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Behindertenbeirat der Landeshauptstadt München fürchtet Triage-Situation

In einem offenen Brief bringt der Vorstand des Gremiums seine Sorge über die aktuelle Entwicklung der Pandemie und deren Folgen für Menschen mit Behinderung zum Ausdruck.

Luftbild München
Aufgrund der hohen Inzidenz werden die Intensivbetten in München knapp. (Foto: Shutterstock)

Erst vor kurzem habe die Vollversammlung des Behindertenbeirats mit über 140 Teilnehmern und Gästen aus der städtischen Verwaltung, dem medizinischen Bereich und dem Deutschen Institut für Menschenrechte die besonderen Herausforderungen der Corona-Pandemie für Menschen mit Behinderung thematisiert. Die dort geäußerten Bedenken zur Infektionsdynamik waren, wie sich nun herausgestellt hat, ihrer Zeit voraus.

Schutzräume werden zu Isolationsräumen

In einem offenen Brief äußert sich der Behindertenbeirat der Landeshauptstadt München nun besorgt, dass entgegen einer Einschätzung der vergangenen Monate eine Triage-Situation in den städtischen Krankenhäusern eintreten wird. Die Gefahr, dass vorerkrankte Menschen mit Behinderung bei der Priorisierung von Intensivbehandlungen nun schlechtere Chancen haben könnten, sei nun real. Ebenfalls kritisieren die Unterzeichnenden, dass es keine bessere Vorbereitung auf die vierte Infektionswelle gab.

Weiter bedauert der Behindertenbeirat, dass sich stationäre Einrichtungen für Menschen mit Behinderung in München erneut abschotten müssen und der Infektionsschutz über der Teilhabe steht und damit freiheitseinschränkend wirkt. Wie auch das Deutsche Institut für Menschenrecht in Berlin bereits anmahnte, würden sogenannte „Schutzräume“, wie beispielsweise Fördereinrichtungen, Werkstätten, Wohn- oder Pflegeheime, in Zeiten eines Lockdown zu „Isolationsräumen“, in denen Menschen mit Behinderung noch stärker segregiert werden, als sie es sowieso schon sind.

(RP)

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