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Paralympics-Ticker

Medaillenspiegel: Deutschland abgeschlagen auf Rang 43

Deutsche Rollstuhlbasketballer bezwingen Weltmeister Großbritannien +++ Sehbehinderter Judoka von selbstfahrenden Bus verletzt +++ Bitter: Brussig-Zwillinge verpassen Medaille im Judo +++ Staffel: Kosenkow und Böttger disqualifiziert

Freitag, 27. August 2021: Die ROLLINGPLANET-Zusammenfassung mit den wichtigsten Ergebnissen, Ereignissen und Stimmen des zweiten Wettkampftags der Paralympischen Spiele (24. August – 5. September 2021) in Tokio.

Rang 43 im Medaillenspiegel

Team Deutschland konnte sich heute keine Medaillen sichern und rutscht mit 2-mal Bronze auf Rang 43 von insgesamt 51 teilnehmenden Nationen ab. Die Tabelle führen nach dem heutigen Wettkampftag an: China (20x Gold, 11x Silber, 14x Bronze), Großbritannien (9x Gold, 10x Silber, 9x Bronze) und das Russische Paralympische Komitee (9x Gold, 7x Silber, 10x Bronze).

Deutsche Rollstuhlbasketballer bezwingen Weltmeister Großbritannien

Die deutschen Rollstuhlbasketballer haben bei den Paralympics überraschend klar Welt- und Europameister Großbritannien bezwungen. Im zweiten Spiel der Gruppe B in Tokio gewann die Mannschaft von Bundestrainer Nicolai Zeltinger am Freitag mit 71:59 und ist mit dem Erfolg und einer zuvor knappen Niederlage gegen Gold-Favorit USA (55:58) auf Viertelfinalkurs. Nächster Gegner ist am Samstag Australien. Vier Teams der beiden Sechser-Gruppen qualifizieren sich für die Runde der besten Acht.

Joseph „Joe“ Bestwick (M.) spielt diesmal im deutschen Trikot bei den Paralympics. Für Großbritannien holte er zuvor bereits eine Medaille. (Foto: Marcus Brandt/dpa)

Gegen die Briten fiel die Entscheidung nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte dank eines starken dritten Viertels (26:15). Den erspielten Vorsprung brachten die Deutschen problemlos über die Zeit. Beste Werfer waren Thomas Böhme (27 Punkte) und André Bienek (17). Der gebürtige Engländer Joseph Bestwick (Lesen Sie auch: Joe Bestwick: „Inzwischen mehr deutsch als englisch“) kam für die deutsche Mannschaft auf drei Zähler.

Sehbehinderter Judoka von selbstfahrenden Bus verletzt

Ein sehbehinderter Para-Athlet ist bei den Paralympics in Tokio im Athletendorf mit einem selbstfahrenden Bus zusammengeprallt. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Freitag unter Berufung auf die Polizei berichtete, erlitt der japanische Judoka Aramitsu Kitazono bei dem Unfall am Vortag Verletzungen an Kopf und Körper, deren Heilung etwa zwei Wochen benötige.

Der fahrerlose Kleinbus sei an einer Kreuzung im Athletendorf in Tokios Bucht rechts abgebogen, als er am frühen Nachmittag mit dem auf einem Bürgersteig gehenden 30 Jahre alten Sportler zusammenstieß, hieß es. Der erste Kampf Kitazonos, der in der 81-Kilogramm-Gewichtsklasse antritt, war für Samstag geplant.

Medaille sicher: Para-Tischtennisspieler Baus erreicht Halbfinale

Tischtennisspieler Valentin Baus hat eine Medaille bei den Paralympics sicher. Der Silbermedaillen-Gewinner von Rio 2016 bezwang am Freitag im Viertelfinale den Franzosen Nicolas Savant-Aira klar mit 3:0-Sätzen und kämpft am Samstag gegen den Briten Jack Hunter Spivey um den Final-Einzug. Die Verlierer der Halbfinalspiele erhalten eine Bronzemedaille, ein Match um Platz drei wird es nicht geben.

