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Technik & Technologien

Digital-Preis des CBP: Das sind die Gewinner

Der Bundesverband Caritas Behindertenhilfe und Psychatrie zeichnete 2022 zum zweiten Mal Projekte aus, die auf innovative Weise die digitale Teilhabe voranbringen.

Foto von der Preisverleihung in 2019
(Foto: Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e.V.=

Der Bundesverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e.V. (CBP) verlieh am 3. Mai 2022 zum zweiten Mal den Digital-Preis. Bei der feierlichen Verleihung vor 100 Gästen aus (Sozial-)Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Forschung im Futurium in Berlin wurden drei Preisträger aus der Behindertenhilfe und Selbsthilfe ausgezeichnet, die auf innovative Weise die digitale Teilhabe von Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen voranbringen. Der erste Platz ging dabei an Special Olympics Deutschland für die Plattform „Gesundheit leicht verstehen“. Die Schirmherrschaft für den Digital-Preis hat der Bundesminister für Digitales und Verkehr Volker Wissing übernommen.

Die Nutzung von digitalen Medien und assistiven Technologien ist für Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen aktuell noch nicht selbstverständlich, wie sich zuletzt während der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Kontaktbeschränkungen gezeigt hat. Zwar hat das Thema einen großen Schub erhalten, die Kommunikation und viele Dinge des Alltags wurden ein Stück weit digitaler. Jedoch sind nach wie vor viele Menschen von der digitalen Welt ausgeschlossen, die für andere mittlerweile zur Normalität gehört. Die drei durch den Digital-Preis des CBP ausgezeichneten Projekte zeigen, wie digitale Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht werden kann. Sie sind Vor- und Wegbereiter für die digitale Inklusion.

Wilfried Gaul-Canjé, stellvertretender Vorsitzender des CBP, ist zufrieden mit der zweiten Ausschreibung des Digital-Preises:

„Auch diesmal sind wieder zahlreiche tolle Bewerbungen eingegangen, obwohl die Einrichtungen während der Corona-Pandemie sicherlich andere Herausforderungen zu bewältigen hatten. Erfreulich ist, dass das allgemeine Niveau, also die Qualität der Projekte sehr hoch war – das zeigen ja auch die drei Gewinner. Das freut uns sehr, denn Digitalisierung ist ein Prozess, der weitergehen wird und eben auch Menschen mit Behinderungen oder und psychischen Erkrankungen einbeziehen muss.“

1. Platz: Plattform „Gesundheit leicht verstehen“

Der erste Platz mit einem Preisgeld von 6.000 Euro geht an Special Olympics Deutschland e.V. für die Plattform „Gesundheit leicht verstehen“. Im Rahmen des Projekts geht es darum, Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen Gesundheitskompetenzen zu vermitteln, die ihnen oft fehlen. Das Internetportal ermöglicht den niedrigschwelligen, barrierefreien Zugang zu gesundheitsrelevanten Informationen, indem es diese für Menschen mit geistiger Behinderung, eingeschränkter Lesekompetenz oder mangelndem Sprachvermögen verständlich aufbereitet. Ziel ist es, ihnen einen gesunden Lebensstil zu ermöglichen und Anreize und Möglichkeiten dafür zu bieten, dass sie sich eigenständig um ihre Gesundheit kümmern zu können.“

2. Platz: Online-Bedarfsermittlung

Den zweiten Platz mit einem Preisgeld von 4.000 Euro belegt der Landes-Caritasverband für Oldenburg e.V. mit www.meine-bedarfsermittlung.de. Aufbauend auf dem Projekt „Vorbereitung auf die Bedarfsermittlung“ wurde das Computerprogramm entwickelt, damit Menschen mit Beeinträchtigungen das Bedarfsermittlungsverfahren verstehen, das seit der Einführung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) angewandt wird. Menschen mit Unterstützungsbedarf und ihre Angehörigen oder gesetzlichen Betreuer*innen sitzen dabei mit Mitarbeitenden des Leistungsträgers zusammen, um ihren individuellen Bedarf zu ermitteln und ihr Recht auf Teilhabe umzusetzen. Das Programm unterstützt die Betroffenen dabei, sich darauf vorzubereiten.

3. Platz: Roboter-Assistenz für inklusive Arbeit

Mit dem dritten Platz und einem Preisgeld von 2.000 Euro wird die Caritas Wertarbeit Köln für „Next Generation – Mit flexiblen Roboterlösungen inklusive Arbeit entwickeln“ ausgezeichnet. Bei diesem Projekt dienen Roboter als Unterstützung, um Arbeit zu ermöglichen und komplexere Tätigkeiten auszuführen. Hintergrund ist, dass Menschen mit einer komplexen Schwerst-Mehrfachbehinderung im Arbeitsleben oftmals unterhalb ihrer persönlichen Fähigkeiten eingesetzt werden. Durch den Einsatz robotischer Systeme als flexible Hilfsmittel sollen die physischen und kognitiven Möglichkeiten individuell erweitert und Menschen mit Behinderungen eine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglicht werden.

Über Digital-Inklusiv – der Digital-Preis des CBP
Der Digital-Preis wird nach 2019 zum zweiten Mal verliehen. Unter dem Motto „Digital inklusiv“ setzt mit der CBP einen Impuls sowohl in die Behindertenhilfe und Psychiatrie als auch in Politik, Forschung und Wirtschaft, um den Einsatz von digitalen Technologien für Menschen mit Behinderung und Menschen mit psychischen Erkrankungen selbstverständlich werden zu lassen. Mit dem Preis werden Einrichtungen und Dienste der Behindertenhilfe und Psychiatrie ausgezeichnet, die – in Eigenregie, in Kooperation mit Start-Ups, Leistungsträgern, Selbsthilfeverbänden oder Anbietern von Dienstleistungen aus dem Bereich digitale und assistive Technologien und zusammen mit Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen – erfolgreich digitale Projekte oder Maßnahmen umsetzen oder bereits umgesetzt haben. Die Bewerbung stand verbandsübergreifend allen Einrichtungen und Diensten der Behindertenhilfe und Psychiatrie offen. Finanziell unterstützt wurde der Digital-Preis durch die CBP-Partner Contec, Curacon, Ecclesia und Solidaris.

(RP/PM)

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