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Erster vollständig 3D-gedruckter Rollstuhl für Kinder vorgestellt

Der Rollstuhl lässt sich mit einem handelsüblichen 3D-Gerät herstellen und richtet sich an Kinder im Alter von zwei bis acht Jahren. Er wurde so konzipiert, dass er ohne Werkzeuge montiert werden kann. Von Thomas Bätzner

Der Kinderstuhl aus dem 3D-Drucker (Foto: Noam Platt)

Ein Team aus Designer:innen und Entwickler:innen in den USA hat einen bemerkenswerten Prototyp vorgestellt: den ersten vollständig 3D-gedruckten Rollstuhl für Kinder. Das Modell richtet sich an Kinder im Alter von zwei bis acht Jahren und wurde so konzipiert, dass es ohne Werkzeuge montiert werden kann – sämtliche Bauteile lassen sich wie bei einem Puzzle zusammenstecken. Gedruckt wurde der Rollstuhl auf einem handelsüblichen 3D-Drucker des Typs Bambu Lab A1.

Ziel des Projekts ist es, einen niedrigschwelligen Zugang zu Mobilitätshilfen für Kinder mit motorischen Einschränkungen zu ermöglichen – unabhängig von Einkommen, Region oder handwerklichem Geschick. Die benötigten Druckdateien sollen künftig frei zugänglich sein, sodass Familien mit Zugang zu einem 3D-Drucker den Rollstuhl selbst herstellen und bei Bedarf einzelne Teile einfach ersetzen oder anpassen können.

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Funktionalität und kindgerechtes Design

Der Rollstuhl besteht vollständig aus dem robusten Kunststoff PETG, das sich durch Schlagfestigkeit und Flexibilität auszeichnet. Neben der tragenden Struktur, den Rädern und dem Sitz wurden auch Sicherheitsgurte sowie eine verstellbare Fußstütze im 3D-Druckverfahren gefertigt. Der Sitz selbst weist ein luftdurchlässiges Gittermuster auf, das Stabilität und Komfort vereint.

Eine Besonderheit ist das integrierte Staufach auf der Rückseite des Stuhls, das Platz für persönliche Gegenstände oder medizinische Geräte bietet. Auch die Räder heben sich durch ihr Design ab: Sie sind leicht oval geformt, um von kleinen Händen besser gegriffen und bewegt werden zu können.

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Entstanden aus einem inklusiven Entwicklungsprozess

Die Entwicklung wurde federführend von der Organisation MakeGood aus New Orleans betreut, die auf Hilfsmittelentwicklung spezialisiert ist. Unterstützt wurde das Projekt durch die Initiative Tikkun Olam Makers, die sich global für technische Hilfen im sozialen Bereich einsetzt. Grundlage war der sogenannte Toddler Mobility Trainer (TMT) – ein bisher aus Holz gefertigtes Trainingsgerät für Kinder mit Bewegungseinschränkungen. Gemeinsam mit dem auf Industriedesign spezialisierten Unternehmen LINK PBC wurde der TMT für den 3D-Druck weiterentwickelt, um Herstellung und Montage künftig deutlich zu vereinfachen.

Gründer Noam Platt präsentiert den Kinderstuhl. (Foto: Privat)

Ein offenes Projekt mit viel Potenzial

Der Rollstuhl befindet sich derzeit in der Prototypenphase. Die Entwickler:innen verstehen ihn nicht als fertiges Produkt, sondern als Ausgangspunkt für eine offene Weiterentwicklung. Verbesserungen sollen auf Basis von Nutzerfeedback und praktischer Erprobung kontinuierlich umgesetzt werden. „Es geht darum, ein Werkzeug für Selbstbestimmung und Teilhabe zu schaffen, das möglichst vielen zugutekommt“, betont Noam Platt, Gründer von MakeGood.

Die Offenlegung der Druckdaten und der dokumentierte Entstehungsprozess sollen es weltweit ermöglichen, die Idee weiterzutragen – angepasst an regionale Bedürfnisse, persönliche Vorlieben und wachsende Kinder.

(RP)

 

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