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Gesellschaft & Politik

Behindertenaktivist Steffen Helbing im Hungerstreik: Warten auf Olaf Scholz

Der gehörlose Rollstuhlfahrer will seine Aktion erst beenden, wenn der vermutlich nächste Bundeskanzler mit ihm spricht. ROLLINGPLANET-Redakteurin Anke Sieker hat nachgefragt.

Steffen Helbing mit seiner Frau Gerlinde vor dem Pagodenzelt.
Steffen Helbing mit seiner Frau Gerlinde vor dem Pagodenzelt. (Foto: privat)

Steffen Helbing gehört zu den 80.000 gehörlosen Menschen, die hierzulande leben. Ihnen werden, so Helbing, elementare Menschenrechte und umfassende gesellschaftliche Teilhabe vorenthalten, obwohl Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention unterschrieben hat. Unter anderem kritisiert der 51-Jährige in einem Manifest: „Damit wir Menschen mit Hörbehinderung selbstbestimmt am Leben teilhaben können, benötigen wir Gebärdensprachdolmetscher*innen und Kommunikationsassistent*innen für eine barrierefreie Kommunikation. Dies ist noch immer nicht in allen Bereichen selbstverständlich. Damit sich endlich etwas ändert, müssen wir kämpfen!“

Seit acht Tagen befindet sich der Vorsitzende des Brandenburger Gehörlosenverbands vor dem Bundeskanzleramt im Hungerstreik, seine Frau und er übernachten in einem eigens dafür aufgebauten Container. Für die Aktion entschied er sich, weil er eine Woche lang vergebens vor dem Reichstag demonstriert habe. „Ich mache das, weil ich müde geworden bin. Seit über 16 Jahren bin ich ehrenamtlich aktiv, sowohl politisch als auch privat. Doch geändert hat sich nicht viel.“

Gehörlosen-Bund unterstützt Helbing

Inzwischen wird der Hungerstreik unterstützt vom Deutschen Gehörlosen-Bund (DGB). Dieser erklärt in einer Pressemitteilung: „Das Mittel des Hungerstreiks zu wählen, ist nach Ansicht des Deutschen Gehörlosen-Bund ein gefährlicher Schritt, da mit einem konsequenten Hungerstreik gesundheitliche Risiken bis hin zum Tod verbunden sein können. Wenn ein politisch so aktiver Mensch wie Steffen Helbing es nicht mehr aushält und aus schierem Protest aufhört, Nahrung zu sich zu nehmen, wie schlimm muss die Lage dann erst für all diejenigen sein, die noch schlimmer betroffen sind als er?“

Steffens Hungerstreik sei nur die Spitze des Eisbergs: „Wir wollen ihn dabei unterstützen, seine Botschaft und seine Forderungen an die Politik und die Öffentlichkeit heranzutragen, da wir es uns als Gemeinschaft nicht leisten können, auch nur ein Leben zu verlieren. Sein Anliegen und die Sache der Gehörlosen sollen die Aufmerksamkeit bekommen, die ihnen gebührt“, so der DGB. Der Verband hat deshalb für heute Nachmittag einen Pressetermin organisiert, bei dem Dolmetscher*innen für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache anwesend sind, um Gespräche von Presse und Politik mit Helbing zu dolmetschen.

Zuerst berichtete ROLLINGPLANET über den Hungerstreik, später folgten rbb24, dpa und andere Medien. Nun verrät der Brandenburger im Interview mit ROLLINGPLANET, dass er darauf wartet, dass der vermutlich nächste Bundeskanzler Olaf Scholz „zu mir kommt und mir schwarz auf weiß Zusagen macht. Erst dann breche ich die Zelte ab.“ Überheblich oder konsequent? Jedenfalls kennt sich Helbing mit großen Zielen aus – es würde ihn freuen, künftig Abgeordneter des Europaparlaments zu sein oder sich für die Paralympics zu qualifizieren. Das Interview haben wir mit Hilfe eines Gebärdensprachdolmetschers per Telefonat geführt.

