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Reise & Urlaub

Das Kleinwalsertal: Die schönste Sackgasse der Welt

Die Region zwischen Oberallgäu und Vorarlberg bietet panoramareiche Ausblicke und spektakuläre Schluchten für Bergfreunde. ROLLINGPLANET-Autorin Anke Sieker gibt Tipps für eine barrierefreie Reise.

Frau im Rollstuhl betrachtet das Bergpanorama.
Das Kleinwalsertal bietet zahlreiche Attraktionen für Bergfreunde im Rollstuhl an – wie hier zum Beispiel das Nebelhorn. (Foto: Oberstdorf/Kleinwalsertal Bergbahnen)

„Hier ist die Welt noch in Ordnung“, sagt man sich schon bei der Anreise durch das beschauliche Alpen-Städtchen Sonthofen oder den Allgäuer Heilklimatischen Kurort Fischen Richtung Kleinwalsertal. Grüne Wiesen mit grasenden Kühen, bizarre Gipfel, spitze Kirchtürme und traditionelle Wirtshäuser säumen die Landstraßen bei der Anfahrt nach Oberstdorf im bayerischen Landkreis Oberallgäu. Nur 13 Kilometer entfernt befindet sich bereits die Grenze zum österreichischen Voralberg mit seinem beeindruckenden Hochgebirgstal (1.086 bis 2.536 m) Kleinwalsertal und dessen traditionellen Dörfern Riezlern, Hirschegg, Mittelberg und Baad.

Wanderlust für Gipfelstürmer

Die Region Kleinwalsertal-Oberstdorf ist sprichwörtlich der Gipfel für Wanderer. Spazieren am Wasser, Wandern auf den Höhenwegen oder gleich einen der Zweitausender besteigen. Im Kleinwalsertal und benachbarten Oberstdorf finden Bergaktive alles, was das Wanderherz höher schlagen lässt, außerdem acht Bergbahnen, die sie im Sommer kostenlos auf den Gipfel bringen. Ebenso kommen Mountainbiker in der Bergwelt der „schönsten Sackgasse der Welt“ auf ihre Kosten.

Barrierefrei am Berg

Auch Menschen mit Handicap können hier die grenzenlose Fernsicht erleben und die Freiheit der Bergwelt spüren. Besondere Eindrücke und die Möglichkeit, einen unvergesslichen Tag auf den Gipfeln der Allgäuer Alpen zu genießen, bieten die Bergbahnen am Nebelhorn (ab Zentrum Oberstdorf), Fellhorn, Walmendingerhorn, Kanzelwand und Ifen (im Winter nur mit Hilfsperson Zugang zur Talstation über gewalzten Schnee). Alle Bahnen, Stationen und Bergrestaurants sind dank Aufzügen und/oder Treppenliften barrierefrei zugänglich. Das Nebelhorn-Marktrestaurant (auf 1.932 m), an der Bergstation Höfatsblick, wurde 2019 mit dem Zertifikat „Barrierefreiheit geprüft“ als teilweise barrierefrei für Menschen mit Gehbehinderung ausgezeichnet. An allen Bergstationen sowie an den neuen Talstationen der Nebelhorn- und Söllereckbahn sind außerdem rollstuhlgerechte Toiletten vorhanden.

Zwei Frauen stehen auf der Aussichtsplattform - im Hintergrund der verglaste Aufzug.

Der Panoramaaufzug am Widderstein ist ebenfalls barrierefrei zugänglich. (Foto: Oberstdorf/Kleinwalsertal Bergbahnen)

Die Sonnenterrassen mit breiten Zugängen und wunderbaren Aussichtsplätzen, Ruhebänke an besonders schönen Punkten in der Natur und das traumhafte Bergpanorama lassen einen Tag auf den Allgäuer Bergen zum besonderen Erlebnis werden. Zur Geo-Aussichtsplattform am Walmendingerhorn geht es bequem mit dem gläsernen Panoramaaufzug. Ein Highlight für Gipfelstürmer, denn die barrierefreie Aussichtsplattform gibt den Blick auf ein atemberaubendes Panorama frei – bei schönem Wetter sogar auf das 3-Länder-Eck Deutschland/Österreich/Schweiz.

Panoramaweg am Nebelhorn, Station Höfatsblick

Dieser sehr einfache, rollstuhlgerechte und kinderwagenfreundliche Wanderweg führt zu einem panoramareichen Aussichtspunkt unweit der Nebelhornbahn Bergstation. Sobald Sie mit der Kabinenbahn an der Bergstation der Nebelhornbahn angekommen sind, werden Sie sich sicherlich zunächst eine Weile am schönen Ausblick und der frischen Bergluft erfreuen. Nach kurzer Akklimatisierung geht es nun auf den Spuren des behindertengerechten Weges Nr. 1. weiter. Bei guten Windverhältnissen kann man hier auch die Gleitschirm- und Drachenflieger bei ihren Ründflügen über Oberstdorf beobachten.

