad (Hannover United), Maximilian Lammering (BBC Münsterland), Sören Seebold (Hannover United).

Save the Date: agnes@work-Fachtagung „Perspektiven der digitalen Arbeitswelt“ – 25. April 2023 in Berlin

Der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. (DVBS) und sein Projekt agnes@work – Agiles Netzwerk für sehbeeinträchtigte Berufstätige – veranstalten im kommenden Jahr die Fachtagung „Perspektiven der digitalen Arbeitswelt – Beschäftigungs- und Weiterbildungschancen für Menschen mit Behinderungen“.
Termin: 25. April 2023, 09:00 Uhr – 17:30 Uhr
Ort: Berlin, Festsaal der Berliner Stadtmission, Lehrter Straße 68, 10557 Berlin

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Das agnes@work-Team schreibt dazu:

„Unsere Fachtagung will die Bedingungen und Chancen beruflicher Teilhabe schwerbehinderter Menschen – insbesondere von Blinden und Sehbehinderten – vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen in der Arbeitswelt verdeutlichen. Sowohl aus Sicht der Betroffenen als auch der unterschiedlichen Unterstützungsakteure und der Selbsthilfe sollen die Voraussetzungen inklusiver Arbeit und beruflicher Entwicklung unter den Bedingungen agiler Arbeit und der Digitalisierung beleuchtet werden.

Dabei werden Keynotes aus der Wissenschaft ebenso einbezogen wie die Ergebnisse des BMAS-geförderten Projekts agnes@work. Im Ergebnis sollen die Voraussetzungen eines Unterstützungsnetzwerks skizziert werden, das die unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten verschiedener Akteure integriert.

Weitere Informationen sowie das Tagungsprogramm finden Sie in Kürze auf der agnes@work-Webseite unter www.agnes-at-work.de.“

Runder Tisch Triage schlägt verfassungskonforme Triage-Regelung vor

Mit eigenen Formulierungsvorschlägen belebt der „Runde Tisch Triage“ die kontroverse Diskussion um eine verfassungskonforme gesetzliche Regelung von Zuteilungsentscheidungen bei zu knappen überlebenswichtigen intensivmedizinischen Ressourcen.

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„Dabei haben wir uns auf einige Kernpunkte konzentriert,“ erläutert Nancy Poser vom Forum behinderter Juristinnen und Juristen, die zu den erfolgreichen Beschwerdeführer*innen vor dem Bundesverfassungsgericht gehört. Dieses hatte den Gesetzgeber in seinem Beschluss vom Dezember 2021 aufgefordert, Menschen mit Behinderungen im Falle einer Triage vor Diskriminierung zu schützen.

„Die aktuelle und kurzfristige Überlebenswahrscheinlichkeit, die auch vom Bundesverfassungsgericht angeführt wird, darf ausschließlich im Sinne einer Behandlungsindikation zu verstehen sein,“ fordert Poser für den Runden Tisch Triage. Damit werde eine Gegenposition zum Triage-Kabinettsentwurf bezogen, dem zufolge die Person mit der vermutlich geringeren Überlebenswahrscheinlichkeit nicht intensivmedizinisch behandelt wird und sterben muss.

„Wichtig ist uns auch, dass die Ex-Post-Triage nicht nur verboten, sondern auch strafbar bleibt,“ so Poser zu einem weiteren Kernpunkt der alternativen Formulierungen. Im derzeit beginnenden parlamentarischen Verfahren laufen laut Poser Teile der Ärzteschaft Sturm gegen das Verbot der Ex-Post-Triage im Kabinettsentwurf. Ex-Post-Triage bedeutet, dass eine begonnene Behandlung zugunsten einer anderen Person mit vermeintlich besseren Erfolgsaussichten abgebrochen wird, obwohl der nun zum Sterben verurteilte Mensch ohne Therapieabbruch durchaus noch eine Überlebenschance gehabt hätte. Die Juristin Poser bezeichnet solch eine Handlung als Totschlag.

Der Runde Tisch Triage schließt sich im Falle nicht ausreichender intensivmedizinischer Ressourcen der Auffassung des Deutschen Instituts für Menschenrechte an, das ein Randomisierungsverfahren für die einzige menschenrechtlich vertretbare Lösung hält. „Da wir um die verbreiteten Vorbehalte gegen diese Lösung wissen, fordern wir zeitnah eine wissenschaftlich fundierte, menschenrechtlich orientierte Auseinandersetzung mit der Fragestellung“, erklärt Poser. Wichtig seien dem Runden Tisch Triage auch ein Verbot der „Triage vor der Triage“, verbesserte Verfahrensregeln, die Normierung der Anwendbarkeit des Allgemeinen Gleichbandlungsgesetzes (AGG) auf den ärztlichen Behandlungsvertrag sowie Bestimmungen zu besseren Aus-, Fort- und Weiterbildungen der im Gesundheitswesen Tätigen.