Interview mit Steffen Helbing: „Ich wünsche mir, dass Olaf Scholz kommt“

Steffen Helbing im Schlafsack

Steffen Helbing im Schlafsack – nachts hat es nur rund zehn Grad. (Foto: privat)

Sie machen ja gerade Schlagzeilen! Sie scheuen offensichtlich keine Mühen, um Ihr Anliegen durchzusetzen. Seit dem 19. Oktober befinden Sie sich sogar im Hungerstreik. Viele Menschen werden sich erst mal spontan fragen: Was ist das für Mensch, der so einen radikalen Schritt geht? Deshalb würde ich zunächst gerne etwas zu Ihrer persönlichen Geschichte erfahren, bevor wir über die politischen Inhalte sprechen. Seit wann sind Sie gehörlos? Wie war das mit Ihrem Arbeitsunfall, seit dem Sie auf den Rollstuhl angewiesen sind?

Ich bin seit meiner Geburt gehörlos, über meinen Arbeitsunfall möchte ich nicht weiter sprechen.

Sie haben als Modellbauer gearbeitet, richtig?

Ja, ich habe in einer Metallgießerei gearbeitet und dann habe ich eine Ausbildung als Bürokaufmann abgeschlossen.

Bereits seit Ihrem 16. Lebensjahr engagieren Sie sich aktiv in der Politik und setzen sich für gehörlose Menschen ein: Sie waren unter anderem Bundestags- und Europaparlamentskandidat der CDU in Berlin, sind seit 2019 Beisitzer im Weltverband der Gehörlosen (WFD), seit 2001 1. Vorsitzender des Landesverbandes der Gehörlosen Brandenburg e.V. Von 2018 bis 2021 waren Sie 2. Vorstand des Deutschen Gehörlosen-Bundes (DGB) und sind außerdem 2. Vorsitzender des Zentrums für Kultur und visuelle Kommunikation der Gehörlosen Berlin/Brandenburg e.V. (ZfK e.V.). Mein Respekt! Sie scheinen generell ein Kämpfertyp zu sein, haben bereits am Berlin-Marathon teilgenommen und halten sich offensichtlich sehr fit – das ist in Ihrer momentanen Situation sicher von Vorteil?

Stimmt! Ich habe auch bei den Deutschen Meisterschaften im 100-km-Lauf teilgenommen, werde versuchen, im nächsten Jahr an der Weltmeisterschaft teilzunehmen, und mein großes Ziel ist es, vielleicht sogar irgendwann bei den Paralympischen Spielen mitzumachen.

Wie sieht Ihr regelmäßiges Training aus?

Ich mache sehr viel Fitness- und Ausdauertraining, insbesondere für den Oberkörper, das heißt, Übungen für den Arm- und Schulterbereich, da ich ja meinen Rollstuhl mit nur einem Arm fortbewegen muss.

Kommen wir zu Ihrem Hungerstreik. Sie hatten bereits vor der Bundestagswahl vor dem Bundestag auf die Situation gehörloser Menschen aufmerksam gemacht und angekündigt, in den Hungerstreit zu treten, falls die Bundespolitiker Ihr Anliegen ignorieren. Jetzt haben Sie Ihre „Drohung“ in die Tat umgesetzt. Wie geht es Ihnen dabei?

Ich habe vor acht Tagen mit dem Hungerstreik begonnen und fühle mich, ehrlich gesagt, inzwischen ziemlich schlapp. Ich trinke sehr viel, aber mein Körper ist schon recht geschwächt. Doch es ist sehr schön zu sehen, wie viel positive Resonanz ich bekomme.

Am Montag zum Beispiel hat mich Frau Janny Armbruster (Anm.d.Red.: Landesbehindertenbeauftragte in Brandenburg) besucht. Sie war sehr positiv überrascht, was ich hier mache und hat mir sehr viel Respekt erwiesen. Sie meinte auch, dass es sehr wichtig sei, dass die Gehörlosen mehr Unterstützung für Barrierefreiheit bekommen, dass die Gebärdensprache immer mehr anerkannt wird, Dolmetscher zur Verfügung gestellt werden und die Bildung und Kultur der Gehörlosen gefördert wird.