Das Nebelhorn-Marktrestaurant bietet Terrassen mit beeindruckendem Ausblick auf die Bergwelt.

Das Nebelhorn-Marktrestaurant bietet Terrassen mit beeindruckendem Ausblick auf die Bergwelt. (Foto: Oberstdorf/Kleinwalsertal Bergbahnen)

Der Aussichtspunkt etwas abseits der Bergstation liegt auf einer kleinen Anhöhe über dem oberen Faltenbachtal. Wenn schlechtes Wetter den Ausblick nicht trübt, reicht das herrliche Panorama vom Allgäuer Hauptkamm tief im Süden der Allgäuer Alpen über den Talblick nach Oberstdorf bis hin zu den Wengenköpfen hoch oben am Hindelanger Klettersteig.

Schwindelerregende Höhen und faszinierende Tiefen

Für diejenigen, die lieber im Tal bleiben, bietet ein Besuch der Breitachklamm (https://www.breitachklamm.com/) am Ausgang des Kleinwalsertals bei Tiefenbach spektakuläre Ausblicke in die Tiefe. Auf gut begehbaren und gesicherten Wegen durch die beeindruckende Klamm können Sie, entlang an steilen Felswänden und rauschendem Wasser, die Kraft des Wassers spüren, tiefe Schluchten, ausgeschliffene Wassermulden und faszinierende Gebilde bestaunen, die das Wasser mit seiner enormen Kraft im Lauf der Jahrtausende in den Stein geschliffen hat. Es besteht die Möglichkeitn allein oder gemeinsam mit einem Guide eine exklusive Führung durch das Naturwunder Breitachklamm zu erleben.

Wanderweg durch die Breitachklamm

Die Breitachklamm bietet spektakuläre Ausblicke. (Foto: Anke Sieker)

Im Winter ist es ein ganz besonderes Erlebnis, bei einer Fackelwanderung die atemberaubende Atmosphäre der Klamm im Fackelschein zu erleben. Denn in der kalten Jahreszeit verwandelt sich die Breitachklamm mit mächtigen, glitzernden Eiszapfen, erstarrten Wasserfällen und geheimnisvollen Höhlen in eine Märchenlandschaft aus Schnee und Eis.

Üblicherweise können die gut ausgebauten und gesicherten Wege mit einem Kinderwagen oder Rollstuhl mit einer maximalen Breite von 50 cm befahren werden. Allerdings hat die Breitachklamm aufgrund des aktuell wegen Corona geltenden Hygiene- und Schutzkonzepts nur im Einbahnbetrieb geöffnet, und am oberen Ausgang liegen ca. 50 bzw. 150 Treppenstufen, sodass die Wanderung als Runde mit Kinderwagen oder Rollstuhl momentan leider nicht möglich ist.

Weitere Infos und Preise unter: https://www.ok-bergbahnen.com/

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Natur bewusst erleben

Und weil die Kleinwalsertaler ihre Natur nicht nur schätzen, sondern auch pflegen, haben die Gemeinde Mittelberg und der Kleinwalsertal Tourismus in Zusammenarbeit mit diversen Interessengruppen wie z.B. vier kreative Hoteliers, die sich zu den sogenannten „Kleinwalsertal Hotels“ zusammengeschlossen haben (darunter das Bio-Hotel Oswalda Hus, das Wellness- & Verwöhnhotel Walserhof, Genuss- & Aktivhotel Sonnenburg sowie das Erwachsenenhotel Gemma) ein wegweisendes Projekt im Alpenraum lanciert. Mit Maßnahmen für ein bewusstes Miteinander, naturnahen Veranstaltungen und geführten Wanderungen in die Walser Bergwelten engagieren sie sich mit viel Herzblut dafür, die Artenvielfalt und das perfekte Zusammenspiel von Natur- und Kulturlandschaft im Kleinwalsertal zu bewahren.

Wer sich inspirieren lassen möchte, plant unbedingt eine Genusswanderung und Kochen auf der Alpe mit Herbert „Herby“ Edlinger ein und erlebt dabei die Liebe zur Natur und die herzliche Mentalität der Einheimischen in persona. Nicht nur das spritzige und originelle Temperament des junggebliebenen Walsertalers ist ansteckend, sondern noch nie haben eine Kräuterbutter aus selbst gesammelten Kräutern und Blüten und ein Kaiserschmarrn so gut geschmeckt wie von und mit Herby. (Infos zu Herbert Edlingers Kräuter- und Themenwanderungen, leckere Rezepte und regionale Produkte auf: einfachgut.at)

Reiseinformationen Kleinwalsertal
Karte des Kleinwalsertals
Reisezeit

Das Kleinwalsertal ist ein Ganzjahresziel und zu jeder Jahreszeit beliebt. Wenn die Alpwiesen ihre ganze Farben- und Blütenpracht zur Schau stellen und die Älpler mit ihren Tieren in höhere Lagen ziehen, dann ist der Alpsommer da. Jetzt kommen nicht nur Wanderer auf Touren, auch Genießer der alpenländischen Küche zieht es in das Voralberger Hochgebirgstal.

