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Paralympics-Ticker

Kappel nach Bronze-Gewinn: „Muss schauen, ob ich ein Bier finde“

Rollstuhl-Basketballer kämpfen sich ins Viertelfinale +++ Pistorius-Klasse: Streng sprintet zu Gold, Floors zu geteiltem Bronze +++ Vorrunden-Aus: Deutsche Goalballer enttäuschen +++ Para-Schwimmerin Schott verpasst dritte Medaille

Montag, 30. August 2021: Die ROLLINGPLANET-Zusammenfassung mit den wichtigsten Ergebnissen, Ereignissen und Stimmen des heutigen Wettkampftags der Paralympischen Spiele (24. August – 5. September 2021) in Tokio.

Deutschland holt im Medaillenspiegel auf

Mit einmal Gold und mehrfach Bronze konnte Deutschland heute im Medaillenspiegel etwas aufholen und befindet sich nun auf Rang 18 (3-mal Gold/3-mal Silber/9-mal Bronze). Uneinholbar vorn: Die Volksrepublik China mit insgesamt 119 Medaillen (54-mal Gold/35-mal Silber/30-mal Bronze). Rang 2 und 3 belegen Großbritannien (26-mal Gold/20-mal Silber/22-mal Bronze) und das Russische Paralympische Komitee (19-mal Gold/11-mal Silber/31-mal Bronze)

Kappel nach Bronze-Gewinn: „Muss schauen, ob ich ein Bier finde“

Rio-Sieger Niko Kappel hat die Verschiebung der Paralympics in Tokio möglicherweise die nächste Goldmedaille gekostet. Nachdem der kleinwüchsige Stuttgarter beim ursprünglichen Termin im Vorjahr seine Kugelstoß-Klasse dominiert hatte, holte er am Montag nach einer problematischen Saison Bronze.

„Wenn man meine Leistung anschaut, ja“, antwortete der 26-Jährige auf die Frage, ob die Spiele besser 2020 stattgefunden hätten: „Letztes Jahr hatte ich tolle Wettkämpfe. Heute bin ich mit meiner Leistung nicht ganz zufrieden. Aber mit der Medaille bin ich sehr happy. Mir fällt echt ein Stein vom Herzen, dass es noch eine Medaille geworden ist nach dieser schwierigen, ich würde fast sagen, Scheiß-Saison.“

Niko Kappel posiert mit Bronze-Medaille

Schwänzte die Eröffnungsfeier, will sich heute aber ein Bier gönnen: Kugelstoßer Niko Kappel (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Nach Bronze bei der EM Anfang Juni hatte Kappel eine sechswöchige Verletzungspause einlegen müssen. „Es ist uns gelungen, das aus der Birne zu kriegen, aber für den großen Stoß hat es nicht gereicht“, sagte er. So sortierte sich Kappel in einem der ausgeglichensten Startfelder der Spiele mit fünf potenziellen Gold-Kandidaten in der Mitte von diesen ein. Mit 13,30 Metern hatte er Weltrekordler Bobirjon Omonow aus Usbekistan (14,06 Meter) und den US-Amerikaner Hagan Landry (13,88 Meter) vor sich.

Die Eröffnungszeremonie hatte er geschwänzt (ROLLINGPLANET berichtete), doch nach dem Medaillen-Gewinn wird gefeiert: „Heute Abend muss ich mal in irgendwelchen Kammern schauen, ob ich ein Bier finde“, sagte Kappel, der am 12. September wie im Vorjahr beim ISTAF startet und „dann erst mal schön in Urlaub fährt“.

Rollstuhl-Basketballer kämpfen sich ins Viertelfinale

Die deutschen Rollstuhl-Basketballer haben das Viertelfinale bei den Paralympics erreicht. Durch einen mühevollen 56:53-Erfolg am Montag gegen den Iran hat sich die Mannschaft von Bundestrainer Nicolai Zeltinger in der Gruppe B einen Platz unter den ersten vier Teams gesichert. Die K.o.-Runde startet am Mittwoch. Überragender Akteure beim dritten Sieg in der Gruppenphase war Aliaksandr Halouski mit 27 Punkten.

Vorrunden-Aus: Deutsche Goalballer enttäuschen

Die hochambitionierten deutschen Goalballer sind bei den Paralympics überraschend in der Vorrunde ausgeschieden. Der Europameister und Gold-Anwärter verlor am Montag in Tokio gegen China deutlich mit 3:8 und beendete die Gruppe B aufgrund der schlechtesten Tordifferenz (-7) als Letzter. Alle fünf Mannschaften haben zwei Siege und zwei Niederlagen auf dem Konto.

Reno Tiede hält einen Ball im Tor.

