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Darf man Paralympicssportler wirklich nach Tokio schicken?

Die Corona-Infektionszahlen in Japans Hauptstadt sind wieder bedenklich. Das Land verhängt deshalb wohl einmal mehr den Notstand.

Haben sich noch nicht auf eine Absage festgelegt: Toshiro Muto (l.), Geschäftsführer von «Tokio 2020», und Seiko Hashimoto, Präsidentin des Organisationskomitees der Olympischen und Paralympischen Spiele.
Haben sich noch nicht auf eine Absage festgelegt: Toshiro Muto (l.), Geschäftsführer von «Tokio 2020», und Seiko Hashimoto, Präsidentin des Organisationskomitees der Olympischen und Paralympischen Spiele. (Foto: Franck Robichon/Pool European Pressphoto Agency/AP)

Die Olympia- und Paralympics-Stadt Tokio soll drei Monate vor den Sommerspielen wegen wieder stark steigender Infektionen erneut unter Notstand gestellt werden. Die Regierung wolle den Notstand für Tokio sowie Osaka, Kyoto und die Präfektur Hyogo voraussichtlich ab Sonntag bis zum 11. Mai in Kraft setzen, berichteten japanische Medien am Donnerstag. Eine Entscheidung solle am Freitag fallen. In diesen Zeitraum fällt die sogenannte „Goldene Woche“, eine Aneinanderreihung nationaler Feiertage, in der normalerweise Millionen Japaner auf Reisen gehen.

Kurz vor den geplanten Olympischen und Paralympischen Spielen verhängt Japan damit zum dritten Mal über Tokio den Notstand. Grund ist die starke Ausbreitung neuer Virus-Varianten. „Diese Maßnahme würde dem sehr sorgfältigen Ansatz der japanischen Behörden entsprechen“, hatte Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, bereits am Mittwoch in Erwartung der Entscheidung gesagt.

Gefahr durch neue Corona-Varianten

Tokio ist im Sommer Gastgeber für die Olympischen Spiele und die Paralympics. Die Spiele waren wegen der Corona-Krise um ein Jahr verschoben worden. Japan ist zwar bisher deutlich besser durch die Pandemie gekommen als viele andere Länder. Doch nun steigen die Infektionen wegen neuer Varianten wieder deutlich an. Die bisher ergriffenen Maßnahmen reichten nicht, so Gouverneurin Yuriko Koike.

Ein Lockdown ist der Notstand in Japan jedoch nicht. Tokio, das am Donnerstag 861 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden meldete, plant laut Medienberichten, Kaufhäuser, Freizeitparks, Bars und andere Unternehmen aufzufordern, vorübergehend zu schließen. Auch könnten Zuschauer bei bestimmten Veranstaltungen untersagt werden. Experten warnen, dass es in den nächsten Wochen wegen neuer Virus-Varianten zu einem weiteren starken Anstieg der Infektionen kommen könnte. Japans Impfkampagne geht seit Beginn Mitte Februar nur schleppend voran.

Mehrheit für Verlegung oder Absage der Spiele

Japans Olympia-Macher halten dennoch an den Plänen in Tokio fest. Sie wollen angesichts der wieder steigenden Corona-Infektionen mit einer Entscheidung über die Zulassung heimischer Zuschauer noch länger als geplant warten. Ein Beschluss könne womöglich erst im Juni fallen, bestätigte Organisationschefin Seiko Hashimoto am Vortag. „Ich glaube, wir brauchen etwas mehr Zeit, um ein genaues Urteil fällen zu können“, sagte Hashimoto.

Eigentlich sollte noch in diesem Monat über die Frage entschieden werden. Ausländische Fans und die Familien internationaler Athleten hatten Japans Olympia-Macher bereits zuvor ausgeschlossen. Wegen der Corona-Pandemie halten sich die Zweifel an einer Austragung der Sommerspiele. In Japan sprach sich zuletzt in Umfragen eine klare Mehrheit für eine erneute Verlegung oder eine Absage der Spiele aus. IOC-Chef Bach versicherte jedoch erneut, Tokio sei „weiterhin der bislang am besten vorbereitete Olympia-Gastgeber“.

(RP/dpa)

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