Link zu den Formulierungsvorschlägen: http://liga-selbstvertretung.de/wp-content/uploads/2022/09/220911_Alternative_Gesetzesformulierungen_RTT.pdf

Wer die Formulierungsvorschläge des Runden Tischs Triage als Einzelperson oder Verband/Institution unterstützen möchte, schreibt dies bitte an die Kontaktmail HGH@runder-tisch-triage.de.

Der „Runde Tisch Triage“ (www.runder-tisch-triage.de) ist ein Zusammenschluss der LIGA Selbstvertretung (http://liga-selbstvertretung.de), der Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie (CBP) (www.cbp.caritas.de) sowie des Forums behinderter Juristinnen und Juristen (FbJJ) (http://fbjj.de).

REHACARE startet in dieser Woche

Die REHACARE INTERNATIONAL, weltweit führende Fachmesse für Rehabilitation und Pflege, geht am Mittwoch, den 14. September 2022 wieder an den Start. Einen Ausblick auf die kommenden vier Tage gab die Messe Düsseldorf am 12. September im Rahmen des Eröffnungspressegesprächs zur REHACARE. Bis einschließlich Samstag, den 17. September 2022 werden Unternehmen aus 38 Ländern, von Belgien bis USA, in den Messehallen 4 bis 7 ihre Produkte und Services für die Rehabilitation und Pflege präsentieren. Das Angebot reicht von Kinderhilfsmitteln, Mobilitätshilfen wie behindertengerecht umgerüsteten Fahrzeugen (Halle 6), über Tipps zu barrierefreiem Reisen (Halle 5), Exoskeletten (Halle 6), bis hin zu Rehabilitation, Prävention und Sport (Halle 7A).

New York ruft wegen Kinderlähmung Katastrophenfall aus

Weitere Nachweise von Polioviren im Abwasser haben den US-Bundesstaat New York in Alarmbereitschaft versetzt. Gouverneurin Kathy Hochul rief am Freitag in Bezug auf die gefährliche Krankheit Kinderlähmung den bundesstaatsweiten Katastrophenfall aus. FOCUS online

U23 vor dem WM-Start: „Die Teamchemie stimmt wunderbar“

Rollstuhlbasketball

Die deutsche U23-Mannschaft in Phuket. Obere Reihe v.l.n.r.: Wolfgang Böhme (Techniker), Petra Michel-Leutheuser (Ärztin), Peter Richarz (Head Coach), Karim Drews (Manager), Uwe Geiselmann (Physio). Mittlere Reihe: Paul Jachmich, Luis Conrad, Alexander Budde, Julian Lammering, Thomas Reier, Lukas Gloßner, Günther Mayer (Assistant Coach). Vordere Reihe: Bastian Kolb, Tobias Hell, Sören Seebold, Maximilian Lammering, Alexander Keiser. (Pressefoto)

Am Freitag startet für die deutschen Junioren die U23-Rollstuhlbasketball-Weltmeisterschaft im thailändischen Phuket, die am 16. September mit dem Finale endet. Nationaltrainer Peter Richarz ist sicher, dass sein Team eine gute Rolle spielen kann und sieht sich eher mit einem Luxusproblem konfrontiert. Zur Nachricht

Ein begehbares Auge

Begehbares Augenmodell

Begehbares Augenmodell (Foto: www.organmodelle.de)

Unter dem Motto „Gemeinsam weitersehen“ veranstaltet der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg (BSVH) am Samstag, den 10. September 2022, von 11 bis 16 Uhr im und um das Louis-Braille-Center einen Tag der offenen Tür. Zur Nachricht

Menschen mit Querschnittlähmung: „Den Folgen eines Kriegs besonders schutzlos ausgesetzt“

Internationaler Tag der Querschnittlähmung (SCI-Day) 2022 macht auf Situation von Para- und Tetraplegikern in Krisen- und Katastrophengebieten aufmerksam.

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In diesem Jahr will der „Internationale Tag der Querschnittlähmung (SCI-Day)“ auf die Situation von querschnittgelähmten Menschen in Krisen- und Katastrophengebieten aufmerksam machen. Der Fokus liegt dabei auf den Folgen des Ukraine-Konflikts: Unter den Millionen Flüchtenden sind auch viele Tetra- und Paraplegiker. Hinzu kommt eine unbekannte Zahl von Menschen, die durch Kriegsverletzungen querschnittgelähmt wurden.

