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Chuck Close: Trauer um den „Meister des modernen Portraits“

Psychedelisch anmutende Bilder machten den gelähmten Maler bekannt. Am Donnerstag starb einer der erfolgreichsten zeitgenössischen Künstler der USA im Alter von 81 Jahren.

Chuck Close auf der „Party in the Garden“ im Museum of Modern Art (MoMA) in New York.
Chuck Close auf der „Party in the Garden“ im Museum of Modern Art (MoMA) in New York. (Foto: Peter Foley/EPA/dpa)

Mit überdimensionalen Porträts wurde Chuck Close weltberühmt – jetzt ist der US-Künstler im Alter von 81 Jahren gestorben. Close starb am Donnerstag (Ortszeit) in einem Krankenhaus in Oceanside im US-Bundesstaat New York, wie mehrere US-Medien unter Berufung auf seinen Anwalt John Silberman berichteten. Auch die Pace Gallery, in der Close während seiner Karriere regelmäßig ausstellte, bestätigte den Tod des Künstlers. Demnach starb er nach langer Krankheit an Herzversagen.

Close gehörte zu den bekanntesten, erfolgreichsten und einflussreichsten zeitgenössischen Künstlern der USA. Die „New York Times“ feierte ihn einmal als „Meister des modernen Porträts“. Bekannt war er insbesondere für seine psychedelisch anmutenden Porträts, für die er Fotos in einem gitterförmigen Raster auf die Leinwand übertrug. Aus der Entfernung sind die Gesichter klar zu erkennen, verschwimmen aus der Nähe aber zu einem Muster aus Pixeln.

Chuck Close im Jahre 2015 vor einem Selbstportrait.

Chuck Close im Jahre 2015 vor einem Selbstportrait. (Foto: Rolf Haid/dpa)

Doch der Maler war auch umstritten. 2017 warfen ihm zwei Frauen sexuelle Belästigung vor. Er habe ihnen gegenüber anzügliche Kommentare gemacht. Close entschuldigte sich: „Wenn ich jemals jemanden verlegen gemacht oder zu Unbehagen gebracht habe, tut es mir aufrichtig leid, das war nicht meine Absicht“, sagte er der „New York Times“. „Ich gebe zu, ein schmutziges Mundwerk zu haben, aber wir sind alle erwachsen.“ Seine Karriere konnte sich seitdem jedoch nicht wieder richtig erholen.

„Wer malen will, findet einen Weg“

Geboren wurde Charles Thomas Close 1940 in Monroe im US-Bundesstaat Washington. Sein Vater war Handwerker und starb, als der Junge elf Jahre alt war. Die Mutter musste Klavierunterricht geben, um die Familie zu ernähren. Schon als Kind hatten die Eltern Closes Talent erkannt und ihn auf eine Kunstschule geschickt. Anfang der 60er Jahre kam er über einen landesweiten Wettbewerb an die Sommerakademie von Yale an die amerikanische Ostküste. Dann studierte er an der Kunst- und Architekturfakultät der Elite-Uni. Nach einem Studienjahr in Wien ließ er sich in New York nieder.

Seit 1988 war Close auf den Rollstuhl angewiesen, nachdem ein Blutgefäß in seiner Wirbelsäule geplatzt war. Zunächst war er vom Hals abwärts gelähmt, mit Hilfe von Therapien begann er aber, seine Arme zu bewegen. Er konnte mit Pinseln malen, die ihm an die Hand geschnallt wurden.

„Wer malen will, findet einen Weg, die Farbe auf Leinwand zu bringen. Und wenn er sie draufspucken muss“,

hatte er einmal gesagt.

Close hinterlässt zwei erwachsene Töchter von seiner ersten Ehefrau Leslie Rose. Später heiratete er die Künstlerin Sienna Shields, das Paar trennte sich nach kurzer Zeit. In den vergangenen Jahren verbrachte er statt in seinem Atelier im New Yorker Künstler-Viertel Soho oder seinem Anwesen in einem schicken Teil von Long Island viel Zeit in Miami Beach.

(RP/dpa)

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