Wir hatten ein sehr schönes Gespräch, und jetzt warte ich noch darauf, dass Olaf Scholz zu mir kommt und mir schwarz auf weiß Zusagen macht. Erst dann breche ich die Zelte ab.

Olaf Scholz

Soll Helbing Zusagen machen: Der designierte Kanzler Olaf Scholz. (Foto: Michael Kappeler/dpa)

Was ist Ihre konkrete Forderung?

Meine Hauptforderung besteht darin, dass für die Gehörlosen die barrierefreie politische Teilhabe gewährleistet werden muss. Eine einkommensunabhängige bedingungslose Kostenübernahme für notwendige Kommunikationshilfen.

Alle anderen Forderungen sollen aufzeigen, in welchem Dilemma Menschen mit Kommunikationseinschränkungen sind, die in unserer Gesellschaft leben.

Obwohl sich Bund und Länder bereits 2009 mit der UN-Behindertenkonvention verpflichteten, eine Benachteiligung von Menschen mit Behinderung zu verhindern und geeignete Maßnahmen, sowohl im privaten Bereich als auch für ein inklusives Bildungssystem von Grund- bis Hochschulbildung, Gebärdensprachdolmetscher zur Verfügung zu stellen, hat sich bis heute nur wenig verbessert…

Können Sie uns Beispiele geben?

In den Sozialgesetzbüchern stehen Regelungen, die einen Rechtsanspruch auf Dolmetscher begründen. Das aber nur in Verwaltungsverfahren. Bis heute, trotz unserer modernen Technik und in unserem reichen Land, haben viele Gehörlose nach wie vor und täglich Barrieren und sind, weil sich viel zu wenig verbessert hat, auch depressiv geworden. Deswegen kämpfe ich auch stellvertretend für die Gehörlosen – nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt – dafür, dass wir unterstützt werden, und es selbstverständlich wird, dass Gebärdensprachdolmetscher zur Verständigung bereitgestellt werden.

Gerade viele jugendliche Gehörlose haben nur ganz wenig Perspektiven auf gute Ausbildungen. Mit dem Argument der hohen Kosten werden die Bildungschancen stark eingeschränkt. Das darf nicht sein. Es muss auch für Gehörlose leichter werden, ihren Berufswunsch zu verwirklichen und den jungen Leuten eine bessere Zukunft ermöglicht werden.

Steffen Helbing und seine Frau vor dem Pagodenzelt mit dem Kanzleramt im Hintergrund.

Das Pagodenzelt befindet sich direkt vor dem Kanzleramt in Berlin. (Foto: privat)

Was sind Ihre persönlichen Erfahrungen bezüglich der Verständigung?

Wenn ich einen Dolmetscher benötige, muss ich, egal ob für die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft, Teilhabe am politischen oder kulturellen Leben, alles aus eigener Tasche bezahlen. Das ist finanziell kaum machbar.

Was versprechen Sie sich von Ihrer Aktion? Was sind Ihre Ziele?

Schon vor einem Jahr hatte ich angekündigt, dass ich, falls sich die Situation nicht verbessert, in den Hungerstreik treten würde. Damals hat man mich beschwichtigt: „Mach das nicht. Wir werden uns zusammensetzen und eine Lösung finden“. Das waren aber leider nur Lippenbekenntnisse. Davon hatte ich jetzt die Nase gestrichen voll. Denn so, wie wir behandelt werden, kann es nicht weitergehen, also beschloss ich, in den Hungerstreik zu treten. Ich hoffe, dass uns die Ampelkoalition so unterstützt, wie wir es uns vorstellen. Und wenn das wieder nicht klappt, werde ich weitermachen – so lange, bis ich erfolgreich bin.

Vorhin sagten Sie, Sie wollen, dass Olaf Scholz kommt. Geht es nicht eine Nummer kleiner?

