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European Para Championships in Rotterdam haben begonnen

Nach der Eröffnungsfeier am Montag, kämpfen nun 1.500 Sportler mit Behinderung aus über 40 Ländern bis zum 20. August um den Sieg – welche Athleten vertreten Team Deutschland?

Logo der Veranstaltung
(Foto: European Para Championships 2023)

Die European Para Championships feierte mit der am Montag Abend stattfindenden Eröffnungsfeier ihre Premiere in Rotterdam, die Wettkämpfe starten am Tag darauf. Das Multisport-Event findet erstmals bis zum 20. August in den Niederlanden statt. Dabei werden gleichzeitig in zehn Para Sportarten Europameisterschaften ausgetragen, die vielfach auch direkten Einfluss auf die Qualifikation für die Paralympics 2024 in Paris haben. Über 50 deutsche Athleten werden in acht der zehn Sportarten an der Erstauflage der Europaspiele teilnehmen. Insgesamt werden 1.500 Sportler aus 45 Ländern erwartet.

Im Folgenden werden die deutschen Nationalmannschaften, die Ziele und Erwartungen der Trainer sowie die Kaderzusammenstellungen vorgestellt:

Para Badminton

Im Para Badminton reisen mit Rick Hellmann und Thomas Wandschneider die amtierenden Weltmeister im Doppel nach Rotterdam. Dementsprechend hohe Ziele steckt auch der Bundestrainer Christopher Skrzeba, der sich zwei EM-Titel sowie weitere Medaillen wünscht. Besonders den Weltmeistern Hellmann und Wandschneider rechnet Skrzeba sowohl im Doppel als auch im Einzel gute Chancen aus, sieht nach dem Weltranglistenturnier in England vergangene Woche darüber hinaus das gesamte Team in guter Verfassung.

„Ich freue mich auf die Veranstaltung und darauf, auf andere Sportarten zu treffen – die kleinen Paralympics“,

zeigt Skrzeba sich voller Vorfreude.

Der Kader für Rotterdam:
Marcel Adam (28 / Hildesheim / VfL Grasdorf), Nils Böning (24 / St. Ingbert / 1. BCB Saarbrücken Bischmisheim), Rick Cornell Hellmann (35 / Berlin / VfL Grasdorf), Jan-Niklas Pott (29 / Kiel / VfL Grasdorf), Annika Schröder (26 / Herne / 1. BV Mülheim), Katrin Seibert (53 / Dortmund / 1. BC Dortmund), Thomas Wandschneider (59 / Buxtehude /  VfL Grasdorf)

Para Boccia

Die deutschen Para Boccia-Spieler zählen durchaus zum Kreis der Medaillenanwärter. Anita Raguwaran und Boris Nicolai starten zusammen im BC4 Pair. Das Mixed-Doppel der Sportler vom BRS Gersweiler wird aktuell auf Platz acht der Weltrangliste geführt. Aus Europa sind nur die Paare aus Kroatien und der Slowakei höher gesetzt – auf beide Länder werden Nicolai und Raguwaran bei der kommenden EM treffen. Cheftrainerin Melissa Weber traut dem Duo Edelmetall zu. Ähnlich optimistisch ist sie für den Einzelwettbewerb: „Ich rechne auch hier beiden sehr gute Medaillenchancen aus“, sagt die Cheftrainerin. Wenn Nancy Poser und Christine Fink ihre Topleistung abrufen, könnte es in der Startklasse BC3 der Damen ebenfalls deutsches Edelmetall geben. Dort treten sie mit ihren Rampenassistenten Bastian Karl und Christina Lindt an.

„Unser Ziel ist es, im vorderen Feld mitzuspielen und vielleicht eine Medaille mitzunehmen“,

sagt Weber. Generell gilt: Der EM-Titel ist gleichbedeutend mit der direkten Qualifikation für die Paralympics.

Der Kader für Rotterdam:
Boris Nicolai (38 / St. Ingbert / BRS Gersweiler), Anita Raguwaran (33 / Killinochchi (Sri Lanka) / BRS Gersweiler), Christine Fink (33 / Mainz / SFD Bad Kreuznach), Nancy Poser (43 / Hoyerswerda / SFD Bad Kreuznach)

Para Bogensport

Para Bogensportlerin Flora Kliem blickt auf kein leichtes Jahr zurück: Nach einer großen Operation kämpfte sie sich zurück in den Sport, musste zudem aufgrund einer Umklassifizierung vom Rollstuhl in den Stehstuhl wechseln und dadurch ihren Schießstil anpassen. Ihr Heimtrainer Hartmut Stöpler blickt dennoch zuversichtlich auf die European Para Championships und hebt Kliems Kampfgeist sowie ihren Trainingsfleiß hervor:

„Wir gehen mit Blick auf das vergangene Jahr sehr gelöst in diesen Wettkampf und hoffen auf eine Platzierung im Mittelfeld oder oberen Mittelfeld – alles ist offen.“

Para Judo

Mit Vorfreude aber recht entspannt gehen die Para Judokas in die EM. Für sie ist es die Generalprobe vor der im Rahmen der IBSA World Games stattfindenden WM (18. bis 27. August). Aus diesem Grund möchte Bundestrainerin Carmen Bruckmann auch nicht alles in die Waagschale werfen und verzichtet auf Nikolai Konrhaß, Paralympics-Medaillengewinner 2016 und Europameister 2019.