Valentis Baum beim Tischtennis

Para-Tischtennisspieler Valentin Baus ist eine Medaille nicht mehr zu nehmen. (Foto: Marcus Brandt/dpa)

Baus benötigte gegen Nicolas Savant-Aira lediglich 18 Minuten zum ungefährdeten Sieg. „Ich hatte ein gutes Gefühl, einen guten Touch. Es ging sehr schnell“, sagte der gebürtige Bochumer. Dagegen hat Sandra Mikolaschek das Halbfinale und damit eine Medaille verpasst. Die 24-Jährige verlor ihr Viertelfinalspiel gegen die Chinesin Miao Zhang mit 1:3.

Staffel: Kosenkow und Böttger disqualifiziert

Der frühere Olympia-Teilnehmer Alexander Kosenkow und sein Schützling Marcel Böttger (Bay Oeynhausen) sind bei den Paralympics auf bittere Art und Weise im Vorlauf ausgeschieden. Kurz vor Ende im 100-Meter-Lauf rutschte Kosenkow das Band aus der Hand, das Duo wurde qualifiziert, weil es nicht gleichzeitig über die Ziellinie lief.

Leichtathlet Marcel Böttger (l.) und sein Guide Alexander Kosenkow besprechen sich nach der Disqualifikation.

Leichtathlet Marcel Böttger (l.) und sein Guide Alexander Kosenkow besprechen sich nach der Disqualifikation. (Foto: Marcus Brandt/dpa)

„So ein Faux-Pas ist uns noch nie passiert“, sagte Kosenkow, 2008 Olympia-Fünfter in der 4×100 Meter-Staffel. Der sehbehinderte Böttger fügte hinzu: „Noch nicht einmal im Training. Dass es dann heute passiert ist schlecht.“ Böttger war als einziger in seinem Lauf mit Guide angetreten. „Bei diesen klimatischen Bedingungen ist man komplett nass. Die anderen haben das Problem nicht“, haderte Kosenkow. „Solche negativen Erfahrungen macht man nur einmal.“

Während der Weitsprung in Tokio laut Kosenkow „nur eine Zugabe“ ist, wird das Duo sicher bis zu den Spielen 2024 weitermachen. „In Paris werde ich zu 100 Prozent an Marcels Seite sein“, versprach Kosenkow. „Dann aber wohl eher als Trainer denn als Guide.“ Ein bis zwei Jahre brauche er ihn wohl noch an seiner Seite. So sieht es auch Böttger. „Aber grundsätzlich soll das noch ein paar Jahre so weitergehen, auch wenn das Guide-Dasein irgendwann vorbei sein wird. Als Trainer will ich ihn nicht missen.“

Bitter: Brussig-Zwillinge verpassen Medaille im Judo

Die Zwillinge Carmen und Ramona Brussig haben bei ihren wahrscheinlich letzten Paralympics einen krönenden Abschluss verpasst. Die beiden 44-jährigen Judoka, die in Leipzig geboren sind und für Schwerin starten, blieben bei den Paralympics in Tokio zum ersten Mal in ihren Karrieren ohne Medaille.

Ramona Brussig nach dem verlorenen Kampf.

Ramona Brussig nach dem verlorenen Kampf. Auch ihre Schwester war nicht erfolgreich. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Ramona, die bei zuvor vier Teilnahmen je zweimal Gold und zweimal Silber gewonnen hatte, verlor in der Klasse bis 52 Kilogramm den Kampf um Bronze gegen Natalija Nikolajschik aus der Ukraine. Carmen, die bei drei Teilnahmen einen kompletten Medaillensatz sammelte, schied zunächst im Achtelfinale aus und dann auch in der Hoffnungsrunde.

Beide hatten im Vorfeld gesagt, dass Tokio wahrscheinlich, aber nicht sicher ihre letzten Spiele würden. Nach Rio de Janeiro 2016 war die Vorgabe, dass sie bis Tokio weitermachen, weil es „das Land des Judos“ sei. Zur Vorbereitung lebten und trainierten die beiden 2017 ein halbes Jahr in Japan.

(RP/dpa)

Alle Tagesberichte zu den Paralympics

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