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Hilfe für gehörlose ukrainische Flüchtlinge dank Telefondolmetschen

Für die Betreuung von tauben Flüchtlingen können ehrenamtliche Helfer des Deutschen Gehörlosen-Bundes e.V. (DGB) ab sofort kostenlos über die Telefondolmetschdienste der Tess – Relay-Dienste in Deutscher Gebärdensprache und Schriftsprache telefonieren.

Ann-Cathrin Hompesch, Koordinatorin des DGB für gehörlose Flüchtling in Schleswig-Holstein, mit Natalja Gavaza ukrainische freiwillige Helferin in Flensburg, die russisch spricht und russisch sowie deutsch gebärdet. Beide sind gehörlos. (Foto: Tess – Relay-Dienste GmbH)
Ann-Cathrin Hompesch, Koordinatorin des DGB für gehörlose Flüchtling in Schleswig-Holstein, mit Natalja Gavaza ukrainische freiwillige Helferin in Flensburg, die russisch spricht und russisch sowie deutsch gebärdet. Beide sind gehörlos. (Foto: Tess – Relay-Dienste GmbH)

Dafür stellen die Tess – Relay-Dienste kostenlose Anschlüsse für jedes Bundesland zur Verfügung. „So ist eine schnelle, direkte Kommunikation für Telefonate mit Behörden, Ämtern oder für die Wohnungssuche gewährleistet – und das rund um die Uhr (24/7)“, teilte das Unternehmen mit.

„In der Ukraine gebärdet man anders als bei uns“

Seit Wochen kommen ukrainische Flüchtlinge nach Deutschland, auch in den nördlichsten Teil der Bundesrepublik – nach Flensburg. Hier hilft Ann-Cathrin Hompesch, selbst gehörlos, als Koordinatorin des DGB für gehörlose Flüchtlinge in Schleswig-Holstein. Vor besondere Herausforderungen stellt sie die Kommunikation mit den Flüchtlingen, wenn keine tauben Übersetzer auf Ukrainisch oder Russisch dolmetschen können. „In der Ukraine gebärdet man anders als bei uns,“ berichtet sie von ihren ersten Erfahrungen mit den ukrainischen Familien. „Auch das dortige Fingeralphabet ist nicht mit unserem vergleichbar.“ Internationale Gebärden beherrschen gehörlose Flüchtlinge in der Regel auch nicht. Sie müssen also zwei Sprachen neu lernen: die Deutsche Schriftsprache und die Deutsche Gebärdensprache.

Nach Überwindung der kommunikativen Hürden stehen organisatorische Schwierigkeiten an. Hier verspricht sich Ann-Cathrin Hompesch eine große Hilfe durch die Möglichkeit der Telefonate über Tess. „Mit Hilfe der kostenlosen Anschlüsse können wir jetzt für die Flüchtlinge organisatorische Dinge schnell und einfach per Telefon erledigen, z. B. für Anrufe beim Sozialamt, der Schule oder für die Wohnungssuche.“, freut sich Hompesch.

Wie es funktioniert

Bei der Nutzung des Dolmetschdienstes ruft Hompesch im Namen der ukrainischen Flüchtlingsfamilie über eine Videoverbindung im Gebärdensprachdolmetschdienst an. Der Gebärdensprachdolmetscher ruft über eine Telefonverbindung zum Beispiel beim Sozialamt an und übersetzt für Ann-Cathrin Hompesch und den Mitarbeiter des Sozialamtes von Deutscher Gebärdensprache in deutsche Lautsprache und umgekehrt. Die Gesprächsinhalte vermittelt Hompesch anschließend der ukrainischen Familie und hilft ihr so bei der Ankunft in Deutschland.

Auch in den anderen Bundesländern werden die kostenlosen Anschlüsse der Telefondolmetschdienste für die Organisation des täglichen Lebens gebraucht, wie z. B. in Bayern, wo bereits 240 ukrainische gehörlose Flüchtlinge angekommen sind und Hilfe benötigen.

Die Kosten für die Gesprächsgebühren für den Dolmetschdienst übernehmen die Tess – Relay-Dienste GmbH und Ihre Partnerfirma, die Telesign Deutschland GmbH.

(RP/PM)

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