Auch wenn die Tage im Herbst langsam kürzer werden, ist es die perfekte Jahreszeit, um der Wanderlust freien Lauf zu lassen. Auf 185 Kilometern markierten Wanderwegen finden Genusswanderer wie auch sportliche Bergsteiger das passende Terrain – drei Höhenlagen zwischen 1.000 und 2.500 Metern machen es möglich. Geführte Touren wie zum Beispiel die Wanderung über das Gottesackerplateau, einem der bedeutendsten Karstgebiete Europas mit einzigartiger Botanik und geologischen Formationen, bieten unverfälschte Naturerlebnisse. Ein Klassiker ist die Bergtour rund um den Großen Widderstein, der mit seinen 2.533 Metern der höchste Berg des Tals ist.

In der „HERBST.GENUSS.ZEIT“ vom 17. September bis 10. Oktober 2021 steht die Kulinarik mit einem vielseitigen Programm im Mittelpunkt – mit Ausflügen auf die Alp, Genusswandern und Kochen, einer kulinarischen Talwanderung und vielem mehr.

Im Winter ist im Kleinwalsertal der Schneesport großgeschrieben: auf 130 Pistenkilometern im Skigebiet Oberstdorf Kleinwalsertal und im Tiefschnee zum Powdern – und das von Dezember bis April.
Diejenigen, die lieber auf schmalen Brettern unterwegs sind, können sich auf 50 km Langlaufloipen durch die Schneelandschaft bewegen.

Anreise

Mit dem Auto aus Deutschland: A7 bis Autobahndreieck Allgäu über das Teilstück der A980 bis zur Anschlussstelle Waltenhofen und auf der 4-spurigen Bundesstraße 19 über Sonthofen und Oberstdorf ins Kleinwalsertal.

Mit Bahn und Bus: Für Anreisende ist das 10 km entfernte Oberstdorf im Allgäu Ziel- und Endbahnhof. Direkte Kurswagen verkehren ab Dortmund (Essen, Duisburg, Düsseldorf, Köln, Bonn), Hamburg, München, Augsburg und Nürnberg.
Von da an geht’s weiter mit Taxi oder Bus. Taxis warten rund um die Uhr am Bahnhof. Der Walserbus (Terminal direkt beim Bahnhof) verkehrt zur Hochsaison im 10- bzw. 20-Minuten-Takt. Dauer der Fahrt ca. 15 bis 40 Minuten, je nach Ausstiegsstelle.

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Mit dem Flugzeug: Das Kleinwalsertal ist nur wenige Fahrstunden von internationalen Flughäfen in Deutschland (München, Stuttgart, Friedrichshafen und Memmingen) sowie dem regionalen Flughafen Innsbruck entfernt.

Einreise und Corona-Lage

Aktuelle Informationen für den Sommer 2021: Das Kleinwalsertal ist kein Risikogebiet (Einstufung RKI). Für die Anreise ins Kleinwalsertal ist keine Registrierung (Pre-Travel-Clearance) erforderlich. Das Kleinwalsertal ist von der österreichischen Einreiseverordnung ausgenommen.

Für den Check-in im Hotel, in einer Ferienwohnung oder auf dem Campingplatz brauchen Sie immer einen Nachweis (getestet, genesen oder geimpft). Bitte beachten Sie, dass ein Urlaub oder Tagesausflug immer auch von den Regelungen an Ihrem Heimatort abhängt. Bitte informieren Sie sich bei den zuständigen Behörden über die Bestimmungen zur Aus- bzw. Rückreise.

Voraussetzung für den Restaurant- oder Hüttenbesuch (drinnen und draußen) ist ebenfalls die 3G-Regel (getestet, genesen oder geimpft), gilt für Kinder ab 12 Jahren.

Weitere Informationen: Kleinwalsertal Tourismus, Walserstraße 264, A-229 Hirschegg, Tel.: +43 5517 5114-415, E-Mail: info@kleinwalsertal.com, Internet: www.kleinwalsertal.com

Barrierefreie Hoteltipps:

Verwöhn- & Wellnesshotel Walserhof
(vereinzelte barrierefreie Zimmer)
Walserstraße 211 | A-6992 Hirschegg
Tel: +43 5517 5684
info@wellnesshotel-walserhof.at
www.wellnesshotel-walserhof.at

Biohotel Oswalda Hus
(barrierefreie Appartements)
Leo-Müller-Straße 11 | A-6991 Riezlern
Tel.: +43 5517 5929
info@oswalda-hus.at
www.oswalda-hus.at

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Ferienwohnung die herberge
Lärchenweg 3 | A-6993 Mittelberg
Tel. +43 5517 20521
info@ferienwohnung-kleinwalsertal.biz
www.ferienwohnung-kleinwalsertal.biz

(RP)

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