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Goldener Abend für Deutschland bei der Para Tischtennis-Europameisterschaft

Medaillenregen in Sheffield: In den Einzel-Wettbewerben hat das deutsche Nationalteam zweimal Gold, einmal Silber und fünfmal Bronze gewonnen.

Thomas Brüchle, Thomas Schmidberger, Valentin Baus
Schnitten bei den Einzel-Wettbewerben bei den Para Tischtennis-Europameisterschaften grandios ab: (v.l.n.r.) Thomas Brüchle, Thomas Schmidberger, Valentin Baus (Foto: Jessica Balleer/DBS)

Viel schöner hätten sich die beiden Teamkollegen und Freunde, Thomas Schmidberger und Valentin Baus, den Finaltag der Einzel-Wettbewerbe wohl kaum vorstellen können. Die Wahl-Düsseldorfer gewannen zunächst ihre beiden Halbfinals: Baus blieb erneut ohne Satzverlust und setzte sich gegen den Weltranglistenfünften Palikuca durch. Schmidberger kämpfte sich über fünf Sätze gegen den Iren Colin Judge ins Finale der Wettkampfklasse 3.

Baus machte schließlich am Donnerstagnachmittag den Anfang, um seinen Titel von 2019 zu verteidigen. Der 27-Jährige hatte dabei nicht nur den Briten Jack Hunter Spivey (Weltranglistensiebter), sondern auch einen Großteil des Publikums im „English Insitute of Sport“ gegen sich. Nerven zeigte er allerdings nicht. Mit starken Offensivaktionen und Cleverness siegte Baus 3:1 (11:8, 11:6, 7:11, 11:8) und jubelte über die Goldmedaille.

„Es waren schon besondere Verhältnisse hier in der Halle mit den vielen Briten. Das hat mich aber nicht verunsichert. Mir ist klar, dass von mir mittlerweile erwartet wird, dass ich gewinne. Mit dem Druck kann ich aber gut umgehen. Ich freue mich sehr über die Titelverteidigung.“

Baus bleibt in der Wettkampfklasse 5 somit das Maß der Dinge – und als amtierender Paralympics-Sieger, Weltmeister, Weltranglistenerster und weiterhin Europameister auch der Gejagte für Paris 2024.

Auch Schmidberger sichert sich Paralympics-Ticket

Schmidberger sah sich im Finale dem Franzosen Florian Merrien gegenüber. Keine Viertelstunde hat es gedauert, da war das Spiel bereits zugunsten des Deutschen entschieden: Ein souveränes 3:0 (11:5, 11:6, 11:4) gegen seinen langjährigen Kontrahenten bescherte Schmidberger erneut Gold.

„Mir war aufgrund der vielen Duelle in der Vergangenheit klar, dass ich der bessere Spieler von uns beiden bin“,

sagte der 31-Jährige. „Wenn es dann gut läuft, ist es das Wichtigste, die Spannung nicht zu verlieren. Das habe ich über die gesamte Spieldauer geschafft.“ So sorgten die beiden Kumpels Baus und Schmidberger für einen goldenen Abend, holten gleichzeitig als Europameister jeweils ein Ticket für die Paralympics in Paris 2024 und beendeten einen medaillenreichen Tag aus deutscher Sicht.

Weitere Medaillen für deutsche Athleten

Denn bereits zuvor hatte es vier Bronzemedaillen gegeben: Thomas Brüchle (WK3), Björn Schnake (WK7), Juliane Wolf (WK8) und Marlene Reeg (WK10) konnten sich trotz verlorener Halbfinalspiele recht schnell über das Edelmetall freuen. Brüchle fand beim 0:3 gegen den Franzosen Merrien kein Mittel, ähnlich erging es auch Schnake, der sich mit dem Weltranglistenzweiten Jean-Paul Montanus duellieren musste (0:3).

Juliane Wolf war drauf und dran, die Weltranglistendritte Aida Dahlen zu besiegen, doch es reichte letztlich nicht. Mit 1:3 unterlag sie der Norwegerin. Marlene Reeg blieb gegen die amtierende Europameisterin Partyka aus Polen chancenlos (0:3), belohnt sich aber mit Bronze für ein starkes Turnier. Die ersten beiden deutschen Medaillen hatten Jana Spegel (WK1) und Sandra Mikolaschek (WK4) bereits am Mittwoch gewonnen. Spegel wurde Vize-Europameisterin, Mikolaschek gewann in der zusammengelegten Wettkampfklasse 4-5 Bronze. An den verbleibenden beiden EM-Tagen geht es in Sheffield mit den Doppel- und Mixedwettbewerben weiter.

Para Tischtennis-Bundestrainer Volker Ziegler zieht ein positives Zwischenfazit: „Wir hatten heute das Luxusproblem, fünf Halbfinalspiele gleichzeitig betreuen zu müssen bzw. zu dürfen, sogar unser Videoanalyst ist eingesprungen. Mit der Ausbeute von acht Medaillen bin ich sehr zufrieden, das sind mehr als im Rekordjahr 2019. Viel wichtiger ist aber die Art und Weise, wie die Erfahrenen und auch der Nachwuchs hier auf höchstem Niveau bislang aufspielen. Das gefällt mir bislang sehr gut“, sagt Ziegler.

(RP/PM)

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