„Überall auf der Welt sind Menschen mit Querschnittlähmung von Krisen und Katastrophen betroffen. Sie sind den Folgen eines Krieges besonders schutzlos ausgesetzt. Andere erleiden auf der Flucht oder bei Angriffen schwere Rückenmarksverletzungen“, sagt Kevin Schultes, Vorstand der Fördergemeinschaft der Querschnittgelähmten in Deutschland e.V. (FGQ). „Exemplarisch für sie alle haben wir den SCI-Day 2022 den Menschen mit Querschnittlähmung in und aus der Ukraine gewidmet.“ Europäische Selbsthilfeorganisationen unterstützen diese vor Ort und bei ihrer Flucht im Rahmen des europäischen Hilfsprojektes „Ukrainian SCI Relief“. Die europäischen Selbsthilfeverbände und Fachgesellschaften für Menschen mit einer Querschnittlähmung haben sich unmittelbar nach Beginn des russischen Angriffskrieges entschlossen, zu helfen. Bereits seit März finden regelmäßige Transporte zwischen zunächst polnischen Flüchtlingslagern, ab April dann zwischen einem eigens eingerichteten Schutzhaus für Menschen mit einer Querschnittlähmung und den längerfristigen Unterbringungen in Deutschland und weiteren europäischen Ländern statt. Auch werden frischverletzte Menschen mit Querschnittlähmung aus der Ukraine in deutschen Querschnittgelähmten-Zentren erstversorgt und befinden sich dort in der Rehabilitation.

Seit Anfang April wurden über dieses Schutzhaus im polnischen Cyców nahe der ukrainischen Grenze mehr als 200 Menschen mit Querschnittlähmung und ihre Angehörigen evakuiert, darunter viele Personen aus den umkämpften Gebieten im Süden und Südosten der Ukraine.
Darüber hinaus unterstützen die deutschen Querschnittverbände gemeinsam mit den ukrainischen Partnerorganisationen, den Projektpartnern und Sponsoren und im Verbund mit den europäischen Selbsthilfeorganisationen die weitere Versorgung von Menschen mit einer Querschnittlähmung in der Ukraine. Das stellt vor allem in Hinblick auf den herannahenden Winter eine große Herausforderung dar. Die Projektbeteiligten werden sich daher auch weiterhin im Rahmen eines von der WHO und der International Spinal Cord Society (ISCoS) lancierten Aufbaus von Strukturen in der Ukraine und in Polen engagieren und die dortige Versorgung von Menschen mit einer Querschnittlähmung dauerhaft unterstützen.
Weitere Informationen zum Hilfsprojekt unter www.protectthevulnerable.org
(RP/PM, 3.9.2022)

Triage-Gesetz – Bundesregierung bleibt dabei: Die Schwächeren werden geopfert

Der am 24. August 2022 vom Bundeskabinett verabschiedete Entwurf zu einem „Triage“-Gesetz verfehlt völlig sein selbst gestecktes Ziel, die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts umzusetzen. Zu dieser Einschätzung kommt das NETZWERK ARTIKEL 3 e.V. und kritisiert, dass die vielen Hinweise und Verbesserungsvorschläge aus den Stellungnahmen und der mündlichen Anhörung nur marginal umgesetzt wurden.

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Das Bundesverfassungsgericht hatte den Gesetzgeber im Dezember 2021 aufgefordert, behinderte Menschen im Fall einer Triage, also bei der Zuteilung knapper intensivmedizinischer Ressourcen, vor Diskriminierung zu schützen.

„Es wird zwar betont, dass niemand wegen einer Behinderung benachteiligt werden soll,“ erläutert Dr. Sigrid Arnade vom Vorstand des NETZWERK ARTIKEL 3, der Gesetzentwurf enthalte aber keinerlei entsprechende Maßnahmen oder Vorkehrungen. Vielmehr wird laut Arnade die Logik der vom Bundesverfassungsgericht kritisierten Empfehlungen ärztlicher Fachgesellschaften fortgesetzt, nach der die vermeintlich Stärkeren zulasten der vermeintlich Schwächeren gerettet werden. Letztere lässt man sterben. „Dadurch hebelt die Bundesregierung die bislang verfassungsrechtlich garantierte Lebenswertindifferenz aus“, beanstandet Dr. Sigrid Arnade.

Die Vorstandsfrau des NETZWERK ARTIKEL 3 ist zwar erleichtert, dass die Ex-Post-Triage trotz massiver Intervention vieler ärztlicher Vertreter*innen bei der Verbände-Anhörung im Juli verboten bleibt, „aber sollen wir jetzt jubeln, weil eine Straftat, die schon immer eine Straftat war, auch eine Straftat bleibt?“, fragt Arnade und prophezeit: „Die Ärzt*innen werden im nun folgenden parlamentarischen Prozess nichts unversucht lassen, sich für all ihr Tun und Lassen in einer Triage-Situation Straffreiheit garantieren zu lassen.“

Im Gegensatz dazu muss nach Arnades Auffassung in der verbleibenden Zeit alles darangesetzt werden, die Bundestagsabgeordneten für die Ungeheuerlichkeit des bevorstehenden Wertewandels zu sensibilisieren, der mit einer Verabschiedung des Gesetzes in seiner jetzigen Form die gesamte Gesellschaft erfassen würde. „Gerade als Deutsche haben wir doch erlebt, was passiert, wenn die Schwächeren geopfert werden. Den Fehler sollten wir auf keinen Fall noch einmal begehen!“

(RP/PM, 30.8.2022)