Connect with us

Sie suchen ein bestimmtes Thema?

Bildung & Karriere

Keine Arbeitsplätze für Behinderte – DGB fordert höhre Ausgleichsabgabe

Am 5. Mai ist europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen. Gewerkschaften wollen, dass mehr für die berufliche Beschäftigung der Betroffenen getan wird.

Michael Rudolph
Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen (Foto: DGB)

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert deutlich höhere Abgaben für Unternehmen, die ihrer Pflicht zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderung nicht nachkommen. „In Thüringen machen schwerbehinderte Menschen nur 4,4 Prozent aller Beschäftigten aus“, erklärte der Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Michael Rudolph, am Mittwoch. Gesetzlich gefordert ist jedoch eine Beschäftigungsquote von 5 Prozent.

Von den 4605 Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern in Thüringen, die diese Quote erfüllen müssten, beschäftigt laut Rudolph knapp jedes vierte Unternehmen (1048) überhaupt keine Schwerbehinderten.

Für Arbeitgeber gibt es bereits viele Angebote

„Insbesondere diejenigen, die keinen einzigen schwerbehinderten Menschen beschäftigen, sollten stärker in die Tasche greifen müssen, wenn sie die Barrieren in ihren Köpfen nicht abbauen“, forderte er. Deshalb müsse die Ausgleichsabgabe deutlich erhöht werden, die Unternehmen monatlich zahlen müssen, wenn sie die Quote nicht erfüllen.

Bei einer Beschäftigtenquote von drei bis weniger als fünf Prozent sollte die Abgabe von 125 auf 250 Euro und bei zwei bis weniger als drei Prozent von 220 auf 500 Euro im Monat angehoben werden. Liege die Quote bei weniger als zwei Prozent, sollte die Abgabe für die Arbeitgeber nach den Vorstellungen des Gewerkschaftsbundes von 320 auf 750 Euro angehoben werden. Und Betriebe, die trotz Verpflichtung gar keine Menschen mit Behinderungen beschäftigten, solle die Ausgleichsabgabe bei 1300 Euro liegen.

Rudolph verwies auch darauf, dass die Arbeitgeber bei der Ausbildung oder Beschäftigung dieser Zielgruppe auf Unterstützungsangebote zurückgreifen könnten. Konkret nannte er Lohnkostenzuschüsse, die Finanzierung der Ausstattung des Arbeitsplatzes oder die Begleitung durch Fachpersonal im Betrieb.

(RP/dpa)

Veröffentlicht auf

ROLLINGPLANET ist seit 2021 Deutschlands Onlinemagazin für Menschen mit Behinderung und alle anderen. ROLLINGPLANET ist ein Non-Profit-Projekt, realisiert vom Verein Menschen, Medien und Inklusion e.V., München. Mehr über unser Team erfahren Sie hier.

Kommentieren

Leave a Reply

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Werbung
Werbung
Werbung

LESETIPPS

Werbung

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Gesellschaft & Politik

Die Suche nach einem Zuhause im Alter oder mit Behinderung ist oft mit Erschwernissen verbunden. In vielen Wohnungen gibt es keine behinderten- und altersgerechte Ausstattung. Das soll sich ändern.

Bildung & Karriere, Gesellschaft & Politik

Die Vorsitzende DGB Nord appellierte am Mittwoch an Unternehmen und Verwaltungen im Nordosten, mehr Menschen mit Behinderungen auszubilden und zu beschäftigen.

Bildung & Karriere

Tausende Thüringer arbeiten in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Seit vier Jahren können sie mit staatlicher Förderung in einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt wechseln. Aber das tun nur wenige. Warum?

Gesellschaft & Politik

Die Zahl der schwerbehinderten Menschen war 2020 in der Landesverwaltung weiterhin zu niedrig – und ist sogar seit mehreren Jahren rückläufig.