Connect with us

Sie suchen ein bestimmtes Thema?

https://bmitw.buchhandlung.de/shop/

Technik & Technologien

Epilepsie: Armband sagt Anfälle voraus

Die Überwachungsgeräte sollen bereits 30 Minuten vorher Alarm schlagen. Wie die Alternative zum Implantat funktionieren soll.

EEG-Linien
Die neue Technologie soll epileptische Anfälle auch ohne EEG-Messung der Gehirnströme ermöglichen. (Foto: Shutterstock)

Epileptische Anfälle lassen sich dank eines neuen Verfahrens von Forschern der Mayo Clinic vorhersagen, berichtet die Fachzeitschrift „Scientific Reports“. Die Experten haben Patienten am Handgelenk ein Überwachungsgerät sechs bis zwölf Monate tragen lassen und somit Muster identifiziert. Damit sei 30 Minuten vor einem Anfall eine Warnung möglich. In den meisten Fällen funktionierte es bei fünf von sechs an der Studie teilnehmenden Patienten gut.

Zuverlässige Vorhersagen

„Diese Studie zeigt, dass auch ein am Handgelenk getragenes Gerät zuverlässige Vorhersagen liefern kann, ohne dass dafür die Gehirnaktivität direkt gemessen wird. Die teilnehmenden Patienten mit medikamentenresistenter Epilepsie und einem implantierten Gerät zur Neurostimulation, das die elektrische Gehirnaktivität misst, erhielten zwei am Handgelenk zu tragende Aufzeichnungsgeräte und ein Tablet für den täglichen Upload der Daten in einen Cloud-Speicher“, so Autor Benjamin Brinkmann.

Die Teilnehmer sollten jeweils ein Armband tragen, während sich das andere wieder auflud. Der Wechsel der Geräte wurde jeden Tag zu einem festgelegten Zeitpunkt durchgeführt. Sie wurden während des normalen Alltags genutzt und lieferten so einzigartige Langzeitdaten für die Studie. Zu den von den tragbaren Geräten gesammelten Informationen gehörten die elektrischen Eigenschaften der Haut, Körpertemperatur, Blutfluss, Herzfrequenz und die Beschleunigungsmessung, die die Bewegung mitverfolgt.

KI hilft bei Datenauswertung

Die Daten wurden mit einem Ansatz des Deep Learning von neuronalen Netzwerken mittels Künstlicher Intelligenz (KI) analysiert. Da die Forschungsteilnehmer bereits über ein implantiertes Gerät zur Tiefenhirnstimulation verfügten, wurden diese Geräte zur Bestätigung von Anfällen eingesetzt. Damit konnten die Forscher auch die Genauigkeit der Vorhersagen der Geräte am Handgelenk überprüfen, so „Scientific Reports“. Laut Brinkmann ist bereits nachgewiesen worden, dass im Gehirn implantierte Geräte Anfälle vorhersagen. Viele Patienten lehnten aber ein derartiges Implantat ab. Eine Alternative dazu könnte daher das neue Gerät am Handgelenk sein.

(RP/PM)

Veröffentlicht auf

ROLLINGPLANET ist seit 2021 Deutschlands Onlinemagazin für Menschen mit Behinderung und alle anderen. ROLLINGPLANET ist ein Non-Profit-Projekt, realisiert vom Verein Menschen, Medien und Inklusion e.V., München. Mehr über unser Team erfahren Sie hier.

Kommentieren

Leave a Reply

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ROLLINGPLANET ist zurück

Herzlich willkommen zum neuen ROLLINGPLANET. Seit August 2021 sind wir nach viermonatiger Pause wieder online – rechtzeitig vor unserem zehnjährigen Jubiläum. Weitere Infos zu unserem Relaunch.

Werbung
Werbung
Werbung

LESETIPPS

Werbung

Events & Termine

Januar, 2021

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Technik & Technologien

Eine Matratze, die vor Wundliegen schützt. Roboterarme, die beim Umbetten helfen. Ein Exoskelett, das Bewegungsübungen unterstützt. Die Chancen von KI werden noch nicht ausreichend genutzt, sagen Experten.

Gesundheit & Medizin

Das Interesse an Online-Sprechstunden steigt seit Jahren. Die Corona-Pandemie hat der Digitalisierung in diesem Bereich noch einmal einen Schub verschafft. Was heute schon möglich ist. Von Nicole Schippers

Gesundheit & Medizin

US-Forscher entwickeln Vagusnerv-Stimulation, die bisher gängige Rehabilitationsmaßnahmen unterstützt.

X