„Nikolai kommt gerade erst aus einer Verletzung, da wollen wir mit Blick auf die WM einfach kein Risiko eingehen, weil wir dort die entscheidenden Punkte für Paris holen wollen“,

erklärt Bruckmann. Ein Medaillenkandidat dürfte auch wieder Lennart Sass sein, jedoch kommt der amtierende Vize-Europameister ebenfalls frisch aus einer Verletzung. Eine, die nicht aus verletzungstechnischen Gründen passen muss, ist Isabell Thal. Die 24-Jährige war bisher eigentlich in der Sportart Para Ski alpin zuhause, bei der EM wollte sie sich nun erstmals auch im Para Judo auf der internationalen Bühne präsentieren. Eine fehlende Klassifizierung macht ihr jetzt aber einen Strich durch die Rechnung. „Isabell wird dennoch als wichtige Trainingspartnerin mit nach Rotterdam reisen und Erfahrung sammeln“, berichtet die Bundestrainerin.

Der Kader für Rotterdam:
Ramona Brussig (46 / Leipzig / PSV Schwerin), Daniel-Rafael Goral (23 / Hamburg / SSG Blista Marburg / SF BG-Marburg), Tabea Müller (25 / Aachen / SSG Blista Marburg / SF BG-Marburg), Lennart Sass (23 / Kiel / Rendsburg TSV), Vanessa Wagner (21 / Görlitz / SSG Blista Marburg / SF BG-Marburg)

Para Radsport

Für die deutsche Para Radsport-Nationalmannschaft geht es Schlag auf Schlag: Auf die WM in Glasgow (Schottland) folgt direkt die EM in Rotterdam. Für Bundestrainer Gregor Lang sind alle neun deutschen Starter mögliche Medaillenkandidat alle sind in guter Verfassung. Da im Para Radsport in Rotterdam keine Punkte für die Paralympics-Qualifikation vergeben werden, steht der individuelle Erfolg im Vordergrund.

„Das Ziel aller Teilnehmer ist es natürlich, für ein Jahr im Trikot des Europameisters bzw. der Europameisterin fahren zu dürfen. Dazu sind wir Bestandteil einer attraktiven Veranstaltung und werden noch einmal alle Kräfte mobilisieren“,

sagt Lang mit Blick auf die Motivation seiner Athleten

Der Kader für Rotterdam:
Kerstin Brachtendorf (51 / Mending / BRSV Cottbus), Angelika Dreock-Käser (47 / Bremervörde / BPRSV Cottbus), Maximilian Jäger (23 / Bad Kissingen / BPRSV Cottbus), Jana Majunke (32 / Cottbus / BPRSV Cottbus), Vico Merklein (45 / Berlin / GC Nendorf), Matthias Schindler (41 / Regensburg / RV Union 1886 Nürnberg), Pierre Senska (35 / Berlin / BPRSV Cottbus), Michael Teuber, (55 / Tegernsee / BSV München) Annika Zeyen (38 / Bonn / SSF Bonn)

Para Taekwondo

Beim Para Taekwondo gibt es eine Premiere: Felix Abeldt nimmt als Newcomer an seiner ersten internationalen Meisterschaft teil und hat sich direkt große Ziele gesteckt.

„Wir hoffen auf etwas Losglück gegen die erfahrenen Athleten, aber wenn Felix die ersten beiden Kämpfe erfolgreich bestreitet, befinden wir uns bereits in den Medaillenrängen“,

erklärt Cheftrainer Haşim Çelik über den Wettkampfplan und seinen neuen Schützling. Neben der Aufregung vor dem ersten internationalen Einsatz ist sowohl beim Athleten als auch beim Trainer die Vorfreude auf das Multisport-Event groß.

Der Kader für Rotterdam:
Felix Abeldt (27 / Ludwigsburg / Taekwondo Center Stuttgart)

Rollstuhltennis

Bei Niklas Höfken, Cheftrainer der deutschen Rollstuhltennis-Nationalmannschaft, herrscht noch eine gewisse Unsicherheit. Sicher ist nur, dass er insgesamt ein hohes Niveau erwartet, auch von seinen insgesamt fünf nominierten Athleten:

„Die Leistungsstärke und -dichte im europäischen Rollstuhltennis ist schon enorm. Bei den EPC wird paralympisches Top-Niveau am Start sein. Nichtsdestotrotz sind unsere deutschen Spieler*innen aktuell gut im Schlag und können daher in Rotterdam durchaus um Medaillen mitspielen. Das wird vermutlich auch von der Auslosung abhängen, aber unser Teamspirit ist top.“

Nominiert sind bei den Herren der amtierende deutsche Meister Anthony Dittmar, für die Damen sind Britta Wend und Katharina Krüger am Start, die bei der Mannschafts-WM im Mai Platz sieben belegten. Außerdem nehmen in der Klasse der Quads die beiden Zwillinge Marcus und Max Laudan teil. Auch beim Rollstuhltennis reicht nur Gold für die direkte Paralympics-Qualifikation.

