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Mit dem Rollstuhl als Astronaut ins Weltall?

Nicht ganz, aber die europäische Weltraumorganisation ESA sucht für ihre Expeditionen erstmals Reisende mit körperlicher Behinderung. Rund 300 Menschen haben sich beworben. Wie es weitergeht und wann der/die erste Kandidat/in in den Kosmos aufbrechen kann.

Stephen Hawking schwerelos in einer simulierten Kapsel
Legendäre Aufnahme: Der 2018 verstorbene Stephen Hawking bei einem Schwerelosigkeitstest im Jahr 2007 (Foto: NASA)

Zum ersten Mal hat die ESA eine Stelle für eine Astronautin oder einen Astronauten mit einer körperlichen Behinderung ausgeschrieben. Die Europäische Weltraumorganisation möchte so die erforderlichen Anpassungen festlegen, die für eine solche Astronautin oder einen solchen Astronauten erforderlich sind, um als professionelles Besatzungsmitglied auf einer zukünftigen Weltraummission zu arbeiten.

ESA erhielt Bewerbungen aus allen Mitglieds- und assoziierten Mitgliedsstaaten. Dazu gehört auch Litauen, dessen Bürgerinnen und Bürger aufgrund des neuen Status des Landes als assoziiertes ESA-Mitglied seit kurzem für die Auswahl in Frage kommen. Ingesamt bewarben sich 287 Menschen mit Behinderung um die Stelle – davon 32 aus Deutschland.

Die nächsten Schritte der Auswahl

Vom Ende der Stellenausschreibungen am 18. Juni 2021 bis zur weltweiten Bekanntgabe der ausgewählten Astronautinnen und Astronauten Ende 2022 besteht der Auswahlprozess der ESA aus sechs wichtigen Phasen.
Die erste dieser Phasen ist das Screening. In dieser Phase werden die Bewerbungen anhand aller eingereichten Unterlagen, des Bewerbungsformulars und des im Rahmen des Bewerbungsverfahrens ausgefüllten Screening-Fragebogens bewertet. Bewerber für die Stelle als Astronautin/Astronaut mit körperlicher Behinderung werden auch medizinisch untersucht.

Am Ende jeder Phase werden die Kandidatinnen und Kandidaten darüber informiert, ob sie in die nächste Phase gelangt sind oder nicht. Geduld ist hier sehr wichtig, denn der gesamte Auswahlprozess wird sich über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren erstrecken.

Eine positive Herausforderung

ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher sagt, die Weltraumorganisation versuche, mit ihrer Einstellungskampagne ein breites Spektrum an Bewerberinnen und Bewerbern zu gewinnen, und freut sich auf die Herausforderung, die am besten geeigneten Kandidaten für Europa auszuwählen:

„Die Einrichtung einer Reserve sowie die Auswahl von vier Astronautinnen und Astronauten in Festanstellung und einer Astronautin oder einem Astronaut mit einer körperlichen Behinderung bietet mehr Möglichkeiten als je zuvor. Allerdings gibt es, wie die ersten Zahlen zeigen, noch immer eine große Konkurrenz um diese begehrten Rollen im Weltraum.“

David Parker, ESA-Direktor für Astronautische und Robotische Exploration, bekräftigt dies und sagt:

„Es ist erfreulich, dass sich das Geschlechterverhältnis dieser Auswahl verbessert hat, aber die Zahlen zeigen auch, dass noch mehr getan werden muss, um Diversität im Raumfahrtsektor zu erreichen. Die Repräsentation aller Teile unserer Gesellschaft ist ein Anliegen, das wir sehr ernst nehmen. Ich bin sehr gespannt, welche dieser Bewerberinnen und Bewerber sich unserem bestehenden Team anschließen werden und so zu dieser Repräsentation auf der Erde und im Weltraum beitragen werden.”

Der Traum des Stephen Hawking

Den weltberühmten britischen Physiker Stephen Hawking, der mit Amyotropher Lateralsklerose (ALS) lebte und 2018 in Cambridge (England) starb, hätte sich über das inklusive ESA-Stellenangebot vermutlich gefreut.

Noch ein Jahr vor seinem Tod hatte er seinen Traum und Plan bekräftigt, ins All zu reisen. Ein solcher Flug würde ihn glücklich machen, sagte der britische Wissenschaftler dem Fernsehsender ITV. Virgin-Galactic-Chef Richard Branson hatte ihm schon seit langem eine Mitflugmöglichkeit für die Zukunft angeboten. Er habe sofort zugesagt, berichtete Hawking. Allerdings war der Milliardär nicht schnell genug für Hawking: Es sollte noch bis zum 11. Juli 2021 dauern, ehe Branson als erster Mensch mit seiner eigenen Rakete ins All flog.

(RP/PM)

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