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Großbrand in Behindertenwerkstatt – Haftstrafe für Brandstifter

Spekulation über das Tatmotiv: Der 26-Jährige hatte sich bei der Einrichtung beworben, wurde aber nicht angestellt.

In der Nacht zum 27. August 2020 brannte in Bayreuth die Behindertenwerkstatt komplett aus. (Foto: IWN)
In der Nacht zum 27. August 2020 brannte in Bayreuth die Behindertenwerkstatt komplett aus. (Foto: IWN)

Ein 26-jähriger Brandstifter, der mit einem Feuer in einer Bayreuther Behindertenwerkstatt einen Millionschaden verursacht hat, muss in Haft und in eine Entziehungsanstalt. Er sei unter anderem wegen Brandstiftung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren verurteilt worden, teilte das Landgericht Bayreuth am Donnerstag mit.

Dem Mann wurden noch zwei weitere Brandstiftungen sowie Diebstähle und Sachbeschädigungen im Jahr 2020 zur Last gelegt. Am schwersten wog aber der Großbrand, den der 26-Jährige in der Nacht zum 27. August 2020 in der Behindertenwerkstatt verursacht hatte, nachdem er dort eingebrochen war. Ob er das Feuer zur Spurenbeseitigung legte oder weil er sich darüber ärgerte, dort nicht angestellt worden zu sein, ließ sich laut Gericht nicht mehr zweifelsfrei klären.

Drogenabhängig, aber schuldfähig

Es entstand ein Schaden von 7,7 Millionen Euro. Die 300 behinderten Beschäftigten verloren ihre Arbeitsstelle. Das Feuer hatte deshalb in der ganzen Region Betroffenheit ausgelöst.

Der Mann ist demnach drogenabhängig, aber voll schuldfähig. Wegen der Drogensucht verbringt er einen Teil der Strafe in einer Entziehungsanstalt. Der Deutsche war wenige Tage nach dem Großbrand bei einem Einbruchdiebstahl in eine Schule auf frischer Tat ertappt und in Untersuchungshaft genommen worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(RP/dpa/lby)

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