Der Kader für Rotterdam:
Katharina Krüger (33 / Berlin / SV Zehlendorfer Wespen), Britta Wend (27 / Bielefeld / TC Weiden), Anthony Dittmar (29 / Duderstadt / TC Weiden), Max Laudan (31 / Berlin / SV Zehlendorfer Wespen), Marcus Laudan (31 / Berlin / SV Zehlendorfer Wespen)

Rollstuhlbasketball (Damen)

Nach Platz vier bei den Weltmeisterschaften müssen die deutschen Rollstuhlbasketballerinnen den Wegfall der zweitbesten Werferin des Turniers kompensieren, denn Katharina Lang darf aufgrund der neuen Klassifizierungsordnung nicht mehr an internationalen Turnieren teilnehmen. Dennoch steckt sich das Team von Cheftrainer Dirk Passiwan große Ziele für die Premiere der European Para Championships.

„Die ersten zwei Spiele gegen Großbritannien und die Niederlande werden zeigen, wo wir stehen. In der Gruppenphase wollen wir eine gute Platzierung erreichen, um erst möglichst spät im Turnierverlauf auf die Weltmeisterinnen und Paralympics-Siegerinnen aus den Niederlanden zu treffen. Wir wollen unser großes Ziel, die Qualifikation für Paris 2024, unbedingt erreichen“,

betont Passiwan. Europa hat sich durch die WM-Platzierungen zwei Tickets für die Paralympics in Paris gesichert, sodass ein Einzug ins Finale die direkte Qualifikation bedeuten würde.

Der Kader für Rotterdam:
Lisa Bergenthal (23 / Mechernich / RBC Köln 99ers), Annabel Breuer (30 / Tübingen / Doneck Dolphins Trier), Svenja Erni (20 / Laupheim / BBU ’01), Amanda Fanariotis (31 / Tübingen / RSKV Tübingen), Marie Kier (23 / Herrenberg / RSB Thuringia Bulls), Lena Knippelmeyer (33 / Emden / RSC Osnabrück), Maya Lindholm (32 / Hamburg / BG Baskets Hamburg), Svenja Mayer (32 / Armberg / Rhine River Rhinos Wiesbaden), Mareike Miller (33 / Friedberg / BG Baskets Hamburg), Anne Patzwald (34 / Wilhelm-Pieck-Stadt Guben / BG Baskets Hamburg), Catharina Weiß (23 / Stuttgart / RSV Lahn-Dill)

Rollstuhlbasketball (Herren)

Auch bei den Rollstuhlbasketball-Herren werden zwei Tickets für die Paralympics vergeben. In der Favoritenrolle sieht Bundestrainer Nicolai Zeltinger die Mannschaften aus Großbritannien und den Niederlanden. Dennoch ist auch für die deutschen Rollstuhlbasketballer Paris 2024 das große Ziel – entweder über die EM in Rotterdam oder ein mögliches Qualifikationsturnier. Für Zeltinger spielt bei diesem Turnier die Doppelbelastung mit den Weltmeisterschaften vor einigen Wochen eine große Rolle.

„Man merkt bei uns, aber auch bei den anderen Mannschaften, wie intensiv dieser Sommer mit den beiden großen Turnieren ist. Da wird sich zeigen, wie die Nationen ins Turnier kommen“,

berichtet Zeltinger.

Der Kader für Rotterdam:
Jens Eike Albrecht (32 / Rotenburg/Fulda / RSB Thuringia Bulls), Thomas Böhme (32 / Bayreuth / RSV Lahn-Dill), Alexander Budde (23 / Winsen (Luhe) / Hannover United), Nico Dreimüller (25 / Frankfurt am Main / ING Skywheelers), Lukas Gloßner (23 / Weißenburg / RBB München Iguanas), Matthias Güntner (24 / Neuwied / Rhine River Rhinos Wiesbaden), Jan Haller (24 / Gehrden / Hannover United), Aliaksandr Halouski (26 / Minsk (Belarus) / RSB Thuringia Bulls), Tobias Hell (23 / Räckelwitz / Hannover United), Christopher Huber (27 / Gießen / RSV Lahn-Dill), Julian Lemmering (19 / UBC Münster), Jan Sadler (30 / Burgwedel / Hannover United)

(RP/PM)

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