Connect with us

Sie suchen ein bestimmtes Thema?

Ausland

Kein Smartphone – kein Bier: Pub entschuldigt sich bei Rentner

Technik ist nützlich, kann aber ältere Menschen auch diskriminieren, wie ein Corona-Beispiel aus England zeigt.

„The Angel" in Corbridge (Foto: The Angel Corbridge)
„The Angel" in Corbridge (Foto: The Angel Corbridge)

Er hat kein Smartphone – deshalb bekam David Walters (78) aus dem englischen Corbridge in der Kneipe kein Bier. Der Pub „The Angel Of Corbridge“ hat sich nun dafür entschuldigt, dass dem älteren Herrn der Eintritt verweigert worden war. Es habe sich um einen Fehler gehandelt, räumte das Lokal am Mittwoch ein. „Jeder ist im ,Angel‘ willkommen. Wir werden uns persönlich bei David entschuldigen und ihn zu ein paar kostenlosen Drinks aufs Haus einladen“, teilte der Pub bei Instagram mit.

Hintergrund ist, dass Kneipengänger beim Eintritt über die App des Nationalen Gesundheitsdiensts NHS ihre Anwesenheit mitteilen sollen. Weil Walters aber kein Smartphone besitzt, konnte er auch nicht über die App einchecken. Nachdem ihm der Zutritt verweigert worden war, beschwerte er sich in einem Leserbrief. „Es war furchtbar. Ältere Menschen wie ich haben diese Computerkenntnisse nicht, weil wir ohne Computer aufgewachsen sind“, sagte Walters dem „Telegraph“.

Probleme für ältere Menschen

Die Organisation Age UK warnte, dass es vielen Älteren so gehen könne wie Walters. Die Maßnahmen, per App einzuchecken oder gar zu bestellen, würden etwa die Hälfte der 65- bis 74-Jährigen von Besuchen in Gaststätten ausschließen und gut zwei Drittel der über 75-Jährigen. Die Regierungsvorschriften verlangen, die Kontaktdaten der Gäste aufzunehmen. Dabei wird aber explizit darauf hingewiesen, dass der Check-in nicht von der Nutzung technischer Geräte abhängig sein darf.

In England dürfen Gaststätten seit Montag wieder ihre Außenbereiche öffnen, nach Monaten im Lockdown. Der Ansturm war gewaltig, zahlreiche Pubs sind auf Wochen ausgebucht.

(dpa)

Veröffentlicht auf

ROLLINGPLANET ist seit 2021 Deutschlands Onlinemagazin für Menschen mit Behinderung und alle anderen. ROLLINGPLANET ist ein Non-Profit-Projekt, realisiert vom Verein Menschen, Medien und Inklusion e.V., München. Mehr über unser Team erfahren Sie hier.

Kommentieren

Leave a Reply

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Werbung
Werbung
Werbung

LESETIPPS

Werbung

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Gesellschaft & Politik, Ziemlich wichtiger Lesestoff

Angeblich fühlen sich Touristen vom „Krankheitsbild der Menschen mit geistigen und seelischen Beeinträchtigungen“  bedrängt – drei Kommunalpolitiker sorgen für Empörung.

Gesellschaft & Politik

Die Pflege-WG für homosexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen der Schwulenberatung Berlin wird von der Deutschen Fernsehlotterie mit 300.000 Euro gefördert. Am Sonntag präsentiert das Projekt seine Arbeit im Rahmen der Gewinnzahlenpräsentation im Ersten.

Gesellschaft & Politik

Verein ISL kritisiert, dass die Rechte von alten und behinderten Menschen massiv verletzt werden und die Regierung vor Impfverweigerern, rechten Verfassungsfeinden, Esoterikern und Antisemiten eingeknickt ist.

Sport

Bitter für den Rollstuhlbasketball-Bundesligisten Köln99ers, der langfristige Pläne mit seinem Star hatte: Der Center verlässt die Domstadt.