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Bushido verspottet Behinderten – und verliert vor Gericht

Der Rapper beleidigte in seinen Liedtexten einen Journalisten aufgrund dessen Handicaps. Die Richter sprachen nun das Urteil – für Bushido könnte es sehr teuer werden, wenn er wieder ausfällig wird.

Rapper Bushido
Rapper Bushido (Foto: Sebastian Willnow/dpa)

Der Essener Hip Hop-Journalist DJ Rooz Lee hat seinen Kontrahenten Bushido (bürgerlich Anis Ferchichi) vor Gericht gebracht. Stein des Anstoßes: Der Rapper hatte ihn in zwei Song-Texten wegen seiner Behinderung unter anderem als „Missgeburt“ beleidigt. Roozbeh Farhangmehr – so der bürgerlicher Name von Rooz Lee – nutzt aufgrund eines Gendefekts eine Knieprothese. Das berichtete die BILD-Zeitung.

Konkret ging es in dem Verfahren um den Inhalt der beiden Lieder „King Sunny Black“ („Ich würde eure Mutter ficken, doch es gibt schon viel zu viele von euch Missgeburten…“) und „Blei“ („Deutscher Hip-Hop ist ein Haufen Scheiße so wie Rooz‘ Gene“).

DJ Roze Lee (Mitte) – hier mit Rapper Haftbefehl (r.) und dessen Manager – auf der Premiere zur Netflix-Produktion „Dogs of Berlin“.

DJ Roze Lee (Mitte) – hier mit Rapper Haftbefehl (r.) und Sinan-G – auf der Premiere zur Netflix-Produktion „Dogs of Berlin“. (Foto: IMAGO/Photopress Müller)

Obwohl der Inhalt von „Blei“ aufgrund formaler Fehler des Antragstellers nicht beanstandet werden konnte, bewerteten die Richter der 4. Zivilkammer des Landgerichts Essen über die Textzeilen von „King Sunny Black“ als klaren Verstoß gegen die Menschenwürde. Auch unter Berücksichtigung, dass es sich um „Gangster-Rap“ handelte, sei die Kunstfreiheit überschritten, so ein Gerichtssprecher.

Sollte Bushido nun zukünftig DJ Rooz Lee noch einmal als „Missgeburt“ bezeichnen, drohen ihm laut Medienberichten bis zu 250.000 Euro Strafe oder ein Gefängnisaufenthalt.

(RP)

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3 Kommentare

3 Comments

  1. Bene

    5. Oktober 2021 um 7:39

    Auf dem Foto ist Sinan G und nicht der Manager von Haft

    • ROLLINGPLANET

      5. Oktober 2021 um 11:46

      Lieber Bene, danke für Deinen Hinweis. Wir haben das korrigiert.

  2. Katie

    23. Mai 2022 um 14:11

    Man kanns aber auch übertreiben. Jetzt ists etwas ruhiger um Bushido, da muss iwer kommen und ihn wegen einer lepschen Zeile vor Gericht zerren. Wie oft müsste dann Farid Bang vor den Kadi? Für den sind doch alle, ausser er selbst natürlich, der letzte Dreck!

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