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Die deutsche Olympiasiegerin und Paralympicssportlerin Ilke Wyludda ist tot

Die frühere Diskuswerferin starb am Sonntag im Alter von 55 Jahren in Halle (Saale) an den Folgen einer schweren Erkrankung.

Ilke Wyludda am 13. September 1988 bei der Verabschiedung der Olympiastarter in Ost-Berlin (Foto: Bundesarchiv, Bild 183-1988-0913-042 / CC-BY-SA 3.0, Bundesarchiv Bild 183-1988-0913-042, Ilke Wyludda, CC BY-SA 3.0 DE

Ilke Wyludda ist tot – was zunächst nur ein Gerücht war, bestätigte nun Silke Renk, Präsidentin des Landessportbundes Sachsen-Anhalt und einstige Trainingskollegin von Wyludda, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Sie berief sich dabei auf Informationen aus dem engsten Familienkreis.

Ilke Wyludda, geboren am 28. März 1969 in Leipzig, war eine herausragende deutsche Diskuswerferin und später Paralympics-Athletin. Ihre sportliche Karriere begann in der DDR, wo sie für den SC Chemie Halle antrat. Nach der Wiedervereinigung setzte sie ihre Laufbahn erfolgreich fort und gewann zahlreiche nationale und internationale Titel.

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Den Höhepunkt ihrer Karriere erreichte Wyludda bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta, wo sie die Goldmedaille im Diskuswurf mit einer Weite von 69,66 Metern gewann. Zudem sicherte sie sich zweimal den Europameistertitel (1990 und 1994) und wurde bei den Weltmeisterschaften 1991 und 1995 jeweils Zweite.

Die zweite Sportkarriere

Nach dem Ende ihrer aktiven Karriere absolvierte Wyludda ein Medizinstudium und arbeitete als Anästhesistin. Im Dezember 2010 musste ihr aufgrund einer bakteriellen Infektion der rechte Unterschenkel amputiert werden. Trotz dieses Schicksalsschlags kehrte sie in den Sport zurück und startete bei den Sommer-Paralympics 2012 in London. Dort erreichte sie im Diskuswurf den neunten Platz und stellte mit 29,57 Metern einen deutschen Rekord auf. Im Kugelstoßen belegte sie mit 10,23 Metern den fünften Platz und verbesserte ebenfalls den deutschen Rekord.

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Bei den Weltmeisterschaften 2013 in Lyon steigerte Wyludda ihre eigenen deutschen Rekorde auf 11,05 Meter im Kugelstoßen und 29,91 Meter im Diskuswurf. Eine Regeländerung im Jahr 2014 erforderte Anpassungen in ihrer Wurftechnik, dennoch gewann sie bei den Europameisterschaften in Swansea Silber im Kugelstoßen (10,46 Meter) und Bronze im Diskuswurf (27,87 Meter), jeweils mit neuen deutschen Rekorden.

Im Rahmen der Gala der Deutschen Sporthilfe wurde Ilke Wyludda am 14. Oktober 2017 offiziell von ihrer sportlichen Laufbahn verabschiedet. Am 1. Dezember 2024 verstarb sie im Alter von 55 Jahren in Halle (Saale).

„Jedes Mal hat sie dabei in die Kacke gegriffen“

Silke Renk erklärte: „Die Nachricht ist hart und furchtbar und macht mich fassungslos. Ilke hatte schon früh nach ihrer Laufbahn mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Jedes Mal hat sie dabei in die Kacke gegriffen. Die ganze deutsche Werfergemeinde trauert. Sie war immer eine Kämpferin, hat aber ihren letzten Kampf leider viel zu früh verloren.“

„Mit Ilke Wyludda ist ein Aushängeschild der deutschen Leichtathletik mit 55 Jahren leider viel zu früh von uns gegangen“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Leichtathletik-Verbandes Idriss Gonschinska. „Die Leichtathletik-Familie trauert um eine ganz große Athletin, die ihr Leben lang gegen Verletzungen und Erkrankungen kämpfte und ihrer Sportart dennoch über Jahrzehnte verbunden blieb. Der DLV und seine Landesverbände wünschen den Angehörigen und Freunden von Ilke Wyludda viel Kraft in einer schweren Zeit.“

Ilke Wyludda bleibt als eine der wenigen Athletinnen in Erinnerung, die sowohl an Olympischen als auch an Paralympischen Spielen teilgenommen haben.

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