Ich wünsche mir, dass Olaf Scholz kommt oder ein Stellvertreter jeder Partei, die im Bundestag vertreten ist (Anm.d.Red.: mit Ausnahme der AfD) – SPD, Grüne, FDP, CDU, CSU oder Die Linke. Alle sind herzlich willkommen, ich bin sehr gesprächsbereit und möchte gerne darüber aufklären, wie unser Leben in einem reichen Staat wie unserem bis heute aussieht und dass wir Gehörlosen endlich Unterstützung bekommen müssen.

Was glauben Sie, wer für diese Gespräche die Dolmetscher bezahlen wird? Wieder ich. Doch diesmal unterstützen mich Menschen mit Spenden, um diese Kosten tragen zu können.

Wie waren die bisherigen Reaktionen der Parteien auf Ihre Aktion? Sie haben ja Ihr Zelt direkt vor dem Berliner Bundeskanzleramt aufgeschlagen. Kamen schon andere Politiker außer Frau Armbruster vorbei?

Leider nein. Ich hoffe, dass nach unserer ersten Fernsehsendung auf RBB vielleicht doch noch jemand aus der Politik vorbeischaut. Frau Armbruster hat sogar versucht, mit Herrn Scholz zu telefonieren. Sie war sehr sympathisch, hatte vollstes Verständnis, war sehr bemüht, und wie gesagt, wir hatten ein gutes Gespräch. Meine große Hoffnung ist, dass Olaf Scholz auch noch Gesprächsbereitschaft zeigt.

Die Landesbehindertenbeauftrage in Brandenburg, Janny Armbruster, traf Helbing bereits zum Gespräch.

Die Landesbehindertenbeauftrage in Brandenburg, Janny Armbruster, traf Helbing bereits zum Gespräch. (Foto: Christophe Gateau/dpa)

Offensichtlich herrscht doch ein reges Treiben an Ihrem Platz?

Ja, heute schon. Es kommen einige Journalisten vorbei und auch interessierte Fußgänger. Heute war jemand vom Radio bei mir, für nächste Woche haben sich auch einige Leute angekündigt. Was mich sehr freut. Denn auch, wenn ich bereits geschwächt bin, kämpfe ich trotzdem weiter für unser Ziel. Ich wünsche mir, dass unsere Forderungen auch hierzulande so aufgenommen werden wie es in den USA der Fall ist, wo die Leute heftig demonstrieren und auch gute Unterstützung bekommen.

Erzählen Sie mir etwas über Ihre Unterkunft?

Ich wohne gerade in einem wetterfesten Pagodenzelt, so eine Art Partyzelt. Es ist ziemlich groß, mit einem Fußboden, einer Glastür- und Front, einer Camping-Toilette. Drinnen hängt eine Lichterkette, es steht ein Bett drin, und es ist ziemlich kalt, das heißt, nachts sind es etwa zehn Grad, und ich schlafe ich einem dicken Schlafsack. Glücklicherweise ist auch meine Frau an meiner Seite, und weil wir beide gehörlos sind, muss immer einer von uns wach bleiben. Wir dürfen auch das Licht nicht komplett ausmachen. Das ist die Vorgabe seitens der Behörde. Das heißt, ich schlafe nachts im Durchschnitt drei bis vier Stunden, und wir wechseln uns alle drei bis vier Stunden ab. So sieht unser momentaner Rhythmus aus.

Tagsüber kommen auch viele Passanten vorbei und sprechen uns Lob aus. Bis jetzt waren sehr viele liebe Leute hier und es gab nur positives Feedback. Aber auch nachts kommen Leute vorbei, klopfen an unsere Tür und stellen uns Fragen, was ebenfalls ein Grund dafür ist, weshalb ich nicht durchschlafen kann.

Das hört sich anstrengend an! Haben Sie eine medizinische Betreuung? Ein Hungerstreik kann ja auch gesundheitsgefährdend werden?

Nein, bis jetzt geht’s mir gut. Für den Fall, dass es mir irgendwann schlecht gehen sollte, habe ich eine barrierefreie Notrufapp, mit der ich per Knopfdruck den Notarzt herbeirufen könnte.

