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„Des Teufels Bad“: Hier gibt es fast garantiert eine (Mini-)Filmrolle für Menschen mit Behinderung

Hunderte Komparsen für große Hinrichtungsszene gesucht – große, kleine, dicke und dünne Personen, Menschen mit Down-Syndrom, Kleinwüchsige, Blinde oder Schielende können sich sich jetzt casten lassen.

In einem mittelalterlichen Dorf haben sich Menschen zu einem Tanz zusammengefunden und halten sich an den Händen
Der neue Film der preisgekrönten Regisseure Veronika Franz und Severin Fiala beruht auf wahren Tatsachen und spielt Mitte des 18. Jahrhunderts auf dem Land. Er beleuchtet ein wichtiges, bislang unbekanntes Phänomen der europäischen Kulturgeschichte. (Pressefoto)

Wer zum Henker möchte mitspielen? Für eine große Hinrichtungsszene für einen Film in Nordrhein-Westfalen werden mehr als 400 Komparsen und Kleindarsteller gesucht. Sie sollen Dorfbewohner und Zuschauer spielen, die einem makabren Spektakel in historischer Kulisse beiwohnen, wie die verantwortliche Castingagentur der Deutschen Presse-Agentur verriet. Der Film sei im 18. Jahrhundert angesiedelt. „Hinrichtungen waren damals eine Art Volksfest – voll skurriler Ausgelassenheit, mit Gauklern, Musikern und tanzenden, feiernden Menschen“, sagte Agenturchef Gregor Weber.

Die mehr als 400 gesuchten Frauen und Männer sollen optisch in die damalige Zeit passen. „Natürliche, gelebte, ausdrucksstarke Gesichter“ seien gefordert, so die Agentur. Bei Männer etwa sind Bärte und längere Haare gerngesehen – Bewerber sollten sie sich am besten wachsen lassen. Piercings und Tattoos an sichtbaren Körperteilen sind dagegen nicht gewünscht. Ebenso wenig künstliche Bräune – im 18. Jahrhundert gab es noch keine Sonnenbänke.

Offenes Casting

Gedreht wird den Angaben zufolge das Drama „Des Teufels Bad“, das auf wahren Tatsachen beruht. Regie führe das preisgekrönte österreichische Film-Duo Veronika Franz und Severin Fiala, das ein Händchen für kunstvoll inszenierte, unheimliche Stoffe hat. Von Franz und Fiala stammen auch die Filme „Ich seh ich seh“ und „The Lodge“. „Des Teufels Bad“ soll ebenfalls ein Arthouse-Horror-Drama werden.

Das offene Casting findet online statt. Auf der Seite www.casting-teufelsbad.de kann man seine Daten eingeben und Fotos hochladen. Bewerbungsschluss ist der 16. Januar. Vor den Drehtagen findet noch eine Kostüm- und Maskenprobe im Ort Engelskirchen statt. Nur gegen das Coronavirus geimpfte oder genesene Bewerber können beim Dreh dabei sein. Zusätzlich werden Corona-Tests gemacht.

Eingeladen seien auch Menschen mit Behinderung, so die Agentur. Menschen, denen Körperteile fehlten – etwa Zähne, Arme oder Beine – kämen in der Geschichte ebenso vor wie große, kleine, dicke und dünne Personen, Menschen mit Down-Syndrom, Kleinwüchsige, Blinde oder Schielende.

Für manche Rollen suchen die Caster zugleich Protagonisten mit durchaus speziellen Fähigkeiten. „Für bestimmte Parts brauchen wir handwerklich begabte Männer“, erläuterte Co-Agenturchef Burkhard Eick. Sie müssten „professionell mit der Axt“ umgehen können – oder mit einem Richtschwert.

(RP/dpa)

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