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„Die Arbeit an der Rolle“ gewinnt Hörspielpreis der Kriegsblinden

Die erstmal mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung geht dieses Jahr an ein autobiografisches Werk über einen Opernsänger, der sich als Transgender-Frau outet.

Lucia Lucas singt im Studio
Opernsängerin Lucia Lucas outete sich 2014 als transgender. (Foto: SWR/Björn Pados)

Der renommierte Hörspielpreis der Kriegsblinden geht dieses Jahr an die Produktion „Die Arbeit an der Rolle“ von Noam Brusilovsky und Lucia Lucas. Das Hörspiel des Südwestrundfunks von 2021 wurde in Köln ausgezeichnet, wie die Film- und Medienstiftung NRW am Dienstag mitteilte. Der Preis für Radiokunst ist in diesem Jahr erstmals mit einem Preisgeld von 5.000 Euro versehen. Das Hörspiel „Die Arbeit an der Rolle“ ist noch bis Februar 2023 in der ARD-Audiothek abrufbar.

„Verschachtelte innere Welt eines Rollenspiels“

Das prämierte Werk handelt vom Leben der Opernsängerin Lucia Lucas, die zugleich Mitautorin ist. Lucas wurde jahrelang als Mann wahrgenommen. Dann outete sie sich 2014 als Transgender-Frau. Die äußerliche Erscheinung veränderte sich stark, die Stimme blieb unverändert. Lucas spielt und singt nur männliche Rollen. „Das Stück bietet seinen Zuhörerinnen und Zuhörern mit freundlicher Geste an, einzutauchen in die verschachtelte innere Welt eines teils aufgezwungenen Rollenspiels“, urteilte die Jury.

Zwei weitere Stücke waren nominiert. Das dokumentarische Hörspiel „Adolf Eichmann – Ein Hörprozess“ erzählt die Geschichte des Prozesses zur Aufarbeitung der NS-Verbrechen aus Sicht der Radiomacher beim damaligen öffentlich-rechtlichen israelischen Rundfunk. „Saal 101. Dokumentarhörspiel zum NSU-Prozess“ verdichtet Protokolle und Notizen des NSU-Prozesses zu einem Stück Zeitgeschichte.

Der Hörspielpreis wurde 1950 vom Bund der Kriegsblinden begründet. Inzwischen wird die Auszeichnung getragen von der Film- und Medienstiftung NRW und dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband.

(RP/dpa)

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