Das Thema Krankheit interessiert mich momentan einfach nicht. Ich bin ja sportlich immer sehr aktiv gewesen und denke immer positiv. Außerdem habe ich meine Frau Gerlinde bei mir, die auf mich aufpasst. Und ich bin in der guten Hoffnung, dass es nicht drei oder vier Wochen dauert, sondern vielleicht noch diese Woche oder spätestens nächste Woche jemand aus der Politik vorbeikommt und Redebereitschaft zeigt.

Das wünsche ich Ihnen auch. Aber mal ehrlich: Essen Sie tatsächlich momentan überhaupt nichts, so ganz heimlich im Zelt wäre das doch schon möglich…?

Null! Ich trinke nur Tee, der mich warm hält. Aber selbst das in Maßen. Ich habe auch schon abgenommen.

Über die Gefahren eines Hungerstreiks sind Sie sich sicherlich bewusst? Was tun Sie für Ihr Wohlbefinden?

Außer Tee zu trinken bewege ich mich zwischendurch ein bisschen draußen vor der Tür, zur Entspannung, und ich versuche, alles stressfrei zu gestalten. Ich kriege, wie gesagt, sehr viel Besuch. Es kommen auch andere Gehörlose vorbei, mit denen ich mich unterhalte, und ich kriege über Facebook sehr viel positives Feedback, die Leute machen mir Mut. Das ist sehr schön und motiviert mich noch mehr, weiterzukämpfen.

Viele Leute spenden, wofür ich mich auf diesem Wege nochmal ganz herzlich bedanken möchte. Allein für die Zeltmiete ist das sehr hilfreich. Ich habe den wunderbar warmen Schlafsack geschenkt bekommen. Es ist einiges zusammengekommen. Dass so eine große Unterstützung für mich da ist, berührt mich sehr, das werde ich sicher nie vergessen. Ich freue mich über jede Kleinigkeit und glaube, wenn niemand vorbeikäme, wäre es schwieriger.

Helbing mit Danke-Plakat und den Namen der Spender

Helbing freut sich über die Unterstützung. (Foto: privat)

Sie verlassen das Gelände überhaupt nicht?

Nein, ich habe vor, bis zu vier Wochen hier auszuharren.

Wie schön, dass Ihre Frau Sie unterstützt! Hungert sie mit Ihnen?

Nein, nur ich hungere. Sie passt auf mich auf, kümmert sich um mich und ist die ganze Zeit dabei. Ich bin sehr sehr stolz auf meine Frau, sie ist bereits seit 27 Jahren an meiner Seite, sie unterstützt mich bei allem, und ich liebe sie über alles.

Gerlinde Helbing im Schlafsack

Gerlinde Helbing übernachtet ebensfalls im Pagodenzelt und passt auf ihren Mann auf. (Foto: privat)

Was macht Ihre Frau beruflich?

Sie hat früher als Gebärdensprachdozentin gearbeitet, ist aber inzwischen in Rente.

Gibt es zusätzlich Mitstreiterinnen oder Mitstreiter, die Ihnen momentan zur Seite stehen?

Die Teams vom Zentrum für Kultur und visuelle Kommunikation der Gehörlosen und vom Landesverband der Gehörlosen Brandenburg unterstützen mich sehr. Für unser Interview mit Ihnen ist heute mein langjähriger Freund und Gebärdensprachdolmetscher Dietmar Rudolph eingesprungen – wofür ich sehr dankbar bin.

Was sind Ihre Pläne nach dem Hungerstreik?

Mein großer Traum ist, dass ich es in den Bundestag schaffe oder im Europaparlament mitkämpfen kann. In den vergangenen drei Jahren habe mich bereits viermal als Spitzenkandidat für das Europaparlament beworben, aber bisher leider keine Antwort erhalten. Doch ich werde es auch weiterhin versuchen. Es gibt auf der Welt über 70 Millionen Gehörlose – auch für sie möchte ich aktiv in der Politik sein.

Vielen Dank für unser Gespräch und Ihnen alles Gute – passen Sie auf sich auf!

(RP)

Update: Steffen Helbig beendet seinen Hungerstreik

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