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Gesellschaft & Politik

E-Roller: Hamburger Blindenverein zeigt Falschparkern die Gelbe Karte

Weil sich rücksichtslose Fahrer durch Behörden nicht stoppen lassen, soll nun eine Aktion auf die Gefahren für sehbehinderte Menschen und Senioren aufmerksam machen.

Eine gelbe Karte, aufgehängt am Lenker eines E-Rollers, mit dem Text: "Dieses Fahrzeug steht uns im Weg - Gelbe Karte für Falschparker"
Diese gelbe Karte war geplant. (Foto: BSVH)

„Trotz Aufklärung und Maßnahmenpaket der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende liegen E-Roller in Hamburg noch immer kreuz und quer auf den Gehwegen und stellen gefährliche Hindernisse für zufußgehende – insbesondere blinde und sehbehinderte – Menschen dar“, klagt der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg (BSVH).

Der Verein wird deshalb am Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember symbolisch die Gelbe Karte verteilen. Unterstützt wird die Aktion von FUSS e.V., dem Sozialverband Deutschland (SoVD) Hamburg sowie der Lebenshilfe Hamburg.

Insgesamt 3.000 Gelbe Karten werden dabei in Hamburg den E-Rollern, die Passanten behindern, an den Lenker gehängt. Mit der Aktion will der Verein Nutzerinnen und Nutzer sowie die Verleihfirmen für mehr Rücksichtnahme sensibilisieren.

Gleich sieben E-Roller wurden achtlos auf einem Bürgersteig in Hamburg vor einer Bushaltestelle abgestellt.

Sieben E-Roller wurden achtlos auf einem Bürgersteig in Hamburg abgestellt. (Foto: Shutterstock/Lina Zavgorodnia)

Getroffene Maßnahmen nicht ausreichend

„Die Situation ist für die Menschen mit einer Seheinschränkung in Hamburg und viele andere Zufußgehende nach wie vor sehr gefährlich und daran haben auch die getroffenen Maßnahmen bisher nichts entscheidend geändert“, erklärt Angelika Antefuhr, 1. Vorsitzende des BSVH.

„Nach wie vor erreichen uns regelmäßig Nachrichten von Betroffenen, die durch falsch abgestellte und herumliegende E-Roller in Gefahr gerieten oder sogar in Unfälle verwickelt wurden“.

Gerade in der dunkleren Jahreszeit verschlimmere sich die Situation für die Menschen, da sie die Roller noch weniger wahrnehmen können. „Blinde und sehbehinderte Menschen müssen sich auf dem Gehweg sicher fühlen, dies ist unerlässlich für unsere Mobilität und Selbstständigkeit“, sagt Antefuhr.

Hintergrund

Das Hamburger „Bündnis Barrierefreie Mobilitätswende“ hatte bereits im September den Bürgerschaftsantrag „Steuerungsmöglichkeiten gegenüber E-Roller-Anbietern“ als unzureichend kritisiert und konkrete Forderungen für die Verbesserung der Sicherheit formuliert: https://www.bsvh.org/e-roller.html

Darüber hinaus veröffentlichte der BSVH eine Handlungsempfehlung für Nutzende, um über die häufigsten Probleme für Menschen mit Seheinschränkung – wie das Abstellen an Hauswänden – aufzuklären: https://www.bsvh.org/nachricht/handlungsempfehlung-elektroroller.html

Lesen Sie dazu auch:

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E-Roller: Vorsicht, Stolpergefahr! Die elektrischen Scooter stehen auf Gehwegen, sind kaum hörbar und machen blinden und sehbehinderten Menschen das Leben schwer. Es bedarf dringend neuer Regeln, fordert ROLLINGPLANET-Kolumnist Heiko Kunert.

(RP/PM)

Veröffentlicht auf

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