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Ein Weltenbummler im Rollstuhl, für den Qualität und nicht Quantität zählt

Couchsurfer Mohammad Moghadamshad (44) ist unheilbar erkrankt. Ungeachtet dessen verwirklicht er seinen Lebenstraum: „Ich habe nicht allzu viel Zeit. Aber das ist mir egal.“

Mohammad Moghadamshad aus Teheran ist ein begeisterter Couchsurfer.
Mohammad Moghadamshad aus Teheran ist ein begeisterter Couchsurfer. (Foto: privat)
Im Rahmen unseres internationalen Netzwerks veröffentlichen wir regelmäßig Berichte von ROLLINGPLANET-Partnern aus der ganzen Welt. Wir verzichten dabei bewusst, Themen und Texte „einzudeutschen“, indem wir nur für Deutschland relevante Teile übernehmen – ganz im Gegenteil: Wir finden andere Blickwinkel spannend.

Der folgende Beitrag stammt von unseren Kollegen des US-amerikanischen Reiseblogs WheelchairTravel.org („Open Your World“).

Mohammad Moghadamshad aus Teheran (Iran) lebt seit seinem 20. Lebensjahr mit einer genetisch bedingten Muskelerkrankung, die zu einem progressiven Muskelschwund führt. Diese unheilbare Krankheit, allgemein als Muskeldystrophie bekannt, schwächt die Körpermuskulatur im Laufe der Zeit so stark, dass auch die Funktion von Lunge und Herz gefährdet ist.

Die Schwächung schreitet stetig voran. Seit etwa zwei Jahren kann Mohammad nicht mehr selbständig gehen und musste zuerst eine Gehhilfe und danach einen Rollstuhl benutzen. Mittlerweile sind seine Handmuskeln so schwach, dass er eine Wasserflasche allein nicht mehr öffnen kann.

„Ich habe nicht allzu viel Zeit, aber das ist mir egal“

Von seinen schweren gesundheitlichen Einschränkungen lässt sich Mohammad jedoch nicht aufhalten, seine Träume zu verwirklichen. „Couchsurfing“, eine Möglichkeit, neue Reiseziele und Kulturen zu erleben, Einheimische zu treffen, Freunde fürs Leben zu finden, ist seine große Leidenschaft. Der Iraner ist bereits weit herumgekommen, er war in Mexiko, Kuba, Ecuador, Peru, Bolivien, Brasilien und Kenia.

Mohammad Moghadamshad begann sein Weltabenteuer im Jahr 2018 in Südamerika. Normalerweise trägt er nur einen kleinen Rucksack mit sich, in dem sich ein paar Hemden, Hosen und einige Gesundheitsartikel befinden. „Ich wollte billig reisen, nicht in Hotels oder Luxuseinrichtungen übernachten“, sagte er in einem Interview mit dem kenianischen Medienunternehmen NATION.
„Ich glaube an die Menschlichkeit. Wohin ich auch gehe, ich versuche freundlich zu den Menschen zu sein und gut mit ihnen zu kommunizieren“,
so Mohammad.

„Ich habe nicht allzu viel Zeit. Aber das ist mir egal. Für mich ist die Qualität des Lebens wichtig, nicht die Quantität“,

sagt der Weltenbummler.

Mohammad Moghadamshad ist mit einer Frau verheiratet, die ebenfalls im Rollstuhl sitzt. Er arbeitet als Psychologe und führt auch Online-Konsultationen durch, hauptsächlich für Menschen, die in ländlichen und abgelegenen Gebieten wohnen.

Laut offizieller Statistik leben im Iran über 1,3 Millionen Menschen mit Behinderung, und die Zahl steigt jedes Jahr um 50.000. Etwa 15 Prozent der Weltbevölkerung leben mit irgendeiner Form von Behinderung, zwei bis vier Prozent mit erheblichen Funktionseinschränkungen.

Was ist „Couchsurfing?“

Der umgangssprachliche Begriff steht für das Übernachten bei einem Freund (to surf someones couch). Auf verschiedenen Online-Plattformen werden von Nutzern „Couchsurfing“-Angebote erstellt und gefunden. Vermittelt werden ausschließlich private Wohnungen oder Wohnräume, in denen Reisende kostenlos übernachten können. Die Übernachtungsmöglichkeiten sind unterschiedlich und reichen von einer Couch oder Matratze bis zu einem eigenen Zimmer.

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(RP/WheelchairTravel.org)

Veröffentlicht auf

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