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Marianne Buggenhagen in „Hall of Fame“ aufgenommen

Die Rollstuhlfahrerin ist eine von 120 Persönlichkeiten, die stellvertretend für die mehr als 100-jährige Geschichte des deutschen Sports stehen.

Portrait von Marianne Buggenhagen
Marianne Buggenhagen (Foto: Soeren Stache/dpa)

Die früheren Weltklasseathletinnen Marianne Buggenhagen (Para-Leichtathletik), Uschi Disl (Biathlon) und Hilde Gerg (Ski alpin) sind in die „Hall of Fame“ des deutschen Sports gewählt worden. Die Aufnahmefeier wird am 24. November in Berlin veranstaltet, teilte die Deutsche Sporthilfe mit. Bisher sind rund 120 Persönlichkeiten, die durch ihren Erfolg im Wettkampf oder durch ihren Einsatz für Sport und Gesellschaft Geschichte geschrieben haben, in die „Hall of Fame“ aufgenommen worden.

Marianne Buggenhagen (68) gelte als die „Grande Dame“ des Behindertensports. Die aus Ueckermünde in Mecklenburg-Vorpommern stammende Athletin habe ein Vierteljahrhundert lang die Para-Leichtathletik im Kugelstoßen, Diskus- und Speerwerfen geprägt, hieß es in einer Mitteilung. Seit ihrem 23. Lebensjahr von der Hüfte an abwärts gelähmt, nahm sie zwischen 1992 und 2016 an sieben Paralympischen Spielen teil, bei denen sie 14 Medaillen, davon neun goldene gewann. 23 mal wurde sie Weltmeisterin.

Die letzte Medaille: Paralympics-Ikone Buggenhagen hört auf

Im September 2016 beendete Marianne Buggenhagen ihre sportliche Karriere. Damals schrieb ROLLINGPLANET:

Marianne Buggenhagen lächelt zufrieden. Mit Silber für 24,56 Meter im Diskuswerfen hat die 63-Jährige Ikone des deutschen Behindertensports am Samstag in Rio de Janeiro ihre Karriere beendet. Es ist die 14. Paralympics-Medaille seit 1992 für die Rollstuhl-Leichtathletin. Chef de Mission Karl Quade nennt sie die „Grande Dame des gesamten deutschen Teams“.

„Es ist die letzte Medaille. Ich werde auch nicht mehr an der WM oder der EM teilnehmen“, betont sie im Olympiastadion, „ich bin ja keine 20 mehr.“ Der Abschied fällt ihr nicht schwer. „Es ist nicht sehr viel Wehmut dabei, weil ich merke, dass meine Grenze erreicht ist. Ich will nicht mit einer schlechten Leistung aufhören. Und ich habe nicht mit einer schlechten Leistung aufgehört.“

Seit 1979 bestritt Buggenhagen Wettkämpfe im Rollstuhl. Vorher spielte sie Volleyball beim SC Dynamo Berlin. Was einst als Rehasport begann, führte zum Leistungssport. 1994 gewann sie eine ARD-Wahl zur „Sportlerin des Jahres“ – gemeinsam mit Michael Schumacher.

„Alle wurden ins Sportstudio eingeladen, ich ins Gesundheitsmagazin“, erinnert sie sich in Rio noch einmal. Ihren sportlichen Erben bleibt Ähnliches erspart. „Es hat sich so viel verändert, aber ins positive. Das zeigt den richtigen Weg“, sagt sie.

Disl und Gerg – zwei weitere Frauen für die „Hall of Fame“

Ursula „Uschi“ Disl avancierte in den 1980er Jahren im Damen-Biathlon zu einem der bekanntesten Gesichter ihres Sports. Die im bayerischen Oberland aufgewachsene Athletin verhalf der damals noch jungen Sportart mit ihren herausragenden Erfolgen zu einem großen Aufschwung. Disl, gewann neun Olympiamedaillen, davon zwei goldene, acht Weltmeistertitel und weitere elf WM-Medaillen.

Hilde Gerg war in den 1990er Jahren bis zu ihrem Karriereende im Jahr 2005 eine der vielseitigsten alpinen Skifahrerinnen im Weltcup und stand 59 Mal auf dem Siegerpodest – 20 Mal ganz oben. Bei Weltmeisterschaften gewann sie einmal Gold und dreimal Bronze. Ihren größten Erfolg feierte die Lenggrieserin mit dem Gold im Slalom und Bronze in der Kombination bei den Olympischen Spielen 1998 in Nagano.

Die von der Stiftung Deutsche Sporthilfe initiierte „Hall of Fame“ soll dazu beitragen, die mehr als 100-jährige Geschichte des deutschen Sports und seiner Persönlichkeiten im Gedächtnis zu bewahren und Diskussionen darüber anzuregen.

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