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Hannover United-Coach: „Werden gegen Frankfurt eine niedrigere Fehlerquote haben“

Nicht mutig genug, zu zögerlich – Cheftrainer Martin Kluck spricht nach der Niederlage seiner Rollstuhlbasketballer gegen Wiesbaden über die Gründe und schaut auf das kommende Spiel. Von Viviane Müller

Martin Kluck beim Spiel
Hannover United-Coach Martin Kluck war mit der Leistung seines Teams nicht zufrieden. (Foto: Steffie Wunderl)

Hannover United hat am Samstag bei den Rhine River Rhinos in Wiesbaden mit 58:68 verloren – nach einer erfolgen Aufholjagd. Am Sonnabend (18 Uhr) kommen die ING Skywheelers Frankfurt am 3. Spieltag in die United Arena. In unserem Interview erklärt Martin Kluck, Headcoach der Gastgeber, warum sich seine Mannschaft nicht verunsichern lassen darf.

„Nicht selbstbewusst genug für den nächsten Pass“

Hannover United hat sein Auswärtsspiel gegen die Rhine River Rhinos Wiesbaden mit zehn Punkten verloren. Ein Spiel, das man nicht verlieren muss. Woran hat es gelegen?

Wir haben uns relativ frühzeitig in die Defensive begeben, wenn man so will. Wir haben uns von den Rhinos das Tempo bestimmen lassen, waren immer irgendwie etwas spät mit unseren Entscheidungen. In der Offensive haben wir mehr reagiert. Das ist immer ein Indiz dafür, dass wir nicht schnell genug sind im Kopf, um die nächste Entscheidung zu treffen, nicht selbstbewusst genug den nächsten Pass zu spielen. Da sind wir als Team noch nicht so gefestigt, dass wir eine Strategie haben, um uns aus kleineren Löchern herauszukämpfen.

Hannover United ist mit einem Sieben-Punkte-Rückstand in das dritte Viertel gestartet – Louis Hardouin hatte kurz nach Wiederbeginn auf 32:25 für Wiesbaden erhöht. Bis zur 35. Minute hatte United das Ergebnis aufgeholt. Danach ging’s wieder in die andere Richtung. Warum hat Hannover diesen Lauf nicht halten können?

Das ist im Basketball, genauso wie im Rollstuhlbasketball, ein „Game of Runs”. Da scored die eine Mannschaft sechs Punkte in Folge, dann die andere wieder. Am Ende geht es darum, entweder längere Läufe oder mehr Läufe zu entwickeln. Das haben die Rhinos dieses Mal geschafft. Nach der Halbzeit sind wir ganz gut herausgekommen, kurz mit einem Punkt in Führung gegangen. Dass Wiesbaden dann darauf Antworten findet, ist erwartbar. Anfang des viertes Viertel haben wir nochmal was versucht und sind etwas mutiger gewesen, aber das hat dann nicht geklappt. Irgendwann war der Rückstand zu groß, um das Spiel nochmal zu drehen.

Welchen Einfluss hat man als Trainer von der Seitenlinie, um diese Läufe zu stoppen?

Auszeiten, zum Beispiel. Da war es sehr unglücklich, dass ich im zweiten Viertel, als Wiesbaden das Spiel gedreht hat, keine Möglichkeit hatte. Einer der  Schiedsrichter hatte mir im ersten Viertel eine zweite Auszeit aufgedrückt, weil ich aus seiner Sicht meine Zeit überzogen hatte. Darüber habe ich mich sehr geärgert. Und das hat natürlich dazu beigetragen, dass wir die Läufe von Wiesbaden mit diesem Instrument nicht unterbrechen konnten. Das war bitter, aber ich habe das nach dem Spiel mit dem Schiedsrichter besprochen.

„Wir dürfen uns nicht verunsichern lassen“

Es ist nicht so, dass United keine Wurf-Chancen hatte. Die Quote war mit 36 Prozent aus dem Feld nur nicht berauschend. Ungewöhnlich für Hannover. Was war da los?

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Ich glaube, dass wir zu zögerlich waren. Gegen Trier haben wir den Ball mit Selbstvertrauen genommen, wenn wir einen offenen Wurf hatten. Gegen Wiesbaden haben wir überlegt, haben den einen Augenblick gezögert, um zu schauen, ob noch jemand besser positioniert ist. Da war dann der eigene Wurf weg. Dann hat man gegen die Rhinos, die ein wirklich gutes Team haben und viel Druck ausüben, eine gute Chance vertan und muss einen schlechteren Wurf nehmen. Das schlägt sich dann in der Quote nieder.

Ungewöhnlich waren auch einige Abspielfehler oder Bälle ins Leere. Gibt es Abstimmungs- und Kommunikationsprobleme?

Das sind die Unsicherheiten und das Zögern, das ich meine. Ein gutes Beispiel ist der Pass von Jan Haller auf Mariska Mitte des zweiten Viertels. Wenn er direkt spielt und das ein guter Pass ist, ist Mariska da. Sie sieht ihn zögern, fährt los – und dann kommt der Pass in ihren Rücken. Natürlich sind wir da in der Abstimmung und Kommunikation noch nicht da, wo wir hinwollen. Aber das wäre zum jetzigen Zeitpunkt auch überraschend. Solche Fehler passieren bei allen Teams zu Beginn einer Saison häufiger als am Ende. Nur dürfen wir uns dadurch nicht so verunsichern lassen und müssen weiter die Ruhe bewahren.

Niedrigere Fehlerquote dank Videoanalyse

Am kommenden Wochenende sind die ING Skywheelers Frankfurt zu Gast in der United Arena. Wie stellt ihr bis dahin die Probleme aus dem Wiesbaden-Spiel ab?

Wir schauen uns das Spiel gegen Wiesbaden im Video an. Wir analysieren die Fehler, aber schauen uns auch an, was gut lief. Dann setzen wir die Schlüsse daraus bestmöglich im Training um und versuchen die Dinge zu automatisieren. Ich bin mir sicher, dass wir gegen Frankfurt schon eine niedrigere Fehlerquote haben werden.

Gerade Louis Hardouin, Wiesbadens Zugang, hat Hannover vor Probleme gestellt – unter anderem mit drei Dreiern. Frankfurts Nationalspieler Nico Dreimüller, den sie gut kennen, hat zum Saisonauftakt gegen Köln 35 Punkte, davon fünf Dreier, eingenetzt. Wie werden Sie dem begegnen?

Auf Louis waren wir eigentlich gut eingestellt. Natürlich ist er neu in der Liga und wenn man gegen jemanden zum ersten Mal spielt, muss man sich die Eigenheiten erstmal verinnerlichen. Dass er über einen guten Distanzwurf verfügt, wussten wir und trotzdem ist es nicht leicht diese Würfe zu verhindern. Nico hat gegen Köln ein bärenstarkes Spiel gemacht. Das war sehr beeindruckend. Wir sind auf jeden Fall gewarnt. Und die Situation ist eine andere, weil ein Großteil unseres Teams entweder im letzten oder einen der vorangegangenen Sommer mit Nico in der Herren- oder der U22-Nationalmannschaft gespielt hat. Die Jungs kennen sich alle sehr gut.

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(RP/PM)

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