Kapitän Reno Tiede scheidet mit seiner Mannschaft bereits in der Vorrunde aus. (Foto: Jens Büttner/dpa)

Die Mannschaft des scheidenden Bundestrainers Johannes Günther war mit einer Gold-Ansage ins Turnier gestartet (ROLLINGPLANET berichtete). Doch die zwei klaren Niederlagen gegen die Ukraine (5:11) und am Montag gegen China bedeuteten das Aus. Gegen die Asiaten traf Michael Dennis zweifach. Der Sieger hatte in Yang Mingyuan, dem sieben Tore gelangen, den überragenden Akteur auf seiner Seite.

Sitzvolleyballer: Kaum Chancen auf Viertelfinal

Den deutschen Sitz-Volleyballern droht das schnelle Aus bei den Paralympics in Tokio. Gegen China gab es für die Mannschaft von Bundestrainer Michael Merten am Montag in vier hart umkämpften Sätzen ein 1:3 (23:25, 25:23, 23:25, 23:25). Nach der Auftaktniederlage in der Gruppe B gegen den Iran (0:3) müssen die Deutschen zum Abschluss ihre Partie gegen Brasilien deutlich gewinnen und auf Schützenhilfe des Irans gegen China hoffen. Die Partien finden am Dienstag statt.

Pistorius-Klasse: Streng sprintet zu Gold, Floors zu geteiltem Bronze

Deutsches Gold in der 100-Meter-Konkurrenz der legendären Klasse von „Blade Runner“ Oscar Pistorius: Felix Streng hat bei den Paralympics in Tokio das dritte Gold für Deutschland geholt. Im Sprint der Unterschenkelamputierten siegte Streng, der neuerdings in London trainiert und für Wetzlar startet, in 10,76 Sekunden vor dem Costa-Ricaner Sherman Isidro Guity Guity (10,78 Sekunden).

Felix Streng mit Goldmedaille

Das dritte Mal Gold für Deutschland bei diesen Paralympics: Felix Streng siegt auf 100 Meter. (Foto: Tim Goode/PA Wire/dpa)

Weltrekordler Johannes Floors wurde in 10,79 Sekunden Dritter. Der 26 Jahre alte Leverkusener, der Weltmeister ist und als schnellster Mann auf zwei Prothesen gilt, musste minutenlang auf die Zielfoto-Entscheidung warten. Dann leuchtete auf der Anzeigentafel auf: Sowohl Floors als auch der Brite Jonnie Peacock, Paralympicssieger 2012 in London und 2016 in Rio, erhalten zeitgleich Bronze.

Erste Medaille für deutsche Reiter

Regine Mispelkamp hat bei den Paralympics die Bronzemedaille im Dressurreiten gewonnen. Die 50-Jährige holte für die Para-Reiter in der Einzel-Kür am Montag mit ihrem Pferd Highlander Delight’s mit 76,820 Prozentpunkten Platz drei. Paralympicssiegerin wurde die Belgierin Michèle George (80,590) hauchdünn vor dem Niederländer Frank Hosmar (80,240). Für deutschen Reiter war es in Tokio die erste Medaille.

Para-Schwimmerin Schott verpasst dritte Medaille

Medaille verpasst, doch Para-Schwimmerin Schott freut sich dennoch über einen guten 4. Platz.

Medaille verpasst, doch Para-Schwimmerin Schott freut sich dennoch über einen guten 4. Platz. (Foto: Marcus Brandt/dpa)

Schwimmerin Verena Schott hat ihre dritte Medaille bei den Paralympics in Tokio knapp verpasst. Die 32-Jährige wurde am Montag über 50 Meter Schmetterling in 37,03 Sekunden Vierte, zwei Zehntelsekunden hinter Bronzemedaillengewinnerin Elizabeth Marks (36,83) aus den USA. Gold gewann die Chinesin Yuyan Jiang (34,69) vor Nicole Turner (36,30) aus Irland. Über 200 Meter Lagen und 100 Meter Brust hatte Schott Bronze geholt.

Nach Silber im Weitsprung: Schäfer holt über 100 Meter Bronze

Zwei Tage nach Silber im Weitsprung hat Leon Schäfer bei den Paralympics in Tokio Bronze über 100 Meter gewonnen. Der 24 Jahre alte Leverkusener musste sich am Montag nach persönlicher Bestleistung von 12,22 Sekunden nur dem russischen Goldmedaillen-Gewinner Anton Prochorow, der mit 12,04 Sekunden Weltrekord für die oberschenkelamputierte Klasse lief, und dem Brasilianer Vinicius Goncalves Rodrigues geschlagen geben. Schäfer ist Vize-Weltmeister auf der Sprint-Strecke.

(RP/dpa)

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