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Gesellschaft & Politik

„Die Angst vor dem Winter überwältigt uns“

Zum Tag der Menschen mit Behinderung ruft das Netzwerk NRW auf: Spenden auch Sie für Frauen mit Behinderung in der Ukraine.

Netzwerk-Sprecherin Gertrud Servos (Pressefoto)

Die Situation von Ukrainer*innen mit Behinderung, ob im Land selbst oder seit der Flucht, beschäftigt das Netzwerk Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung NRW (Netzwerk NRW) schon seit Kriegsbeginn. Zum Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember verweist das Netzwerk auf die dramatische Situation vieler ukrainischer Menschen mit Behinderung anlässlich von Krieg, Zerstörung und strengem Winter.

„Unser europäischer Dachverband European Disability Forum, kurz EDF, hat heute in einer dringenden Mail an uns einige aktuelle Probleme der berichtet, wie erhöhte Risiken bei Angriffen, z.B. für Nutzer*innen von Rollstühlen, die noch immer kaum barrierefreie Bunker u.ä. finden, oder für gehörlose Menschen, die die Warnsirenen nicht wahrnehmen,“ erklärt Netzwerk-Sprecherin Gertrud Servos und verweist auf Forderungen des EDF zu gezielter Winterhilfe für Menschen mit Behinderung.

Der ukrainische Dachverband der Behindertenverbände, kurz NAIU, hat Stimmen zur aktuellen Situation gesammelt, darunter folgende:

• „Wir stehen vor kaum vorstellbaren Folgen.”
• „Die Angst vor dem Winter überwältigt uns und hindert uns am Leben.”
• „Dieser Krieg zerstört das Schicksal unserer Kinder; Kinder mit Behinderungen sind fast vollständig ausgeschlossen von Bildung, von Kommunikation mit Gleichaltrigen und von der Kindheit.

„Wir stehen seit März im Austausch mit den Frauen des Dachverbands der Behindertenverbände, über die Probleme von Geflüchteten mit Behinderung in NRW und die Situation in der Ukraine,“ so die Leiterin des NetzwerkBüros NRW, Dr. Monika Rosenbaum. „Unser gemeinsames Anliegen ist die gynäkologische Versorgung von Frauen mit Behinderung: Wir wollen natürlich weiterhin die Situation der Frauen in NRW verbessern, aber gerade jetzt auch die Kolleginnen in der Ukraine unterstützen.“

Der ukrainische Dachverband sammelt aktuell Geld für barrierefreie gynäkologische Stühle, um eine schnelle, barrierefreie und respektvolle frauenärztliche Versorgung für alle zu ermöglichen. Dies ist angesichts der zahlreichen Berichte von Gewalt an Frauen in der Ukraine und der hohen Zahlen von alten und binnenvertriebenen Frauen mit Behinderung dringend notwendig.

Im Dezember ruft das Netzwerk NRW daher zu Spenden auf. „Das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk IBB gGmbH in Dortmund kooperiert seit Jahren mit dem Dachverband NAIU und hat ein Spendenkonto eingerichtet. Die Spenden mit dem Stichwort „Frauenhilfe Ukraine“ gehen direkt an den ukrainischen Dachverband und werden zur Unterstützung von Frauen mit Behinderung eingesetzt, ob direkt oder über den Ankauf barrierefreier gynäkologischer Stühle.

Spendenkonto

IBB gGmbH, Stichwort „Frauenhilfe Ukraine“
Bank für Kirche und Diakonie e.G.-KD-Bank IBAN: DE69 3506 0190 2100 2110 44
BIC: GENODED1DKD

(RP/PM)

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