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„behindert + verrückt + solidarisch feiern“ in Berlin

Am 13. Juli 2024 veranstaltet ein Bündnis aus behindertenpolitischen, psychiatriekritischen, feministischen und queeren Einzelpersonen ihre Pride Parade in der Bundeshauptstadt.

Parade
(Foto: Vivien Cahn)

„behindert und verrückt feiern“ veranstaltet am 13. Juli ihre Pride Parade. Dieses Jahr ist das Motto „behindert + verrückt + solidarisch feiern“. Die Pride Parade gibt es dieses Jahr zum 11. Mal. „Wir gehen und humpeln und rollen für unsere Rechte auf die Straße. Bei der Parade sind auch Unterstützer*innen dabei. Los geht es um 15 Uhr an der Hasenheide/Jahnstraße. Von dort wird dann zum Kottbusser Tor getanzt.“, heißt es in der Ankündigung. Am Ende der Parade soll eine Kundgebung mit der Verleihung des Negativ-Preises „Glitzer-Krücke“ stattfinden.

Das fordert „behindert und verrückt feiern“:

Kinder mit Behinderung sollen mit allen anderen Kindern zur Schule gehen! Menschen mit Behinderung sollen eine Ausbildung machen können!
Die Menschen mit Behinderung, die arbeiten können, sollen überall mitarbeiten können! In bezahlter und in ehrenamtlicher Arbeit und nicht nur in Werkstätten! Dazu brauchen wir einen Abbau von vielen Barrieren! Wir wollen uns aussuchen, wo wir arbeiten! Wir wollen genauso viel Geld für unsere bezahlte Arbeit bekommen wie Menschen ohne Behinderung.


Wer keinen Job hat, ist auch ein Mensch und hat Menschenrechte. Viele Menschen ohne Job oder mit kleinem Job bekommen Geld vom Staat. Das Geld heißt: Bürgergeld. Der Staat will auch behinderte und verrückte Menschen im Bürgergeld zwingen. Zu Zwangsgesprächen, Zwangsmaßnahmen und sinnlosen Bewerbungen. Gerade viele Behinderte und Verrückte brauchen auch mal ihre Ruhe. Und sie brauchen dann auch Geld. Zum Beispiel für Essen. Auch wenn sie mal ein Papier nicht einreichen oder auf zwei Jobangebote nicht reagieren. Der Staat streicht ihnen dann das Geld. Sogar das Geld für Essen. Wir sagen: Das verstößt gegen die Menschenrechte!


Wir sagen: Behinderte und verrückte Menschen wissen grundsätzlich selbst am besten: Ob, wie viel oder wo sie arbeiten können. Und welche medizinischen Behandlungen ihnen gut tun. Auch, wenn sie Sozialleistungen brauchen, das heißt Geld vom Staat. Zum Beispiel Krankengeld, Bürgergeld oder Grundsicherung. Der Staat und manche Ärzt*innen wollen das von oben bestimmen. Wir sagen: Wir sind schlau genug und wollen Selbstbestimmung!


Wir wollen keine Barrieren bei der Gesundheit! Wir wollen barrierefreie Arztpraxen! Verrückte Menschen dürfen nicht eingesperrt werden! Verrückte Menschen sollen selbst entscheiden, ob sie Medikamente nehmen! Verrückten Menschen und Menschen mit Behinderung darf keine Gewalt in Krankenhäusern angetan werden!


Wir wollen überall sicher vor Gewalt sein! Menschen mit Behinderung und verrückte Menschen müssen vor Gewalt geschützt sein! Alle Menschen müssen überall vor Gewalt geschützt sein! Gewalt ist keine Lösung!


Wir wollen selbst entscheiden, wo wir wohnen!


Wir lassen uns nicht aus der Gesellschaft drängen! Wir wollen auch über unser Leben bestimmen! Wir wollen Respekt! Wir wollen teilhaben an der Gesellschaft! Inklusion ist ein Menschenrecht!


Wir wollen die Parade solidarisch machen. Solidarisch heißt: Wir denken an andere Menschen, von denen die Rechte auch verletzt werden. Bei anderen Menschen werden auch Menschenrechte verletzt. Zum Beispiel bei geflüchteten Menschen. Oder auch bei Menschen mit Behinderung und verrückten Menschen in anderen Ländern. Deshalb sagen wir: Wir wollen die Parade solidarisch machen.

(RP/PM)

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ROLLINGPLANET ist seit 2012 Deutschlands Onlinemagazin für Menschen mit Behinderung und alle anderen. ROLLINGPLANET ist ein Non-Profit-Projekt, realisiert vom Verein Menschen, Medien und Inklusion e.V., München. Mehr über unser Team erfahren Sie hier.

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